1. Startseite
  2. Verbraucher

Rewe gendert altes deutsches Wort und erntet Spott: „Ist das euer Ernst:in?“

Erstellt:

Von: Bjarne Kommnick

Kommentare

Ein Werbeflyer von Rewe macht die Runde im Netz. Auf einer Karte adressiert das Unternehmen „Landratt:innen“. Dafür hagelt es Spott.

Köln – Die Debatte über das Gendern im deutschen Sprachgebrauch erhitzt immer wieder die Gemüter. Während auf der einen Seite Behörden, wie die in Hamburg, offiziell die Gendersprache benutzen, werden auf der anderen sogar Volksinitiativen gegen das Gendern gestartet. Nun macht ein weiterer Fall die Runde. Im Netz taucht ein Flyer von Rewe auf, der mit einer wohl eher ungewöhnlichen Gender-Anrede auffällt. Dafür hagelt es Kritik, aber warum eigentlich?

LebensmitteleinzelhändlerRewe
Gründung1927
DachorganisationRewe Group
HauptsitzKöln

„Moin, ihr Landratt:innen“: Rewe erntet Kritik für gegenderte Anrede auf Flyer

Der Flyer von Rewe ziele darauf, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzuwerben. Im maritimen Stil ist ein Seemann mit Pfeife im Mund und verschränkten Armen zu sehen, berichtet 24hamburg.de. Unter dem Mann fällt ein Spruch ins Auge, der die Gendersprache-Debatte aufkochen lässt. „Moin, ihr Landratt:innen! Kein neuer Job in Sicht?“, heißt es auf dem Flyer.

Das bedeuten die Farbstreifen an den Türen von Rewe und Penny. (Symbolbild)
Auf Twitter erntet Rewe für eine gegenderte Stellenanzeige Aufmerksamkeit. (Symbolbild) © IMAGO/mix1press

Auf der Rückseite sind zudem Informationen zu der Stellenausschreibung gedruckt. Doch einigen Gegnern der Gendersprache ist dieses Marketing ein Dorn im Auge. Ein Nutzer fragt auf Twitter: „Ist das euer Ernst:in?“. Weiter heißt es: „So ein dummer Flyer per Briefkasten-Werbung ist für mich total hohl. Wer wird denn hier angesprochen?“. Der User fragt sich: „Was ist ein Landratt?“, und deutet damit auf das gegenderte Landratte an.

Rewe gendert „Landratt:innen“ – auch Penny setzt auf Gendersprache

Beispiele dieser Art kursieren immer wieder im Netz und feuern die Debatte um die Gendersprache aufs Neue an. In diesem Fall dürfte Rewe damit jedoch wohl genau das erreicht haben, worauf das Marketing zielen soll: Aufmerksamkeit. Auch Penny wirbt zur Weihnachtszeit mittlerweile mit „Zipfelmenschen“ statt Weihnachtsmännern. In anderen Fällen steckt jedoch nicht immer pure Absicht dahinter.

Erst zuletzt kursierten Bilder von DHL- und Amazon-Paketen im Netz, die eines Shitstorms gegen die Gendersprache ausgelöst haben. Bekennende Gegnerinnen und Gegner der Gendersprache machten sich diese Beiträge zu eigen und kritisierten, dass in Deutschland mittlerweile schon das Wort Lieferschein zu „Lieferschein:innen“ von offizieller Stelle gegendert werden würden. Jedoch stellte sich dank Menschen der Paketbranche schnell heraus, dass es sich dabei nicht um eine gegenderte Variante von Lieferschein handelt, sondern bedeute, dass der Lieferschein im Paket sei und nicht außen angebracht.

Auch interessant

Kommentare