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Nächster deutscher Schuhhändler insolvent – Betrieb der zehn Filialen vorerst „uneingeschränkt fortgeführt“

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Von: Marc Dimitriu

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Symbolbild: Die Schuh-Oase musste Insolvenz anmelden.
Symbolbild: Die Schuh-Oase musste Insolvenz anmelden. © IMAGO/LucaLorenzelli

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und die hohe Inflation: Die vergangenen Jahre waren für viele Unternehmen nicht einfach. Nun musste auch die Schuh-Oase Insolvenz anmelden.

Nassenfels – Immer mehr Unternehmen haben unter der schwierigen wirtschaftlichen Lage, die seit Beginn der Corona-Pandemie herrscht, zu leiden. Besonders die Modebranche scheint es hart getroffen zu haben. Nachdem bereits im Herbst 2022 der Hamburger Schuhhändler Görtz zum Sanierungsfall geworden ist, ist nun auch das Handelsunternehmen Schuh-Oase GmbH & Co. KG, aus dem oberbayerischen Nassenfels insolvent, wie merkur.de berichtet.

Schuh-Oase insolvent: „Nicht mehr in der Lage, die anfallenden Kosten zu begleichen“

Der Schuhhändler musste am 19. Dezember 2022 Insolvenz anmelden, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Matthias Hofmann gegenüber FashionUnited bestätigte. Hofmann, ein auf Sanierungsfälle spezialisierter Rechtsanwalt, erklärte gegenüber dem Mode-Magazin, dass dieser Schritt notwendig geworden war, „nachdem zuletzt absehbar wurde, dass das Unternehmen mittel- und langfristig nicht mehr in der Lage sein wird, die anfallenden Kosten aus den künftigen Einnahmen und aus der bestehenden Finanzierung zu begleichen“.

Vorerst könne der Betrieb der zehn Filialen „uneingeschränkt fortgeführt“ werden. Die etwa 50 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können bis Ende Februar sicher sein ihre Gehälter zubekommen, da diese durch das Insolvenzgeld gesichert seien, so Hofmann. Außerdem bestehe mit „wesentlichen Geschäftspartnern“ bereits „Einvernehmen betreffend die Fortführung in den kommenden Wochen und Monaten.“

Insolvenz der Schuh-Oase: Schuhhändler konnte nur dank staatlicher Hilfen und Vermieter-Zugeständnissen überleben

Die „erheblichen Umsatzrückgänge seit Einsetzen der Corona-Pandemie“ in den vergangenen Jahren, konnte das Unternehmen durch „staatliche Hilfen einerseits und durch Zugeständnisse von Seiten der Vermieter der zehn Filialen“ noch auffangen, so Hofmann gegenüber FashionUnited. „Mit Auslaufen der Vereinbarungen mit den Vermietern zum Jahreswechsel wird das Unternehmen künftig jedoch nicht mehr in der Lage sein, den Finanzbedarf mittelfristig zu sichern.“

Der Insolvenzverwalter erklärte weiter: „Eine langfristige Perspektive für das Unternehmen besteht nach meiner Einschätzung vor allem dann, wenn es gelingt, mit den Vermietern der 10 Filialen neue Konditionen für die Zukunft zu vereinbaren, die auch bei einem im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie geringeren Umsatzniveau noch eine kostendeckende Fortführung ermöglichen.“ Diese Verhandlungen mit den Vermietern stellten laut Hofmann „den Kern der Sanierungsbemühungen“ dar.

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