Auch Fruchtbarkeit gefährdet?

Krebs-Gefahr bei beliebtem Kinderspielzeug: Öko-Test warnt vor gefährlichen Inhaltsstoffen

Kinder spielen zusammen mit bunten Spielsachen
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Knete gilt als beliebtes Kinder-Spielzeug. Aufgrund von Krebs-Gefahr kann Öko-Test jedoch nur jede vierte Knete empfehlen. (Symbolfoto)

Öko-Test hat Knete für Kinder überprüft. Dabei wurden einige Inhaltsstoffe entdeckt, die sogar Krebs auslösen könnten. Von einigen Produkten sollte man gänzlich die Finger lassen.

  • Das Verbraucherportal Öko-Test untersucht Spielknete auf ihre Inhaltsstoffe.
  • Von sieben Knetmassen für Kinder wird völlig abgeraten.
  • Möglicherweise könnten gewisse Stoffe in der Knete Krebs erregen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Kassel – Knete ist ein ideales Spielzeug für Kinder. Sie ist bunt, weich und lässt sich problemlos in alle möglichen Formen bringen. Darüber hinaus können Kinder so ihre Feinmotorik trainieren und die eigene Kreativität entdecken. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat die beliebte Spielmasse nun auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Das Ergebnis: die Mehrheit ist verunreinigt und könnte dem Kind gesundheitlich sogar schaden.

Spielzeug: Öko-Test untersucht 20 Kneten für Kinder – Nicht alle werden empfohlen

Spielknete gibt es in der klassischen, eher festen Variante, als weichere Softknete und sogar auf Basis von Weizen, Wachs oder Kartoffelstärke. Besonders großen Spielspaß wird Kindern durch eine neue Hüpfknete garantiert, die auf Silikon basiert. Doch was unterscheidet die verschiedenen Varianten? Welche Inhaltsstoffe sind bedenklich?

Wie Öko-Test mitteilt, sind von 20 untersuchten Kneten für Kinder lediglich fünf empfehlenswert. Von sieben Knetmassen wird gänzlich abgeraten, während der Rest nur als Mittelmaß eingestuft wird.

Gefahr für Kinder durch gefährlichen Stoff in Knete – Öko-Test entdeckt MOAH

Der Grund, weshalb viele Spielkneten im Test nur mittelmäßig oder gar schlecht abschneiden, heißt zumeist MOAH, Bor oder Formaldehyd/-abspaltern. Bei MOAH handelt es sich um aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe, unter denen sich krebserregende Substanzen befinden können, welche möglicherweise über die Haut in den Organismus gelangen.

MOAH kann über unterschiedliche Wege in die Spielmasse für Kinder geraten. So könnte etwa die Verwendung von Rohstoffen wie Wachs der Grund sein oder eine mögliche Verunreinigungen bei der Produktion. Entdeckt wurden die Mineralölkohlenwasserstoffe in 12 von 20 getesteten Knetmassen, verrät Öko-Test.

Fruchtbarkeit gefährdet? Öko-Test findet auch Bor in Knete für Kinder

Der zweite Grund, wieso einige Kneten für Kinder beim Öko-Test schlecht abschnitten, ist Bor. Insbesondere Hersteller von Hüpfkneten verwenden Borverbindungen, um die benötigte zähe Konsistenz zu erreichen. Obwohl das Element in Spuren lebensnotwendig für den Menschen ist, können zu große Mengen jedoch die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Bei den Untersuchungen zeigten sechs Kneten auffällige Bor-Werte.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) allerdings mitteilt, sei selbst beim Verschlucken der Knete nicht mit akuten gesundheitlichen Schäden zu rechnen. Dennoch heißt es weiter, dass die Gehalte an Borsäure in Spielzeugmaterial „grundsätzlich so niedrig wie mit vernünftigem technischen Aufwand erreichbar“ sein sollten. Das Verbraucherportal Öko-Test schließt sich dieser Einschätzung an.

Video: Kreatives Basteln für Kinder – Knete ganz leicht selber herstellen

Öko-Test kritisiert Inhaltsstoff in Knete für Kinder – Er könnte Krebs auslösen

Zu viel freies oder abspaltbares Formaldehyd konnte das Labor in fünf Kinderkneten im Test nachweisen. Bereits in geringen Mengen reizt Formaldehyd die Schleimhäute, kann Allergien auslösen und gilt darüber hinaus als krebserregend, wenn es über die Atemluft aufgenommen wird. Obwohl die gemessenen Werte im Rahmen bleiben, bewertet Öko-Test diese Spielprodukte besonders streng.

Einen wirklichen Aufschluss für Verbraucher könnte eine Angabe von Inhaltsstoffen auf den Verpackungen geben, allerdings sind die Hersteller dazu gesetzlich nicht verpflichtet. Öko-Test fordert laut eigenen Angaben seit Jahren eine solche Kennzeichnungspflicht bei Kneten für Kinder - bisher jedoch vergeblich. (Nail Akkoyun)

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