„Schlimmer geht es nicht“

Datenschutz-Fiasko? Dieser Smartphone-Hersteller spioniert angeblich seine Nutzer aus

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Mega-Sicherheitslücke bei chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi.

Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi speichert Daten und Verhalten der Nutzer ohne deren Kenntnis. Das haben IT-Spezialisten herausgefunden.

  • IT-Spezialisten haben schwere Vorwürfe gegen den chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi erhoben. 
  • Das Tech-Unternehmen soll Daten der Benutzer ohne deren Kenntnis sammeln und auf einem eigenen Server speichern.
  • Die gespeicherten Daten können dann eindeutig dem jeweiligen Benutzer zugeordnet werden. 

Peking - Die Geräte des chinesischen Smartphone-Herstellers Xiaomi gelten als günstige Alternative zu den Marktführern Apple und Samsung - und erfreuten sich deshalb auch in Deutschland einiger Beliebtheit. Seit Anfang Mai erheben jedoch US-amerikanische IT-Spezialisten schwerwiegende Vorwürfe gegen das chinesische Unternehmen

Smartphones mit Sicherheitsbedenken: Xiaomi soll Benutzer ausspionieren

Wie das Forbes-Magazin unter Berufung auf den IT-Spezialisten Gabi Cirlig berichtet, werden die Nutzer eines Xiaomi-Smartphones vom Hersteller ausspioniert. So fand Cirlig heraus, dass alle Webseiten, die er über den Browser seines Xiaomi Redmi Note 8 aufgerufen hatte, vom Smartphone-Produzenten registriert und an einen eigens angemieteten Server geschickt wurde.

Darüber hinaus seien auch die Suchbegriffe, die Cirlig bei Google oder alternativen Suchmaschinen wie DuckDuckGo eingegeben hatte, an Xiaomi übermittelt worden. Mit dieser Fülle an Daten werde seine Identität und sein Privatleben von einem Unternehmen aufgedeckt und gespeichert, so der Vorwurf des IT-Spezialisten. 

Schwere Vorwürfe gegen chinesischen Smartphone-Hersteller: Daten werden ohne Kenntnisse der Nutzer gespeichert 

Die Daten würden auch gesammelt, wenn man den Browser im „Inkognito-Modus“ benutze. Ein Modus, der eigentlich für einen besonderen Schutz der Privatsphäre gedacht ist. Weitere Untersuchungen ergaben, dass auch Browser-Apps*, die Xiaomi für Googles Betriebssystem Android entwickelt hatte, auf gleichem Wege Benutzerdaten speichern. Dabei handelt es sich um die Apps „Mi Browser Pro“ und „Mint Browser“, die im Google Play Store - wo auch Apps wie WhatsApp* angeboten werden - bereits über 15 Millionen Mal heruntergeladen wurden. 

Cirlig geht davon aus, dass diese Sicherheitsbedenken auch bei weiteren Xiaomi-Smartphones, wie dem Mi10, dem Redmi K20 und dem Mi MIX 3, gegeben sind. Während das chinesische Unternehmen sich darauf beruft, dass Daten-Übermittlung generell verschlüsselt ablaufe, gelang es Cirlig mit wenig Aufwand die Verschlüsselung zu knacken. Somit wäre es wohl für Xiaomi möglich, die gesammelten Daten einem spezifischen Nutzer zuzuordnen. 

Große Sicherheitslücke bei Xiaomi: Chinesisches Unternehmen weist Vorwürfe zurück 

Der Smartphone-Hersteller wies die Vorwürfe als falsch zurück und betonte, „Privatsphäre und Sicherheit“ zählten zu den wichtigsten Punkten im Unternehmen. Xiaomi halte sich in Sachen Datenschutz an die geltenden Gesetze und Regularien. Darüber hinaus wies man die Anschuldigungen zurück, der Browser sammele und versende auch im „Inkognito-Modus“ Daten. Genau das wurde jedoch von Cirlig und weiterenIT-Experten recht überzeugend aufgezeigt.

Vor allem im Vergleich mit anderen gängigen Browsern wie Chrome oder Safari ste Xiaomis App einen Sonderfall darstellen. „Es ist viel schlimmer als bei Mainstream-Browsern, die ich gesehen habe“, sagt Cirlig. Bei vielen Browsern würden zwar Analyse-Daten gesammelt werden, die beispielsweise bei der Behebung von Fehlern helfen sollen, jedoch bewege sich Xiaomis auf einem anderen Niveau. „Schlimmer geht es nicht“, so das Fazit des IT-Experten. 

Auch während der anhaltenden Corona-Krise gilt besondere Vorsicht bei der Smartphone-Nutzung

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fd

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