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Schnee-Schippen vor der Haustür – Wann Strafen drohen

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Von: Kilian Bäuml

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Schnee und Eis sorgen nicht nur für Winterstimmung, sondern auch für Glätte auf Gehwegen. Doch wer ist für das Schnee schieben überhaupt verantwortlich?

Kassel – So schön die weiße Winterlandschaft für das Auge auch ist; sie birgt auch Tücken. Vor allem auf Straßen und Gehwegen steigt die Rutschgefahr. Doch wer muss in Deutschland eigentlich dafür sorgen, dass der Gehweg frei bleibt? Und was passiert, wenn sich jemand auf dem Gehweg vor dem Haus verletzt? Der Hauseigentümer ist nicht immer verantwortlich. Rechtlich könnte es auch den Mieter treffen – und dann wird es teuer.

Grund dafür ist die Pflicht zum Schneeräumen. Wie der Deutsche Mieterbund informiert, sind prinzipiell die Grundstückseigentümer verpflichtet, potenzielle Gefahren auf ihrem Gelände und dem Weg davor zu beseitigen. Denn: Was für den Romantiker eine Augenweide und für den Meteorologen gefrorener Wasserdampf ist, kann für den Fußgänger schnell zum Verletzungsrisiko werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Eigentümer selbst Hand anlegen muss.

Schnee schieben: Wer die Wege freiräumen muss, steht im Mietvertrag

Wenn die Temperaturen sinken, die Straßen vereisen und Schnee fällt, müssen die Gehwege frei bleiben. Der Vermieter, beziehungsweise der Eigentümer, kann die Aufgabe an seine Mieter weitergeben. In diesem Fall kann vorgegeben werden, wann welcher Mieter für den Weg verantwortlich ist. Der Vermieter hat jedoch die Pflicht zu kontrollieren, ob der Gehweg wirklich frei geschippt wurde, schreibt der Deutsche Mieterbund.

Person macht den Weg zum Haus frei
Auch im Winter müssen die Gehwege frei bleiben. (Symbolbild) © Beata Zawrzel/Imago

Für alle, die es genau nehmen: Nach Vorschrift muss der Gehweg mindestens einen Meter in der Breite geräumt, und somit begehbar sein. Sowohl der Weg zur Tür als auch zu den Mülltonnen müssen frei sein. Unter der Woche muss zwischen 7 Uhr und 20 Uhr der Schnee geräumt sein; am Wochenende muss man erst ab 8 Uhr die Schaufel schwingen. Arbeit oder Krankheit entbindet von den Schneeschieber-Pflichten nicht. Im Zweifel muss sich um Ersatz gekümmert werden. Einzige Ausnahme: Wenn es dauerhaft schneit und sich der Weg deshalb nicht frei halten lässt.

Wer sich ums Schneeschieben drückt, riskiert ein Bußgeld

Ist der Gehweg in der vorgegebenen Zeit nicht frei, droht der verantwortlichen Person je nach Bundesland ein Bußgeld. Wie hoch die Geldstrafe ausfällt, ist unterschiedlich. Verletzt sich eine Person, weil sie auf dem ungeräumten Weg ausrutscht, kommt unter Umständen ein Schmerzensgeld zum Bußgeld obendrauf.

BundeslandBußgeld
Hamburgbis zu 50.000 Euro (höchstes Bußgeld)
Niedersachsenwird nicht grundsätzlich geahndet
HessenGrundsätzlich möglich, die Höhe variiert jedoch
(Quelle: bussgeldkatalog.org)

Nicht nur um den Schnee, sondern auch um Eis muss man sich im Winter kümmern

Nicht nur Schnee kann Gehwege unbegehbar machen – sind die Wege vereist und dadurch rutschig, wird es für Fußgänger gefährlich. Auch darum muss man sich im Winter kümmern. Vereiste Wege lassen sich am besten sichern, indem man sie bestreut. Streusalz sollte dafür aber nicht verwendet, denn das verunreinigt das Grundwasser. Erste Gemeinden haben die Nutzung von Streusalz deshalb bereits unter Strafe gestellt. Eine umweltfreundliche Alternative dazu sind Sand, Splitt und Granulat, empfiehlt die Verbraucherzentrale.

Nicht nur Gehwege, sondern auch Straßen werden bei Schnee und Eis gefährlich. Deshalb sollte man das Auto unbedingt winterfest machen und bei Schnee und Glätte besonders vorsichtig fahren. (kiba)

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