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Rewe verkauft Sommer-Klassiker im Winter: „Kommt mir nicht mit ‚Der Kunde will es so‘“

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Von: Anna Lorenz

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Obst ist meist kein Grund für Kritik. Rewe wird via Twitter nun aber von einem Kunden gescholten, der sich über ein spezielles Angebot an Früchten ärgert – und das aus ernstem Grund.

Bremen – Obst ist gesund, so lernt man es bereits in der Schule. Die Nachfrage ist da, weshalb Supermärkte und Discounter zumeist eigene Abteilungen haben, in denen Kunden Zitrusfrüchte, Beeren und andere vitaminreiche Früchte erwerben können. Ein Kunde von Rewe ärgert sich allerdings sehr darüber – und das aus einem ernsten Grund, wie tz.de berichtet.

Obst im Winter? Dank Supermarkt und Discounter auch in der kalten Jahreszeit kein Problem

Wer täglich Erdbeeren in sein Müsli schnippeln oder in der Arbeit eine Banane snacken will, hat heutzutage keine Probleme, diese Produkte im Lebensmittelhandel zu finden. Im Winter wird Obst vielerorts importiert und auch tropische Früchte sind nahezu dauerhaft Teil des Sortiments. Nicht nur unverarbeitet, auch in Marmeladen, Säften, Tiefkühlprodukten, sowie auf Gebäck oder als gedörrte Nascherei werden diverse Obstsorten vertrieben, und das unabhängig von der Frage, ob die Früchte hierzulande gerade Saison haben.

Importgut Obst: Angebot ganzjährlg groß – Vorratshaltung gerät in Vergessenheit

Allerdings gerät mit der nahezu dauerhaften Verfügbarkeit das Wissen um regionale Alternativen in Vergessenheit. Die natürlich gedeihende, „bayerische Banane“ ist freilich ein Mythos – doch verschiedene Obstsorten wachsen tatsächlich im Sommer in Deutschland. Neben Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume kann man zu dieser Jahreszeit auch mehrere Beeren anbauen.

Im Winter allerdings lädt das hiesige Klima Bäume und Sträucher nicht dazu ein, Früchte zu treiben. Aus diesem Grund war es auch bis vor einigen Jahren gang und gäbe, Obst einzumachen und dadurch auch im Winter mit Vitaminen versorgt zu sein. Wo allerdings das Angebot des Marktes nicht abreißt, sehen viele Menschen diese Arbeit nicht mehr als lohnenswert an.

Kunde schimpft wegen Obst mit Rewe: „Ihr wisst es auch und macht trotzdem einfach so weiter“

Nicht Wenigen ist das ein Dorn im Auge. Denn der Import von Obst hat weder eine gute CO2-Bilanz, noch gelten in den meisten Bezugsländern jene Standards hinsichtlich Pestiziden, die in Deutschland beim Anbau einzuhalten sind. Darüber ärgert sich aktuell auch ein Kunde von Rewe, der seinem Unmut auf der Social-Media-Plattform Twitter Luft macht:

„Erdbeeren. Im Januar. Bückware am Eingang“, listet der User den Tatbestand auf, „Ich bin nicht wütend, @REWE_Supermarkt. Ich bin nur noch müde.“ Sein Ärger gilt den nicht-regionalen Früchten, die Rewe vertreibt. „Wir wissen seit Jahren, dass es nicht mehr so weiterlaufen kann. Ihr wisst es auch. Und macht trotzdem einfach so weiter“, schimpft der Nutzer mit dem Supermarkt. Einen möglichen Hinweis auf die Nachfrage lehnt er dabei kategorisch ab: „Und kommt mir nicht mit ‚Der Kunde will es so.‘“ „Wenn‘s mit dem Klimawandel so weitergeht, werden Erdbeeren im Januar völlig normal. Rewe gewöhnt uns nur an die neue Realität“, so der bittere Kommentar eins anderen Users. Auch der vielfach zitierte Werbeslogan „Frisches aus der Region“ sei bei diesem Angebot von Rewe fraglich. Im Sinne der Nachhaltigkeit regionale Ware zu kaufen, lässt ohnehin bereits viele Bürger auf Obst und Gemüse vom heimischen „Standl“ setzen. Neben der ökologischen Problematik ist sich die Community übrigens auch bezüglich der Qualität der von Rewe angebotenen Erdbeeren einig: „Arschteuer, steinhart und schmecken nach nix.“

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