Beschädigung am Haltering

Gefahr für Diabetiker: Dringender Rückruf von zahlreichen Insulinpumpen gestartet

Ein Medizintechnik-Unternehmen ruft alle Insulinpumpen einer bestimmten Serie zurück. Der Haltering könnte beschädigt sein und zu einer ernsthaften Gefahr werden.

Kassel – Viele Menschen mit Diabetes spritzen sich ihr Insulin mehrmals täglich mithilfe eines Pens. Dabei schränkt die ständige Prozedur Betroffene in ihrem Alltag erheblich ein. Eine sogenannte Insulinpumpe soll dagegen zu mehr Lebensqualität führen. Die kleinen Geräte versorgen die Betroffenen rund um die Uhr mit kleinen Mengen Insulin und regulieren so den Bedarf.

Doch Diabetiker sollten jetzt genauer hinschauen. Die Firma Medtronic GmbH informiert derzeit über einen Rückruf zu ihren Insulinpumpen der Serie MiniMed 600 mit einem transparenten Haltering. Grund für den Sicherheitshinweis sind beschädigte oder fehlende Pumpenhalteringe.

Rückruf von Insulinpumpe: Diese Produkte sind betroffen

Von dem aktuellen Rückruf betroffen sind folgende Insulinpumpen mit einem transparenten Haltering:

SerieInsulinpumpe MiniMed 640G
ModellnummernMMT-1711, MMT-1712, MMT-1751, MMT-1752
SerieInsulinpumpe MiniMed 670G
ModellnummernMMT-1741, MMT-1742, MMT-1761, MMT-1762, MMT-1781, MMT-1782

Bereits im November 2019 hat das Medizintechnik-Unternehmen auf mögliche Sicherheitsmängel des Halterings hingewiesen. Beschädigte Produkte sollten ausgetauscht werden. Nun sollen alle Insulinpumpen der betroffenen Serie mit einem transparenten Haltering ausgetauscht werden. Die Modellnummer finden Kunden auf der Unterseite oder Rückseite des Geräts.

Stattdessen erhalten Kunden eine Pumpe mit einem überarbeiteten schwarzen Haltering. „Der Austausch ist kostenlos und wird auch dann vorgenommen, wenn der transparente Haltering nicht beschädigt ist, und zwar unabhängig vom Garantiestatus der Pumpe“, erklärte das Unternehmen in einer Kundeninformation. Für den Austausch müssen Kunden auf der Webseite ein Onlineformular ausfüllen.

Diabetiker sind auf Insulin angewiesen. Eine sogenannte Insulinpumpe kann den Gehalt im Körper regulieren. Allerdings ist jetzt eine Produkt-Serie von einem Rückruf betroffen. (Symbolbild)

Insulinpumpe im Rückruf: Beschädigtes Produkt kann Unterzuckerung auslösen

Die vom Rückruf betroffene Insulinpumpe ist mit einem Haltering ausgestattet, der das Reservoir in der Pumpe sichert. Insulinpumpen der Serie MiniMed 600 könnten dem Unternehmen zufolge einen beschädigten Haltering enthalten. Dadurch könne eine ordnungsgemäße Verriegelung des Reservoirs nicht gewährleistet werden.

Sollte das Reservoir nicht richtig in der Pumpe einrasten, kann es zu einer Über- oder Unterdosierung von Insulin kommen. Das kann für Diabetiker besonders gefährlich werden. Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann für Patienten lebensbedrohlich sein oder sogar zum Tod führen. Entdecken Kunden Mängel am Haltering, sollte die Insulinpumpe auf keinen Fall weiter verwendet werden.

Rückruf von Insulinpumpe: Bereits schwere Verletzungen und Todesfälle gemeldet

Wie das Unternehmen Medtronic berichtete, seien im Zusammenhang mit der Verwendung von Insulinpumpen der Serie MiniMed 600 schwere Verletzungen und Todesfälle gemeldet worden. Diese können nach vorliegenden Informationen und der Prüfung unabhängiger Experten aber nicht in direkte Verbindung mit dem beschädigten Haltering gebracht werden. Inzwischen wurde der Verkauf derartiger Insulinpumpen eingestellt. Zudem weist das Unternehmen darauf hin, dass Pumpen mit dem schwarzen Haltering nicht von dem Rückruf betroffen seien. (kas)

Ebenfalls im Rückruf befinden sich Kartoffelchips der Marke Chio. In dem Produkt befinden sich Inhaltsstoffe, die gefährlich werden können.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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