Hersteller warnt

Rückruf von Medikament: Die Einnahme kann mit dem Tod enden

Medikament im Rückruf: Bestimmte Chargen des Schmerzmittels Palexia (Tapentadol) dürfen nicht mehr eingenommen werden (Symbolbild).
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Medikament im Rückruf: Bestimmte Chargen des Schmerzmittels Palexia (Tapentadol) dürfen nicht mehr eingenommen werden (Symbolbild).

Das Verbraucher-Portal produktwarnung.eu hat einen neuen Rückruf veröffentlicht. Betroffen ist ein Medikament. Es besteht Lebensgefahr.

  • Aktueller Rückruf*: Betroffen ist ein Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Tapentadol.
  • Grund für den Rückruf* sind mikrobielle Verunreinigungen.
  • Die Medikament-Einnahme kann tödlich enden.

Kassel - Das Verbraucher-Portal produktwarnung.eu hat einen neuen Rückruf veröffentlicht. Betroffen ist das Medikament Palexia mit dem Wirkstoff Tapentadol. Dabei handelt es sich um ein Schmerzmittel. Das Pharmaunternehmen Grünenthal hat nach Informationen der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) alle Chargen mit 4 und 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen zurückgerufen. Grund für den Rückruf sind mögliche mikrobielle Verunreinigungen.

„Im Rahmen von routinemäßigen Stabilitätsuntersuchungen“ sei eine mögliche mikrobielle Verunreinigung einiger Chargen mit Burkholderia contaminans festgestellt worden, teilt Grünenthal mit. Der Ursprung der möglichen Verunreinigung sei bisher noch nicht abschließend geklärt. Daher habe man „vorsorglich alle im Markt befindlichen verkehrsfähigen Chargen von Palexia 4 mg/ml und 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen zurückgerufen“ - auch wenn diese nicht unbedingt betroffen sein müssen.

Rückruf vom Medikament Palexia (Tapentadol): Diese Chargen sind betroffen

  • Palexia 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen zu 100 ml (ausgeliefert ab 04.01.2018, einschließlich und ab dem Verfalldatum Februar 2022)
  • Palexia 20 mg/ml Lösung zum Einnehmen zu 200 ml (ausgeliefert ab 08.02.2018, einschließlich und ab dem Verfalldatum Februar 2022)
  • Palexia 4 mg/ml Lösung zum Einnehmen zu 100 ml (Reines Krankenhausprodukt, Charge 00938P mit Verfalldatum April 2024, ausgeliefert ab 16.10.2019)

Mit Tapentadol werden stark akute und chronische Schmerzen behandelt. Patienten dürfen das Arzneimittel nicht weiterverwenden. Denn die eventuell enthaltene Verunreinigung hat laut Grünenthal das Potenzial zur Resistenzentwicklung. Das könne besonders bei Patienten mit Immunschwäche zu schweren Infektionen bis hin zur Sepsis führen. Durch diese schwere Komplikation einer Infektionskrankheit kann ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen.

Video: Das können Kunden bei einem Rückruf tun

Rückruf von Medikament: Grünenthal rät zur Weiterbehandlung mit alternativen Optionen

Da es sich beim Wirkstoff Tapentadol um ein Opiod handelt, wird die Dosis zu Beginn der Behandlung langsam gesteigert. Das Absetzen erfolgt normalerweise durch ein langsames Ausschleichen. Aus diesem Grund warnt der Medikament-Hersteller Grünenthal in Absprache mit der Bezirksregierung Köln vor einem abrupten Absetzen.

Aktuell stehen keine Palexia-Chargen zur Verfügung, die nicht von dem Rückruf betroffen sind. Eine Weiterbehandlung mit dem Tapentadol-Wirkstoff unter dem Namen Palexia ist deshalb nicht möglich. „Wir bitten unbedingt eine Weiterbehandlung mit alternativen Therapieoptionen sicherzustellen“, rät das Unternehmen Grünenthal.

Grünenthal
Gründung 1946
Sitz Aachen
Mitarbeiterzahl4700
BranchePharma-Industrie

Medikament im Rückruf: Patienten sollten sich beim Arzt oder Apotheker informieren

Zu beachten sei: Entzugssymptome können nach einem abrupten Absetzen der Behandlung mit Tapentadol auftreten. Betroffene Patienten sollten sich bei ihrem Arzt oder Apotheker über weitere Möglichkeiten informieren. Auch merkur.de* hat über den Medikament-Rückruf berichtet.

Immer wieder gibt es Rückrufe von Medikamenten. So hatte eine Pharma-Firma im Jahr 2020 gleich vor mehreren ihrer Medikamente gewarnt. Auch das bekannte Schmerzmittel Ibuprofen war betroffen. (Jan Wendt) *hna.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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