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Schokolade im Test: Bei einigen Sorten vergeht einem der Appetit

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Von: Fee Halberstadt

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Schokoladen im Test von Öko-Test untersucht
Öko-Test untersuchte 25 Schokoladen auf unter anderem die Herkunft der Kakaobohnen. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa

Schokolade ist eine in Deutschland überaus beliebte Süßigkeit. Jedoch weisen viele Produkte ungesunde Inhaltsstoffe und schlechte Arbeitsbedingungen auf.

Kassel – Die Auswahl für Schoko-Fans ist riesig. Vollmilch- oder Zartbitter-Schokolade, mit Früchten, Nüssen, Keksen, Chili oder vielem mehr. Außerdem gibt es inzwischen auch eine große vegane Auswahl. Öko-Test untersuchte 25 verschiedene Schokoladensorten von Marken sowie Discounter-Eigenmarken. Doch bei vielen Sorten vergeht einem bei den Ergebnissen des Tests der Appetit.

Zu den untersuchten Schokoladen gehören beispielsweise Alnatura und dm Bio-Schokolade, sowie Produkte von Ja, Tip, Gut und Günstig, Ritter Sport, Sarotti, Lindt und Milka. Jede dieser Süßigkeiten wurde von Öko-Test Ende 2019 anhand derselben Faktoren untersucht. Zum einen testeten Sensorik-Experten den Geschmack. Zum anderen untersuchte ein Labor, ob Mineralöl enthalten ist. Bei einer Untersuchung im Jahr 2017 wurden erhebliche Belastungen der Schokolade durch Mineralöle festgestellt. 2019 achtete Öko-Test ebenfalls auf Schadstoffe wie Acrylamid, Cadmium, Nickel und Salmonellen.

25 Schokoladen im Test: Ergebnisse sind mehr als unbefriedigend

Der letzte Punkt, der von Öko-Test berücksichtigt wurde, ist die Herkunft der Kakaobohnen für die Produktion der Schokoladen. Diese bestehen nämlich aus Kakaobutter und -masse, ebenso aus Milchpulver und Zucker. Wie Öko-Test selbst beschreibt, kommt es beim Anbau der Kakaopflanzen zur Ausbeutung der Bauern und Arbeitenden sowie illegalen Rodung von Wald. Öko-Test befragte die Schokoladen-Anbieter daher nach der Abstammung des Kakaos inklusive Dokumenten wie Lieferdokumente, Rechnungen und Zertifikaten. Das Ergebnis ist mehr als unbefriedigend.

Öko-Test untersucht: Drei von 25 Schokoladen-Hersteller können ihre Lieferketten zurückverfolgen

Von den insgesamt 25 getesteten Produkten konnten lediglich drei ihre Lieferkette bis zu den Kakao-Bauern offenlegen. Neun der Anbieter legen Öko-Test überhaupt keine Nachverfolgung der Lieferkette vor. Von Transparenz kann somit nicht die Rede sein. Wie das passieren kann, ist eigentlich recht leicht zu erklären. Viele Schokoladenproduzenten kaufen selbst nur bei Lieferanten ein. Wo genau die Bohnen herkommen, ist am Ende der Lieferkette kaum mehr nachvollziehen. Allerdings sorgt das zu ungerechtem Anbau.

Um Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit bis hin zu Sklaverei erkennen zu können, muss die Herkunft zurückverfolgbar sein. Denn genau das ist meist die Folge von extremer Armut. Doch auch zertifizierte Anbieter zahlen nicht immer einen fairen Lohn, wodurch das Problem weiterhin bestehen bleibt. Siegel wie UTZ oder Fairtrade sind keine Garantie dafür, dass die Herkunft des Produktes zurückverfolgbar ist. Bei Kaffee zum Beispiel ist das anders.

Ergebnisse von Öko-Test: Danach ergeht einem der Appetit auf Schokolade

Neben der Herkunft der Kakaobohnen wurden die Schokoladen-Produkte in einem Labor auch auf Mineralöle, Acrylamid, Cadmium, Nickel und Salmonellen untersucht. Auch hier sind die Ergebnisse nicht gerade zufriedenstellend. Seit der letzten Untersuchung 2017 hat sich in Bezug auf die Mineralöle in Schokolade nicht viel verändert. Am meisten Mineralölrückstände wiesen die dm Bio Vollmilch Schokolade und Dunkle Vollmilch Schokolade von Hachez auf. Öko-Test empfiehlt daher, diese besser nicht zu essen. Immerhin weist keine der Schokoladen krebsverdächtige MOAH-Verbindungen auf.

Im Geschmack bestehen zudem alle Produkte. Manche erreichenden zwar in Punkten wie Geruch, Geschmack und Mundgefühl mehr Punkte als andere, jedoch schnitt keine schlechter als „befriedigend“ ab. Einen Sieger gab es nicht. Teilweise schmeckten den Blind-Verkostern Schokolade von Discountern besser als die von Marken. Auch Stiftung Warentest untersuchte verschiedene Schokoladen wie Lindt, Milka, Ritter Sport und kam zu einem anderen Ergebnis. Laut ihnen müsse gute Schokolade teuer sein.

Endergebnisse des Schokoladentestes: Nur zwei Produkte schließen mit „gut“ ab

Bei der Untersuchung gab es lediglich zwei Produkte, die eine Bewertung von „gut“ erhielten. Hierbei handelt es sich um eine Bio-Schokolade von Rapunzel und die Vollmilchschokolade von Ritter Sport. Beide waren in der Lage, die Herkunft ihrer Schokolade überwiegend bis zum Bauern zurückzuverfolgen. Der einzige negative Aspekt an der Bio-Schokolade ist, dass sie Mineralölrückstände aufweist, wie Chip schreibt.

Öko-Test gibt noch einige Tipps, auf was bei dem Kauf von Schokolade geachtet werden kann. Generell raten sie davon ab, sich auf Bio-Siegel zu verlassen. Diese garantieren nämlich keinen fairen Kakaoanbau. Lediglich bei dem Naturland-Siegel gehören soziale Mindeststandards dazu. Auch UTZ und Fairtrade Siegel bedeuten nicht gleich faire Schokolade. Aufgrund des Mengenausgleichs ist es bei Schokolade erlaubt Fairtrade Ware und nichtzertifizierten Kakao zu mischen. (Fee Halberstadt)

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