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Bargeld nur noch tagsüber: Das ändert sich bei Sparkasse und Co.

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Von: Kilian Bäuml, Sophia Lother

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Mehrere Banken möchten Bargeld nicht mehr rund um die Uhr ausgeben. Damit möchten sie sich vor Angriffen schützen, vor allem vor Sprengungen der Automaten.

Kassel – Wer in Deutschland Bargeld braucht, geht auf die Bank und hebt es ab. So war es bisher. Doch das ist in vielen Filialen von Sparkasse, Commerzbank, Targobank und Co. nicht mehr der Fall. Das ist nicht die erste Änderung für Bankkunden. Bereits zuvor wurde bekannt, dass bei einigen Banken für die Besitzer einer Girocard einiges anders werden wird. Außerdem wurden bei einigen Banken die Kontoführungsgebühren erhöht. Jetzt haben gleich mehrere Institute angekündigt, Bargeld nicht mehr rund um die Uhr auszugeben.

Einige planen es, andere haben es bereits umgesetzt. Bargeld können Bank-Kunden nur noch zu bestimmten Zeiten abheben. In vielen Filialen ist das zwischen 23 Uhr und 6 Uhr nicht mehr möglich und auch der Zugang zu den Vorräumen und den Geldautomaten ist beschränkt. Doch warum? „Um die Sicherheit der Bargeldversorgung zu gewährleisten, ist die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit zum Schutz vor Geldautomatensprengungen der richtige Weg“, sagt Henriette Peucker vom Bundesverband deutscher Banken für die Deutsche Kreditwirtschaft dazu in einer Pressemitteilung. Die Deutsche Kreditwirtschaft wolle sich nun auf die Umsetzung von Maßnahmen konzentrieren. Priorität habe unter anderem der „Nachtverschluss von Selbstbedienungs-Foyers zwischen 23 und 6 Uhr“.

Hand gibt Geheimzahl ein
In Zukunft kann nachts vielerorts kein Geld mehr abgehoben werden. (Symbolbild) © Michael Weber/Imago

Bargeld nur noch tagsüber in vielen Filialen von Sparkasse, Commerzbank und Co.

In den vergangenen Jahren ist es demnach vermehrt zu Sprengungen von Bankautomaten gekommen. Im Jahr 2021 gab fast 400 Fälle, umgerechnet mehr als eine Sprengung am Tag in Deutschland.

Bargeld abheben wird eingeschränkt: Diese Banken schließen nachts ihre Automaten

In Zukunft werden zahlreiche Banken nachts ihre Automaten schließen. Die Commerzbank beispielsweise schließt viele SB-Zonen in der Nacht, wie der Hessische Rundfunk (hr) berichtet. Und auch Sparkassen-Kunden stehen nachts oftmals vor geschlossener Tür. Beispielsweise bei der Sparkasse Fulda und der Sparkasse Oberhessen können Kunden nicht mehr rund um die Uhr Bargeld abheben. Ebenso ergeht es Kunden bei der Frankfurter Sparkasse. Sie hat ihre Foyers bei 49 Filialen in der Zeit von 0 bis 5 Uhr geschlossen, wie ein Sprecher gegenüber dem hr erklärte. Ebenfalls gegenüber dem hr betonte auch die Deutsche Bank, dass mögliche Schließungen von Filiale zu Filiale entschieden werden.

Neben Sparkasse und Commerzbank ist auch die Targobank betroffen. „Zum Schutz aller Menschen schränken wir den Zugang in der Nacht zu unseren Selbstbedienungsgeräten ab sofort komplett ein: In der Zeit von 23 bis 6 Uhr bleiben die Selbstbedienungsbereiche an allen Standorten geschlossen“, erklärte die Bank gegenüber dem Portal der Westen. Teilweise bereits seit längerem verfahren auch viele Volksbanken nach diesem Konzept und schließen ihre SB-Foyers in der Nacht. Für Kunden gibts auch bei dieser Bank dann kein Bargeld.

Auch von diesen Banken werden in Zukunft Filialen nachts kein Bargeld mehr ausgeben:

Bisher sind jedoch meist nicht alle Filialen betroffen. Oft bleiben solche, die an stark frequentierten Orten stehen, noch geöffnet. Sicher können sich Kunden jedoch nicht sein, im Zweifel sollten die Öffnungszeiten vor dem Weg zur jeweiligen Filiale nochmals überprüft werden.

Kein Bargeld nach 23 Uhr: Weitere Maßnahmen könnten folgen

Um den Tätern das Sprengen von Bankautomaten zu erschweren, wird vor allem auf Präventivmaßnahmen gesetzt. Der Nachtverschluss des Selbstbedienungs-Foyers ist die erste Maßnahme. Man setze jedoch auch auf stärkere Videoüberwachung der Filialen. Zum Einsatz kommen auch Einbruchsmeldetechniken und Nebelsysteme, sowie Einfärbe und Klebesysteme an Banknoten, heißt es in der Pressemitteilung. Zusätzlich möchte man den Höchstbestand von Bargeld heruntersetzen. (kiba/slo)

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