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Volksbank und Sparkasse mit drastischer Änderung: Millionen Menschen betroffen

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Von: Isabel Wetzel

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Volksbank Logo an einem Gebäude
Die Volksbank in Deutschland ändert in diesem Jahr das Sicherheitsverfahren beim Online-Banking. (Symbolbild) © Marijan Murat / dpa

Mehr als zwei Millionen Kunden der Sparkasse und Volksbank müssen sich bald auf ein neues Bezahlverfahren einstellen: Eine umstrittene Funktion wird gestrichen.

Kassel – Deutschland setzt aufs Online-Banking. Es gibt nur noch wenige Kundinnen und Kunden, die einen Überweisungsträger ausfüllen und auf die Bank bringen. Um die Sicherheit bei Bankgeschäften im Internet zu gewährleisten, setzen die Banken auf unterschiedliche Verfahren, mit denen sich der Kunde authentifizieren kann. Aufgrund einer EU-Vorgabe ist das Online-Banking mit Tan-Listen auf Papier seit 2019 nicht mehr erlaubt. Die Banken nutzen dafür seitdem alternative Verfahren, zum Beispiel eine spezielle Handy-App oder das sogenannte SMS-Tan-Verfahren – die mobile Tan oder mTan.

Sparkassen und Volksbanken wollen das Tan-Verfahren per SMS allerdings noch im Jahr 2022 abschaffen. Das teilten die IT-Dienstleister der Finanzinstitute dem Handelsblatt auf Nachfrage mit. Rund 2,4 Millionen Kunden haben demnach noch etwa sechs Monate Zeit, auf ein anderes Verfahren zu wechseln.

Sparkasse und Volksbank schaffen SMS-Tan ab: Diese Verfahren gibt es

NameKurzbeschreibung
mTAN – SMS aufs HandyFür jede Überweisung landet eine Tan per SMS auf dem Handy.
Push-TAN – Nachricht per Handy-AppDie Tan wird in einer App generiert und als Push-Nachricht gesendet.
App-Tan – Einloggen in die Handy.AppHier kommt die Tan nicht als Push-Nachricht, sondern der Kunde muss sich per Passwort in der App einloggen.
Chip-Tan – Lesegerät für zu HauseEin handlicher Tan-Generator ermittelt mithilfe eines flackernden Feldes auf dem Bildschirm eine Tan.
Photo-Tan – Grafik per AppHier liest das Handy per App eine Grafik aus und ermittelt so eine Tan.
Quelle: Verbraucherzentrale

Sparkasse und Volksbank: SMS-Tan aus Kosten- und Sicherheitsfragen abgeschafft

Als Gründe führen die IT-Spezialisten vor allem hohe Kosten und Sicherheitsbedenken an. Wegen mangelnder Sicherheit steht die SMS-Tan schon länger in der Kritik. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit einiger Zeit vor der Nutzung des Verfahrens. SMS könnten zu leicht abgefangen werden, unter anderem mithilfe duplizierter SIM-Karten, so das BSI. „Zudem besteht bei einem Diebstahl des Handys die Möglichkeit, dass das Tan-Verfahren recht einfach genutzt werden kann“, sagte Volksbanken-Dienstleister Atruvia dem Handelsblatt.

Das Push-Tan-Verfahren ist nach Angaben der IT-Dienstleister von Sparkasse und Volksbank außerdem deutlich kostengünstiger. Die Banken können durch die Umstellung mehrere Millionen Euro pro Jahr sparen, heißt es im Handelsblatt-Bericht. Doch es wird nicht nur gestrichen, die Sparkasse arbeitet im ersten Halbjahr 2022 auch an einem völlig neuen Projekt, das einen Service für Kryptowährungen ermöglichen soll.

SMS-Tan-Verfahren abgeschafft: Banken warnen vor Phishing-Mails

Betroffene Kunden sollten bei Benachrichtigungen von ihrer Bank jetzt allerdings nicht vorschnell handeln. Denn aktuell sind wieder zahlreiche Phishing-Mails im Umlauf, über die Betrüger sensible Daten abgreifen wollen. Im Betreff der Mails heißt es unter anderem „Änderungen an den Richtlinien“. Die Verbraucherzentrale warnt: „Weder die Sparkasse, noch eine andere Bank, wird über einen Link in einer E-Mail sensible Kundendaten abfragen.“

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Kunden der Deutschen Bank und der Commerzbank können das SMS-Tan-Verfahren auch weiterhin nutzen, teilten die Kreditinstitute mit. Neukunden biete man aber bereits modernere Verfahren an, wie das Foto- oder Push-Tan-Verfahren. (iwe)

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