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Heizung nicht auf über 20 Grad stellen: Wozu Experten raten

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Von: Kilian Bäuml

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Wer im Winter auch in geschlossenen Räumen ständig friert, muss die Heizung nicht weiter aufdrehen. Andere Maßnahmen sollen besser helfen.

Kassel – Viele kennen es: Man sitzt mit kalten Händen am Schreibtisch und friert. Doch trotz aufgedrehter Heizung und über 20 Grad Raumtemperatur wird einem einfach nicht warm. Aber was hilft dauerhaft, wenn es nicht die aufgedrehte Heizung ist? Es lohnt sich, mal das Gegenteil zu probieren und die Heizung herunterzudrehen.

Das bedeutet zwar, dass die Raumtemperatur niedriger wird, was kurzfristig nicht gegen das Frieren hilft. Auf lange Sicht gewöhnt sich der Körper aber an die niedrigen Temperaturen und man friert generell langsamer. Das funktioniert, da sich die Kälteempfindlichkeit trainieren lässt, wie das Wissensmagazin Geo berichtet. Wer die Rezeptoren auf der Haut den tieferen Temperaturen aussetzt, bewirkt demnach, dass sie abhärten und weniger empfindlich auf Kälte reagieren. Um sich abzuhärten, sollte man sich bei einsetzendem Kältegefühl aber nicht sofort etwas drüberziehen, sondern dies Stück für Stück hinauszögern.

Eine Frau sitzt mit Muetze und in einer Decke
Um den Körper abzuhärten sollte man sich nicht zu dick anziehen. (Symbolbild) © Thomas Trutschel/Imago

Heizung auf unter 20 Grad stellen: Der Körper gewöhnt sich an die Kälte

Obwohl in vielen Haushalten auf 20 Grad oder mehr geheizt wird, sollte die Temperatur in der Wohnung nicht so hoch sein. Niedrigere Temperaturen helfen zum einen besonders beim Energie sparen, weshalb das Bundesumweltamt sogar für Wohnräume eine Temperatur von 16 bis 18 Grad empfiehlt. Mit jedem Grad weniger sinken die Heizkosten um rund sechs Prozent, wie die Stiftung Warentest berichtet. Zum anderen kann der Körper an die gesunkenen Temperaturen gewöhnt werden.

Empfohlene Raumtemperatur
KücheCirca 18 Grad
FlurCirca 16 Grad
SchlafzimmerNicht unter 16 Grad
Quelle: Stiftung Warentest

Heizung besser nicht auf über 20 Grad stellen: Experten geben Tipps, wie Sie sich an die Kälte gewöhnen

Eine andere Maßnahme, die man in den Alltag einbauen kann, sind Wechselduschen. „In jedem Falle werden die Blutgefäße trainiert und die Hautdurchblutung verbessert, da sich die Gefäße durch die Kälte verengen und danach wieder erweitern“, sagte Dieter Melchart, Leiter des Kompetenzzentrums für Komplementärmedizin und Naturheilkunde der Technischen Hochschule Deggendorf, gegenüber der Apotheken Umschau. Wechselduschen wirken sich laut Melchart außerdem positiv auf die Schleimhäute im Nasen-Rachenraum aus, die wichtig für die Immunabwehr sind.

Unter die kalte Dusche sollte man aber nur gehen, wenn man nicht vorher bereits friert. Experte Melchart warnt, nicht mit kalten Füßen eine kalte Dusche zu nehmen. Auch Personen mit Krankheiten, wie Nervenleiden, sollten unter Umständen vorher mit einem Arzt sprechen.

Kalt trotz Heizung? Körper abhärten und Abwehr stärken

Auch Spaziergänge an der frischen Luft sollen helfen, weniger empfindlich für Kälte zu werden, schreibt Geo. Dabei ist es wichtig, auch bei schlechtem Wetter oder Kälte aus dem Haus zu gehen. Bewegung habe ebenfalls den Vorteil, dass die Durchblutung angeregt wird. Eine gute Durchblutung sorgt zusätzlich dafür, dass Hände und Füße weniger schnell kalt werden. Das dauerhafte Sitzen am Schreibtisch hat den gegenteiligen Effekt. Den Körper Kältereizen auszusetzen, kann zudem die Fettverbrennung anregen. Von einem Forscher wird es deshalb für effektives Abnehmen empfohlen.

Man sollte es mit den Kältereizen aber auch nicht übertreiben: Während kurzzeitiges Frieren unter der Dusche oder beim Spazierengehen vorteilhaft für die Kältewahrnehmung sein kann, ist es dauerhaftes nicht gut für die Gesundheit. „Vor allem nasse Kälte und Zugluft setzen unserem Körper zu“, erklärte Jakob Berger, Hausarzt und Bezirksvorsitzender im bayerischen Hausärzteverband, gegenüber Utopia. Das Immunsystem werde dadurch geschwächt. Schritt für Schritt sollte man sich daher langsam an die Kälte gewöhnen. (kiba)

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