Schweinefleisch in Supermärkten

Ekel-Alarm bei Aldi, Lidl und Rewe: Gefährliche Keime in Grillfleisch entdeckt

Experten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben Fleisch von Rewe, Aldi und Lidl untersucht. In einigen Proben wurden antibiotikaresistente Keime gefunden.
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Experten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben Fleisch von Rewe, Aldi und Lidl untersucht. In einigen Proben wurden antibiotikaresistente Keime gefunden. (Symbolbild)

Greenpeace hat Fleisch von Rewe, Aldi und Lidl genauer unter die Lupe genommen. In vielen Proben wurden resistente Keime nachgewiesen.

Kassel – Ein saftiges Steak oder Würstchen auf dem Grill: Grillen gehört im Sommer für viele Menschen einfach dazu. Doch eine Untersuchung der Umweltorganisation Greenpeace hat jetzt Erschreckendes festgestellt: Schweinefleisch von beliebten deutschen Supermärkten enthält teilweise antibiotikaresistente Bakterien.

Die Proben wurden unter anderem von Grillwürstchen und Schnitzeln von Rewe, Aldi und Lidl entnommen. In zehn der insgesamt 44 Fleischproben wurden die Keime nachgewiesen. Diese sind laut Greenpeace gegen häufig eingesetzte Antibiotika resistent. Wenn Krankheitserreger Resistenzen entwickeln, werden sie unempfindlich gegen Antibiotika und vermehren sich weiter.

Fleisch von Rewe, Aldi und Lidl untersucht: Proben mit antibiotikaresistenten Keimen entdeckt

Bei vier Proben wurden sogar Bakterien nachgewiesen, die gegen das Reserveantibiotikum Colistin resistent sind. Reserveantibiotika werden primär zur Behandlung von schwerwiegenden Infektionen eingesetzt, die durch multiresistente Bakterien verursacht wurden. Allerdings auch nur, wenn keine alternative Therapiemöglichkeit verfügbar ist.

Die Stichproben von Greenpeace stammten alle aus den Haltungsformen 1 (Stallhaltung) und 2 (Stallhaltung Plus) für Masttiere. Dabei bleibt den Tieren weniger als ein Quadratmeter Platz zum Leben. Auslauf gibt es nicht.

Im Video: Wie entstehen antibiotikaresistente Bakterien?

Massentierhaltung für antibiotikaresistente Keime verantwortlich

Dass Fleisch überhaupt antibiotikaresistente Keime enthält, liegt an der Massentierhaltung. Die enge Haltung im Stall und die prekären hygienischen Zustände machen die Tiere krank. Sie bekommen oft hohe Mengen an Antibiotika verabreicht, um Krankheiten vorzubeugen. Das gilt auch, wenn die Schweine noch gar nicht krank sind. In Deutschland wurden 2011 über 1700 Tonnen Antibiotika an Tiere verabreicht - die dreifache Menge wie in der Humanmedizin. Das berichtete das Umweltinstitut in München. Bis 2017 wurde die Menge auf etwa 733 Tonnen reduziert.

Doch Massentierhaltung und die hohen Mengen an Antibiotika sind nicht nur in Deutschland problematisch. In den USA werden circa 80 Prozent aller Antibiotika an Tiere vergeben und nur 20 Prozent an Menschen. Dort sind die Medikamente aber auch zur Wachstumsförderung zugelassen, wie das Umweltinstitut mitteilte.

Greenpeace
Gründung1971
SitzAmsterdam, Niederlande
SchwerpunktUmweltschutz

„Die Fleischindustrie befeuert die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen“, erklärte Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Die Tiere müssen besser gehalten werden und ihre Zahl muss sinken. Nur dann lässt sich der Antibiotika-Einsatz in den Ställen weiter verringern.“

Fleisch aus der Selbstbedienungstheke von Rewe, Aldi und Lidl geprüft

Für die Untersuchung griff die Non-Profit-Organisation auf Fleisch aus der Selbstbedienungstheke von Rewe, Aldi und Lidl sowie aus Werksverkäufen der Konzerne Tönnies, Goldschmaus und Heidemark zurück. Hier hatte Greenpeace bereits im Frühjahr resistente Keime im Abwasser gefunden.

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Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Menschen mit den Bakterien über die Nahrungsaufnahme infizieren, ist gering. Langfristig kann die Ausbreitung resistenter Keime allerdings dazu führen, dass bakterielle Infektionskrankheiten schwerer zu behandeln sind.

Der Discounter Aldi hat beschlossen ab 2025 kein Billigfleisch mehr im Sortiment anzubieten. Dann soll es nur noch Fleisch der Haltungsformen 3 (Außenklima) und 4 (Premium) geben. (kas)

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