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Revolution bei Rewe, Lidl, Edeka und Co. geplant? Was Verbraucher darüber wissen sollten

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Von: Karolin Schäfer

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Ob beim Bäcker oder im Discounter: Bei jedem Einkauf wird ein Kassenbon gedruckt. Supermärkte wollen künftig auf eine revolutionäre Alternative setzen.

Kassel – In Deutschland gibt es bei nahezu jedem Einkauf einen Kassenzettel – obwohl viele davon im Müll landen. Um dem entgegenzuwirken, wollen Einzelhändler wie Lidl, Rewe, Edeka, Aldi und Co. auf den digitalen Kassenbon setzen. Damit könnte künftig zunehmend auf den gedruckten Papierzettel verzichtet werden.

Damit könnte künftig zunehmend auf den gedruckten Papierzettel verzichtet werden. Wirklich nachhaltig ist der zumindest nicht. Meist sind die Bons auf Thermopapier gedruckt, das mit Chemikalien beschichtet ist. Laut Umweltbundesamt sind die dabei verwendeten gesundheitsschädlichen Substanzen wie Bisphenol A (BPA) als „besonders besorgniserregend“ eingestuft.

Eine Frau steht im Supermarkt vor dem Kühlregal
Nach fast jedem Einkauf wird ein Kassenbon gedruckt. Ein digitaler Beleg könnte die umweltfreundlichere Alternative sein. (Symbolfoto) © IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON

Revolution bei Rewe, Aldi, Lidl und Co. – Der Kassenbon der Zukunft ist digital

Laut Bundesfinanzministerium entspricht auch eine digitale Version des Kassenzettels den gesetzlichen Anforderungen. Voraussetzung ist, dass Kundinnen und Kunden den Bon „in einem standardisierten Datenformat“ kostenlos erhalten können. Das lässt sich beispielsweise per App oder QR-Code umsetzen.

Der Discounter-Riese Lidl hat den digitalen Kassenbon in die eigene App integriert. Um den Bon auf dem Handy speichern zu können, müssen Verbrauchende lediglich die Lidl-Plus-Karte an der Kasse scannen. In einer praktischen Übersicht sehen Kundinnen und Kunden dann, wie viel Geld sie für ihren Einkauf bezahlt haben. Im vergangenen Jahr stellten Lidl und Kaufland ihre Kassenbons bereits auf umweltfreundlichere Ökobons um.

Revolution beim Einkaufen: So funktioniert der digitale Kassenbon bei dm

Auch bei dm gibt es in dieser Hinsicht eine große Änderung. Wer in einer Filiale des Drogeriemarkts einkauft, kann an der Kasse statt des herkömmlichen Papierbelegs einen sogenannten E-Bon auswählen. Der Bon wird dann über die dm-App ausgestellt. An der Kasse muss dafür nur die Kundenkarten in der App gescannt werden.

SupermarktDigitaler Kassenbon
Lidlper App
dmper App
Reweper Payback-Karte
EdekaQR-Code

Digitaler Kassenbon bei Rewe: Supermarkt-Kette hält an Payback-Karte fest

Rewe hingegen setzt auf das Bonusprogramm Payback, berichtete das Verbraucherportal chip.de. Damit können Verbrauchende nicht nur bei jedem Einkauf Bonuspunkte sammeln, sondern den Kassenbon digital per Mail erhalten. Dafür muss die Karte beim Erstellen eines Rewe-Kontos hinterlegt und anschließend bei jedem Einkauf an der Kasse gescannt werden.

Digitalisierung bei Edeka: Supermarkt setzt auf QR-Code statt Kassenbon

Bei Edeka soll es statt des üblichen Papierzettels an der Kasse ein QR-Code erscheinen, den Kundinnen und Kunden mit dem Smartphone scannen können, teilte das Unternehmen auf der Webseite mit. Der Kassenbon lässt sich dann digital abrufen. Die Funktion gibt es vorerst aber nur im Vertriebsgebiet Edeka Nord.

Einen wesentlichen Nachteil gibt es allerdings. Durch die QR-Code-Lösung erhöhe sich „die Zeit des Kassiervorgangs“, informierte Çetin Acar vom Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel EHI in Köln gegenüber der Lebensmittel Zeitung. Aldi soll ebenfalls an einer digitalen Lösung arbeiten. Im vergangenen Jahr sei eine Testphase in Duisburg gelaufen, berichtete infranken.de.

Digitaler Kassenbon bei Lidl, Rewe, Edeka und Co. : Das sind die Herausforderungen

Künftig könnten also vermehrt Unternehmen auf digitale Kassenbons setzten. Die Alternative zum Papierzettel spart nicht nur Kosten und Ressourcen, Verbrauchende haben so auch immer eine digitale Übersicht ihrer Ausgaben parat. Das Bundesfinanzministerium lässt den Unternehmen in der Umsetzung viel Spielraum. Ganz ohne Herausforderungen schafft es der digitale Kassenbon dann aber doch nicht.

Denn: Neben Datenschutzbedenken existiert auch kein einheitliches System. Dem Online-Magazin t3n.de zufolge arbeitet jeder Einzelhändler an einer individuellen Lösung. Wer bei unterschiedlichen Supermärkten einkauft, könnte bei den ganzen Apps und Codes schnell den Überblick verlieren. Für welches Modell werden sich die Supermärkte entscheiden und worauf müssen sich Verbrauchende einstellen? Laut Ralph Brügelmann vom Handelsverband Deutschland (HDE) gibt es da bereits eine leichte Tendenz, nämlich hin zum QR-Code, wie er gegenüber dem Online-Magazin verriet. (kas)

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