Auf keinen Fall verzehren

Käse im Rückruf bei Lidl: Viel mehr Chargen betroffen als gedacht

Der Discounter Lidl startete zuletzt wegen einer Listerien-Belastung einen Ziegenkäse-Rückruf. Nun sollen noch weitere Mindesthaltbarkeitsdaten betroffen sein.

  • Rückruf: Ein Käse von Lidl ist betroffen.
  • Listerien wurden im Produkt gefunden.
  • Der Ziegenkäse wurde in fast allen Bundesländern verkauft.

Update vom Donnerstag, 29.10.2020, 11.15 Uhr: Zuletzt informierte die JERMI Käsewerk GmbH über einen Rückruf des Produkts „Meine Käserei Ziegenkäserolle“ in der 100-Gramm-Packung, nachdem in dem Artikel Listerien (Listeria monocytogenes) nachgewiesen worden sind.

Neue Erkenntnisse erhärten nun den Verdacht, dass noch mehr Mindesthaltbarkeitsdaten als zuvor vermeldet betroffen sind. Unabhängig vom Mindesthaltbarkeitsdatum ruft der Hersteller nun sämtliche „Meine Käserei Ziegenkäserolle, 100g“ mit dem Identitätskennzeichen DE BW 331 EG zurück. Dies berichtet das Verbraucherportal Produktwarnung.

Der Ziegenkäse kann in allen Lidl-Filialen zurückgegeben werden. Laut einer Mitteilung des Herstellers, wird der Kaufpreis auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückerstattet.

Käse bei Lidl im Rückruf. (Symbolbild)

Lidl informiert über Rückruf: Ziegenkäse mit Listerien belastet

Erstmeldung vom Freitag, 16.10.2020, 9.28 Uhr: Kassel – Ob auf dem Brötchen oder geschmolzen auf der Pizza: Käse ist ein beliebtes Lebensmittel in Deutschland. Jetzt ist ein Käse bei Lidl von einem Rückruf betroffen. Das teilt „produktwarnung.eu“ am Donnerstag (15.10.2020) mit.

Von dem Rückruf betroffen ist das Produkt „Meine Käserei Ziegenkäserolle“ in der 100-Gramm-Packung von der Jermi Käsewerk GmbH. Nach Angaben des Unternehmens wurden in dem Käse Listerien entdeckt. Es besteht Gesundheitsgefahr. Das Produkt wurde in allen Bundesländern in Deutschland (außer Mecklenburg-Vorpommern) beim Discounter Lidl verkauft.

ArtikelMeine Käserei Ziegenrolle
Inhalt100 Gramm
Mindesthaltbarkeitsdatum05.11.2020, 06.11.2020, 09.11.2020
IdentitätskennzeichenDE BW 331 EG

Rückruf bei Lidl: Kunden sollten den Käse auf keinen Fall essen

Verbraucher, die den vom Rückruf betroffenen Käse bei Lidl bereits gekauft haben, sollten diesen nicht verzehren. Davor warnt „produktwarnung.eu“. Denn die Bakterien Listerien können schwere Magen-Darm-Erkrankungen und Symptome eines grippalen Infekts hervorrufen. Bei gesunden Menschen verläuft eine Listeriose oft harmlos. Kinder, Schwangere oder Menschen mit schwachem Immunsystem sind gefährdet. Es können gefährliche Krankheitsverläufe auftreten.

Der Discounter Lidl hat schnell reagiert und den Käse aus den Regalen genommen. Kunden können das Produkt in allen Filialen zurückgeben. Zudem bekommen sie den gesamten Kaufpreis, auch ohne Beleg, zurück.

Käse bei Lidl: Nur ein Produkt von Rückruf betroffen

Der Hersteller Jermi Käsewerk GmbH betont, dass lediglich der genannte Ziegenkäse im Rückruf ist. Weitere Artikel des Herstellers sind nicht betroffen. Erst vor Kurzem waren mehrere Käse-Sorten von Aldi im Rückruf. (Von Karolin Schaefer und Nail Akkoyun)

Ab wann wird in Deutschland ein Produkt zurückgerufen?

Wenn ein Lebensmittel zu einer Gesundheitsgefährdung führen kann, kommt es in Deutschland zu einem Rückruf. Das betroffene Produkt wird meist von dem Hersteller selbst zurückgerufen. Hierzu ist er nach dem Produktsicherheitsgesetz verpflichtet, wenn ihm eine Gefahr auffällt. Auf dem Online-Portal „lebensmittelwarnung.de“ veröffentlichen die Länder und der Bund Rückrufe. Wenn der Hersteller nicht zurückruft, werden die Verbraucher von der Behörde informiert. 

Die Rücknahme von Produkten aus dem Lebensmittelbereich ist nur verpflichtend, wenn diese nicht zum Verzehr geeignet sind oder eine Schädigung der Gesundheit durch sie entstehen kann. Bei reinen Qualitätsmängeln ist es also reiner Kundenservice, wenn das Produkt zurückgegeben werden kann. Zu Rücknahmen kommt es häufig auch, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Wenn ein Unternehmen vor dem Verkaufsstart eines Produktes Mängel feststellt, können sie das betroffene Produkt aus dem Handel zurückziehen. So umgehen sie einen Verlust ihres Images.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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