1. Startseite
  2. Verbraucher

Schnecken im Garten: So vertreiben Sie die Tiere aus Ihrem Beet

Erstellt:

Von: Tanja Koch

Kommentare

Eine rote Wegschnecke (Arion rufus) im Gras, die nach hinten hin unscharf wird. (Symbolbild)
Schnecken sind im Garten nicht gerne gesehen. (Symbolbild) © Jürgen Kosten/Imago

Sehr wirksame Mittel haben ungewollte Nebenwirkungen und sanfte Methoden zeigen kaum Erfolg. Eine Forscherin untersucht, wie man Schnecken im Garten bekämpft.

London – Gegen Schnecken im Garten wirksam, aber aus triftigen Gründen nicht in allen Ländern erlaubt: Schneckenkorn mit Wirkstoffen wie Methiocarb oder Metaldehyd ist zwar effektiv, kann sich aber negativ auf Umwelt und andere Tiere auswirken. Metaldehyd etwa verhindert die Schleimproduktion in Schnecken, wodurch sie austrocknen und innerhalb weniger Tage sterben. Doch auch für Vögel und Säugetiere ist das Mittel schädlich. 

Der Expertenausschusses für Pestizide (ECP) und die Gesundheits- und Sicherheitsbehörde (HSE) haben aus diesen Gründen nun ein Verbot in Großbritannien ausgesprochen. Weniger giftig, jedoch auch effektiv, ist Schneckenkorn auf Basis von Eisen-Phosphat. Laut ndr.de ist es für Haustiere sowie auch Igel ungefährlich, welche dem Schneckenproblem ebenfalls entgegenwirken können. Eisen-Phosphat ist sogar im Bioanbau zugelassen.

Doch es gibt auch einige natürliche Möglichkeiten, um Schnecken im Garten zu verhindern. Dr. Hayley Jones, Entomologin der Royal Horticultural Society (RHS), erklärt gegenüber sciencefocus.com, wie sich das Problem minimieren lässt. Demnach sollte Schneckenkorn immer die letzte Option sein.

Schnecken im Garten lassen sich auch mit Fadenwürmern bekämpfen

Eine Möglichkeit ist die Bekämpfung mit Fadenwürmern, die auch gegen Schädlinge wie Trauermücken helfen. Das Mittel wird mit Wasser gemischt und auf die Pflanze gesprüht. „Es ist nicht ganz so effektiv gegen Schnecken, da sich Schnecken unter der Erde verstecken“, sagt Jones. „Aber es eignet sich gut für die Behandlung eines Hochbeetes oder ähnlichem.“ Dabei töte nicht der Parasit selbst die Schnecke, sondern die Bakterien, die die Fadenwürmer freisetzen, sobald sie in den Körper der Schnecke gelangt sind.

Doch es gibt auch einige Maßnahmen gegen Schnecken im Garten, für die Hobbygärtner keine Mittel kaufen müssen. „Wenn Sie neue Pflanzen pflanzen, lassen Sie die Setzlinge wachsen, bis sie größer und robuster sind, damit sie nicht gleich sterben, wenn sie angeknabbert werden“, zitiert sciencefocus.com Jones. „Wenn Sie Ihre Pflanzen eingepflanzt haben und sie angeknabbert werden, gehen Sie nachts hinaus, um sie [die Schnecken] auf frischer Tat zu ertappen und sie zu entfernen, umzusiedeln oder zu entsorgen, je nachdem, was Sie für richtig halten.“ 

Hausmittel wie Eierschalen, Salz und Bier aber auch Kupfer hingegen könne sie nicht empfehlen. Die Idee dahinter sei lediglich, dass Schnecken keine unangenehmen Oberflächen mögen, doch besonders effektiv hindert es die Tiere nicht daran, zu Salat und Co zu gelangen. „Bislang gibt es nicht viele wissenschaftliche Beweise für diese Mittel. Für Kupfer gibt es einige Studien, die zeigen, dass es funktioniert, und einige, die zeigen, dass es nicht funktioniert, darunter eine Studie, die ich durchgeführt habe“, erklärt Jones. „Ich habe Kupfer, Rindenmulch, Kies, Eierschalen und Wollpellets an Salat getestet.“ Am Ende der sechswöchigen Wachstumsphase des Salats habe es keinen signifikanten Unterschied zwischen Beeten mit und ohne Barrieren gegeben. 

Schnecken im Garten – Bierfallen verschlimmern das Problem nur

Salz sei darüber hinaus schlecht für den Boden und potenziell auch für die Pflanze. Bier sei zwar theoretisch wirksam, um Schnecken zu fangen, doch auch hier gebe es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Pflanzen durch den Einsatz von Bierfallen weniger geschädigt werden. Bierfallen funktionieren so, dass die Flüssigkeit Schnecken anlockt, die dann darin ertrinken. Jedoch warnt der NDR, dass die Fallen auch massenhaft Schädlinge aus den Nachbargärten anlocken und das Problem somit nur schlimmer wird.

Doch es gibt auch einen Weg, um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, wie der NDR erklärt: Demnach sollten Gärnterinnen und Gärtner bereits im Spätsommer und Herbst den Garten nach Eiern absuchen und diese – pro Schnecke bis zu 400 – entfernen. Die Gelege befinden sich meist unter Regentonnen, in Ritzen und Spalten im Gartenboden. (Tanja Koch)

Auch interessant

Kommentare