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Rewe-Chef schlägt Alarm wegen Lieferengpässe und Preiserhöhungen: „Völlig ungewöhnlich“

Supermärkte sind derzeit von Lieferengpässen und steigenden Preisen betroffen. Rewe macht die Industrie dafür verantwortlich.

Kassel – In vielen Branchen kommt es aktuell immer wieder zu Lieferengpässen. Viele Märkte wie Aldi, Lidl, dm & Co. warnen vor leeren Regalen. Unter anderem sei „die Knappheit der Frachtkapazitäten und der Container“ für die Verzögerungen in Supermärkten und Drogerien verantwortlich, wie Raoul Roßmann, Chef der Drogeriekette Rossmann, dem Handelsblatt erläuterte.

Auch der Handelsriese Rewe warnte vor Lieferengpässen und den damit verbundenen Preiserhöhungen im Lebensmittelbereich. „Es gab noch nie so viele Forderungen nach Preiserhöhungen von der Industrie wie in diesem Jahr“, stellte Konzern-Chef Lionel Souque gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) fest.

Rewe kämpft mit Lieferengpässen: Nicht alle Forderungen nach Preiserhöhung gerechtfertigt

Die Forderung nach höheren Preisen seien Souque zufolge aber nur bei einem Teil der Produkte gerechtfertigt. Grund dafür sind die gestiegenen Rohwarenpreise, etwa bei Kaffee und Nudeln.

Dagegen gebe es auch Hersteller, „die nur auf der Preiswelle mitreiten wollen“, kritisierte der Rewe-Chef gegenüber der dpa. Multinationale Konzerne prahlten gegenüber ihren Aktionären mit gesenkten Kosten, versuchten aber gleichzeitig sich an die steigenden Preise anzupassen. „Wir müssen aufpassen, dass wir diese Unternehmen mit ihren Forderungen nicht durchkommen lassen, denn am Ende zahlt dafür der Kunde“, so Souque.

Auch die wachsenden Lieferverzögerungen bereiten dem Konzern-Chef Sorgen. Diese seien im Lebensmittelhandel in Deutschland inzwischen Alltag geworden. „In vielen Wochen werden zurzeit von der Industrie weniger als 90 Prozent der bestellten Lebensmittel geliefert. Das ist völlig ungewöhnlich und teilweise inakzeptabel“, sagte er gegenüber der dpa.

Auch die Supermarkt-Kette Rewe klagt über Lieferverzögerungen und Forderungen nach höheren Preisen.

Lieferengpässe bei Rewe: Rohstoffe und Verpackungsmaterial fehlen

Als Grund führte der Rewe-Manager fehlende Rohstoffe oder nicht vorhandenes Verpackungsmaterial an. Auf der anderen Seite machte Lionel Souque auch die Organisation der Lebensmittelkonzerne verantwortlich. Um Kosten einzusparen, setzen viele Lieferanten auf kurzfristige Transportkapazitäten. „Das fällt ihnen jetzt auf die Füße. Denn der Markt ist leer gefegt und sie bekommen einfach keine Lkws für den Transport ihrer Produkte zum Handel“, so Souque weiter.

Wie lange dieser Zustand noch andauern werde, konnte der Rewe-Chef nicht genau beantworten. Für den Kunden seien die Auswirkungen aber im Rahmen. Sollte es bei bestimmten Artikeln im Supermarktregal Verzögerungen geben, könne auf andere Marken ausgewichen werden. (kas mit dpa)

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Bei Aldi, Lidl, Rewe und Co. gibt es im neuen Jahr 2022 einige Änderungen. Dazu gehört neben einem Plastiktüten-Verbot auch die Ausweitung der Pfandpflicht.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/imago

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