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„Unsichtbare“ Solarenergie aus Dachziegeln? Firma aus Italien produziert Kacheln mit Solarzellen

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Von: Helena Gries

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Photovoltaik-Module, die wie echte Terrakotta-Fliesen aussehen, werden von einer Firma in Italien hergestellt.
Photovoltaik-Module, die wie echte Terrakotta-Fliesen aussehen, werden von einer Firma in Italien hergestellt. © dyaqua.it

Um historischen Bauten die Chance auf Strom aus Photovoltaikanlagen zu ermöglichen, stellt eine italienische Firma Terrakotta-Ziegeln mit unsichtbaren Solarzellen her.

Pompeji – Nachhaltige Energien sind das Thema der Zukunft. Doch moderne Sonnenkollektoren oder Photovoltaik-Anlagen passen nicht wirklich in das Bild denkmalgeschützter Häuser oder auf Dächer historischer Bauwerke. In Italien wurde dafür eine Lösung entwickelt. Ein kleines Unternehmen stellt Solarziegel her, die wie Terrakotta-Platten aussehen.

Terrakotta prägt seit Jahrhunderten die Bauweise in den Regionen am Mittelmeer. Schwarze Solarpanels würden die historischen Ansichten der Städte nur verschandeln. Doch die Dächer der Gebäude in Mittelmeerregionen eignen sich besonders gut, um Energie aus Sonnenlicht zu gewinnen, gibt es hier doch weit mehr Sonnenstunden als in nördlichen Ländern.

Solarenergie aus Terrakotta-Ziegeln: Firma in Italien produziert historisch wirkende Solarpanels

In Italien wurde dieses Problem nun behoben. Das Haus der Cecere im historischen Park von Pompeji wird von Solarenergie gespeist. Auf dem Dach finden sich unsichtbare Kollektoren, eingebettet in Terrakotta-Ziegeln. „Sie sehen genauso aus wie die von den Römern verwendeten Terrakottafliesen“, sagte Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Archäologischen Parks von Pompeji, gegenüber den Mitwirkenden des europäischen Projekts „POCITYF“. Im Rahmen dieses Projektes werden innovative Lösungen getestet, die darauf abzielen, Nachhaltigkeit mit der Aufwertung des architektonischen und kulturellen Erbes zu verbinden. Derartige Ziegel seien zukünftig auch an weiteren Gebäuden geplant:

Hergestellt werden die unsichtbaren Solarmodule, die technisch als „traditionelle PV-Kacheln“ bezeichnet werden, in der italienischen Kleinstadt Camisano Vicentino. Sie wurden vom Familienunternehmen Dyaqua entwickelt und patentiert. Die eigentlichen Photovoltaikzellen in den Terrakotta-Ziegeln werden mit einer gefärbten, aber lichtdurchlässigen Polymermasse bedeckt. Somit kann das Aussehen von Stein, Holz, Beton und Ziegeln erzeugt werden.

Eine solche Lösung könne nach Angaben des Unternehmens nicht nur auf Dächern, sondern auch auf Wänden und Böden installiert werden. In ihren Eigenschaften gleichen die Solarziegeln den echten Ziegeln. So könne ganz einfach alt gegen neu ausgetauscht werden. (hg)

Auch Fenster und Displays können mithilfe durchsichtiger Solarzellen das Licht als Energiequelle nutzen. Forschende haben diese Technik effizienter gemacht.

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