Elektronikkonzern

Sony kann viel mehr als nur Playstation

Sony plant offenbar den Einstieg in die Welt der Smartphone-Spiele. Foto: Britta Pedersen
+
Sony ist viel mehr als nur Fernseher, Kameras und Smartphones.

Bei Sony gibt‘s was für die Augen und für die Ohren. Vom Fernseher, über Musik und Film, über Kameras und Handys bis hin zur sehr beliebten Playstation.

Tokio - Beim großen Elektronikkonzern Sony ist wirklich alles dabei. Den meisten Anhängern ist Sony durch die Spielkonsole Playstation bekannt. Andere hingegen sind große Fans von professionellen Kameras. Unter diesen Geräten gehört Sony auch zum Marktführer.

Sony und seine Produkte

  • Playstation: Wer kennt sie nicht? Eines der erfolgreichsten Produkte von Sony ist die Spielkonsole. Die Produktion läuft über eine Tochtergesellschaft: Sony Interactive Entertainment. Die erste Playstation kam 1994 in Japan auf den Markt. Die Playstations haben von Beginn an eine Zahl als Zuordnung bekommen. Die erste Playstation 1994 war demzufolge die Playstation 1, es folgten 2, 3 - und so weiter. Sehr erfolgreich war der Verkauf der im November 2013 erschienenen Playstation 4. Mit der Playstation 5, die im November 2020 in Europa auf den Markt kam, gelang Sony ein Coup. Die Spielkonsole ist bei Gamern so beliebt, dass sie schwer zu bekommen ist.
  • Fernseher: Hier wird es jetzt ein wenig komplizierter. Fernseher von Sony waren nämlich zunächst unter dem Namen „Wega“ erhältlich. Ab 1997 gab es in Deutschland Fernseher unter dem Markennamen Wega. Seit 2005 haben Fernseher von der Firma Sony einen anderen Namen. Flachbildfernseher sind vorrangig unter Bravia zu kaufen. Seit 2017 verkauft Sony OLED-Fernseher. OLED ist eine Abkürzung für „organic light emitting diode“, was auf Deutsch übersetzt „organische Leuchtdiode“ heißt. Vorteile bei solchen Geräten sind zum einen ein geringerer Energiebedarf und zum anderen ein deutlich höherer Kontrast im Bild selbst. Außerdem hat sich Sony bereits in die 8K-Welt eingereiht: Auf der Fachmesse CES 2019 stellte Sony erstmals einen 8K-Fernseher vor - einen TV mit extrem hoher Auflösung.
  • Handys: Sony Xperia ist hier bestimmt jedem ein Begriff. Zu Beginn der Entwicklung von Handys hat Sony mit Siemens zusammengearbeitet. Am Anfang lieferte Sony lediglich die Akkus, Siemens produzierte dann die Handys. Im Jahr 1998 beendete Sony die Zusammenarbeit mit Siemens. Drei Jahre später schloss sich Sony mit dem schwedischen Telekommunikationskonzern Ericsson zusammen. Es entstand die Marke Sony Ericsson. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde die Entwicklung der Handys Ende 2003 wieder aufgegeben. Februar 2012 wurde der Name des Tochterunternehmens von „Sony Ericsson Mobile Communications AB“ in „Sony Mobile Communications AB“ geändert. Seither werden alle Smartphones unter dem Sony-Logo verkauft.
  • Kameras: In diesem Bereich ist Sony sehr erfolgreich - vor allem in den vergangenen Jahren. 2019 hatte Sony einen weltweiten Marktanteil von 20,2 Prozent, lag damit vor Konkurrent Nikon. In Japan war Sony Ende 2019 nach Zuwächsen in allen Kamerabereichen sogar Marktführer. Seit den 1990er Jahren stellt Sony Digitalkameras her. 2005 entwickelte Sony eine digitale Bridgekamera mit 10,2-Megapixelsensor, die als Alternative zu einer Spiegelreflex-Kamera betrachtet werden kann. Neben der Herstellung eigener Kameras ist Sony auch Zulieferer für viele weitere Unternehmen. Im Juni 2006 erschien die erste Sony-Spiegelreflex-Kamera Sony Alpha A100. 2013 brachte Sony als erster Anbieter die spiegellose Kamera A7 mit Sensor im Kleinbildformat auf den Markt.

Sony: Gründung, Sitz und wichtigste Daten

Anbei finden Sie eine Tabelle mit den wichtigsten Daten zu Sony. Wann wurde der Konzern gegründet, wo befindet sich der Hauptsitz, welchen Umsatz macht Sony und wer ist der Chef:

Gründung von Sony 7. Mai 1946
Sitz von Sony Minato (Tokio), Japan
Präsident von Sony Kenichiro Yoshida
Mitarbeiterzahl von Sony 111 700
Umsatz von Sony etwa 68 Milliarden Euro
Website von Sony www.sony.net

Wissenswertes über Sony

Sony weltweit: In Deutschland hat Sony ein Forschungszentrum in Stuttgart-Wangen angesiedelt. Außerdem ist Sony in Deutschland mit einer Vertriebs- und Marketingzentrale vertreten, die ihren Sitz in Berlin hat.

