Stiftung Warentest

Olivenöl im Test – Bekanntes Produkt fällt durch

Die Auswahl an Olivenöl ist groß. Stiftung Warentest hat daher gleich 27 Produkte genauer untersucht. Einige fallen im Test gnadenlos durch.

Kassel – Nicht nur im Mittelmeerraum ist Olivenöl beliebt, auch in Deutschland ist es in vielen Haushalten zu finden. Neben seinem bekannten Geschmack, ist das Öl auch für seine positiven Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System bekannt. In einer aktuellen Untersuchung hat die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest 27 native Olivenöle aus dem Handel genauer unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis zeigt: Gutes Olivenöl muss nicht immer teuer sein. Aber auch teures Öl ist nicht automatisch qualitativ hochwertig. Die Produkte im Test kosten zwischen 4,50 und 52 Euro pro Liter. Darunter sind neben günstigem Olivenöl vom Discounter wie Lidl, auch bekannte Marken vertreten. Zudem weisen alle Hersteller ihre Produkte mit der höchsten Güteklasse „nativ extra“ aus.

Wer noch auf der Suche nach einem guten Olivenöl ist, kann sich an die Test-Ergebnisse der Untersuchung von Stiftung Warentest halten. Ab 5,35 Euro pro Liter gibt es empfehlens­werte Produkte.

Olivenöl bei Stiftung Warentest: Diese Kriterien wurden beim Test berücksichtigt

Natives Olivenöl eignet sich vor allem für kalte Speisen, wie Salate, Pesto oder Kräuterdips. Zum Braten ist es eher ungeeignet, da der Rauchpunkt von nativem Öl nur bei etwa 160 Grad liegt. Verwenden Sie zum Braten daher lieber raffiniertes Olivenöl. Hier liegt der Rauchpunkt bei rund 230 Grad.

Beim Test hat Stiftung Warentest mehrere Faktoren berücksichtigt – darunter Geruch und Geschmack, die chemische Qualität, mögliche Schadstoffe sowie die Deklaration. Zudem gibt es innerhalb der EU eine Olivenölverordnung, die festlegt, dass für die höchste Güteklasse Kriterien wie fruchtig, bitter und scharf erfüllt sein müssen. Auch das hat die Verbraucherorganisation geprüft.

Öl im Test: Bio-Produkte schneiden weitgehend gut ab

Von den 27 untersuchten Produkten im Test ist auf zwölf Verpackungen ein Bio-Siegel zu finden. Sieben Produkte davon schneiden gut ab. Erfreulich ist außerdem, dass in keinem der Bio-Öle Pestizide nachgewiesen werden konnten.

Zu den Testsiegern zählen zwei Feinkost-Öle – eins davon mit Bio-Siegel. Vor allem geschmacklich konnten sie die Tester überzeugen. Laut Stiftung Warentest sind sie ausgewogen, fruchtig, schmecken bitter und scharf. Was Verbraucher allerdings abschrecken könnte, ist der Preis.

Das sind die Testsieger:

  • Artgerecht Phenolio Natives Olivenöl extra (Bio)
  • Preis: 48 Euro pro Liter
  • Note: 1,8 (gut)
  • Selezione Gustini Antico Frantoio della Fattoria Natives Olivenöl extra
  • Preis: 40 Euro pro Liter
  • Note: 1,8 (gut)

Olivenöl im Test: Auch Mittelklasse-Produkte sind zufriedenstellend

Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, wird auch bei den Mittelklasse-Produkten fündig. Mit dabei sind unter anderem Produkte, die im Supermarkt oder in der Drogerie erhältlich sind. Auch sie konnten die Tester im Geschmack und Geruch überzeugen.

  • Bertolli Originale Natives Olivenöl extra
  • Preis: 9,10 Euro pro Liter
  • Note: 2,3 (gut)
  • dmBio Natives Olivenöl extra (Bio)
  • Preis: 6,35 Euro pro Liter
  • Note: 2,3 (gut)
  • Lidl Primadonna Natives Olivenöl extra
  • Preis: 5,35 Euro pro Liter
  • Note: 2,3 (gut)
  • Edeka Bio Natives Olivenöl extra (Bio) 
  • Preis: 6,40 Euro pro Liter
  • Note: 2,4 (gut)
  • Edeka Gut & Günstig Natives Olivenöl extra
  • Preis: 5,35 Euro pro Liter
  • Note: 2,4 (gut)
  • Netto Marken-Discount BioBio Natives Olivenöl extra (Bio)
  • Preis: 6,40 Euro pro Liter
  • Note: 2,4 (gut)

Öl im Test: 15 Produkte zeigen Mängel auf

Gleich 15 Produkte zeigen im Test allerdings erhebliche Mängel auf. Ihren Geschmack beschrieb Stiftung Warentest metallisch oder essigartig. Eins soll sogar ranzig geschmeckt haben. Das dürfe in der Güteklasse „nativ extra“ laut EU-Verordnung nicht auftreten.

Zwei getestete Olivenöle fielen mit dem Qualitätsurteil „mangelhaft“ sogar durch. Darunter ein Feinkost-Öl und ein Bio-Produkt eines bekannten Herstellers. Sie konnten weder im Geschmack, noch im Geruch überzeugen. Spuren von Schadstoffen und Weichmacher konnten hier nachgewiesen werden.

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Diese Öle fallen im Test bei Stiftung Warentest durch

Vor allem das teure Öl von Oil & Vinegar ist Stiftung Warentest zufolge sehr hoch mit dem Weichmacher DEHP belastet. Der hohe Gehalt deutet darauf hin, dass sich „etwas aus unge­eigneten Schläuchen gelöst haben könnte“, so die Experten. Eine akute Gefahr gehe von dem Produkt aber nicht aus.

Das sind die Verlierer im Test:

  • Oil & Vinegar Nocellara Natives Olivenöl extra
  • Preis: 52 Euro pro Liter
  • Note: 4,8 (mangelhaft)
  • Alnatura Natives Olivenöl extra (Bio)
  • Preis: 7 Euro pro Liter
  • Note: 5 (mangelhaft)

Insgesamt sei das Ergebnis in diesem Jahr aber besser ausgefallen als das der vergangenen Jahre. 15 Produkte im Test seien gut, nur zwei Öle werden als mangelhaft deklariert. 2020 schneiden nur neun Produkte mit gut ab, zwei seien ebenfalls mangelhaft. (kas)

Zuletzt befanden sich verschiedene Tee-Sorten im Test. Dabei wurden sogar Rückstände von Giftstoffen entdeckt.

Rubriklistenbild: © imago

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