Sony hautnah: In den Ausstellungsräumen im Tokioter Sony Building in der Nähe von Ginza können Besucher die Produkte von Sony anschauen und teilweise auch ausprobieren.

Sony und Hacker: 2011 gab es einige Hacker-Angriffe auf das Unternehmen und seine Tochterfirmen. Die Hacker kopierten und veröffentlichten von den Servern geheime Kundendaten von Millionen Menschen. Sony musste sogar vorübergehend einige Angebote ganz abschalten. Das sorgte vor allem bei Playstation-Kunden für große Aufregung.

Sony steigt aus: Spiegelreflexkameras werden nicht mehr produziert

Eigentlich war Sony in der Herstellung von Kameras immer sehr erfolgreich. Mit den zwei Konkurrenten Canon und Nikon hat sich Sony stets einen direkten Konkurrenzkampf geboten. Doch in einer Sparte ist Schluss: Sony hat den Verkauf von Spiegelreflexkameras eingestellt und nahm die Modelle A99ii, A77ii und A68 vom Markt.

Für anspruchsvolle Fotografen bietet sich eine Systemkamera an. Sony hat sich daher entschieden, bald keine Spiegelreflexkameras mehr zu entwickeln.

Sony entwickelt spiegellose Systemkameras weiter

Der Trend geht schon seit längerer Zeit in Richtung Systemkameras. Längst haben diese Modelle die herkömmlichen Spiegelreflexkameras überholt. Die Vorteile einer Systemkamera überwiegen. Der Autofokus kann bei den Systemkameras noch weiter verbessert werden. Zudem lösen solche Kameras lautlos aus und benötigen auch keine mechanischen Teile mehr, die anfälliger für Defekte und Verschleiß sind.

Zusätzlich sind die Modelle kompakter und leichter. Das gilt auch für die Objektive. Systemkameras können außerdem mehr Bilder pro Sekunde schießen. Sonst sind die Handys natürlich auch eine Konkurrenz - für alle Kameras. Handys sind mittlerweile mit so guten Funktionen ausgestattet, dass einige nur noch damit Fotos schießen.

Sony Center in Berlin

Mitten in Berlin ragt das Sony Center hervor. Bei einem Besuch am Potsdamer Platz im Berliner Ortsteil Tiergarten steht das Sony Center. Ursprünglich war die Europazentrale von Sony im Bezirk Mitte zuhause. Jetzt hat die deutsche Zweigniederlassung dort ihren Sitz.

Größe: Insgesamt hat das Sony Center eine Fläche von etwa 132.500 Quadratmetern. Auf dieser Fläche befinden sich verschiedene Büroflächen von insgesamt rund 68.000 Quadratmetern. Dazu bietet das Sony Center Wohnflächen von insgesamt etwa 26.500 Quadratmetern, ein Filmhaus mit rund 17.500 Quadratmetern, ein Unterhaltungszentrum mit rund 17.000 Quadratmetern sowie Flächen für den Einzelhandel und die Gastronomie von etwa nochmal 8.100 Quadratmetern.

Geschichte: Der kürzlich gestorbene Architekt Helmut Jahn hat für den Bau des Sony Centers drei Jahre gebraucht. Die Gesamtkosten betrugen etwa 750 Millionen Euro. Der Komplex verfügt über sieben Gebäude - auf einem etwa 26.000 Quadratmeter großen Grundstück im Berliner Bezirk Mitte. Das Sony Center wurde am 14. Juni 2000 eröffnet. Es bietet Platz für eine Kombination aus Arbeiten, Wohnen und Unterhaltung.

Architektur: Das Sony Center passt sich in ein ovales Forum ein. Das heißt, dass sich das stahl- und glasdominierte Gebäude als Teil des öffentlichen Stadtraumes in Berlin versteht und daher nicht von den umliegenden Straßen getrennt ist. Bevor das Sony Center erbaut wurde, stand das Hotel Esplanade dort. Den Kern des Sony Centers bilden die erhaltenen Teile des historischen Hotels. Das Sony Center beziehungsweise das Hotel Esplanade davor sind denkmalgeschützt. Somit muss alles erhalten bleiben und das hat höhere Kosten verursacht. So musste für die 20 Meter hohe Glasfassade eine Seilnetz-Konstruktion entwickelt werden, die den Denkmalschutzbereich überdeckt.

Das Dach des Sony Centers in Berlin ist an ein Wahrzeichen Japans angelehnt. Es ist ein aufgefächertes Zeltdach aus Stoffbahnen.

Dach: Das Dach besteht aus 105 Tonnen Sicherheitsglas mit einer Gesamtfläche von 3.500 Quadratmetern. Es erreicht eine Höhe von bis zu 67 und eine Länge von bis zu 102 Metern. Die Dachkonstruktion ist eine spektakuläre Ingenieurleistung. Sie ist an ein Wahrzeichen Japans angelehnt - den heiligen Berg Fujisan. Nach japanischem Glauben wohnen die Kami in den Bergen, da Berlin aber zentral in Mitte keinen Berg hat, wurde das Sony Center gebaut. Es ist ein aufgefächertes Zeltdach aus Stoffbahnen mit Zugankern an einem Stahlring befestigt, der wiederum auf den umliegenden Gebäuden aufliegt. (Cora Zinn)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.