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Stammzellenfleisch aus Singapur: Ein Milliardengeschäft mit Zellen aus dem Labor

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Hähnchenfleisch aus dem Labor: Das kleine Singapur ist das erste Land weltweit, in dem Fleisch aus Stammzellen vermarktet werden darf.

Kassel – Der Insel- und Stadtstaat Singapur ist das erste und bisher auch einzige Land der Welt, in dem im Labor gezüchtetes Fleisch vermarktet und von Verbrauchern konsumiert werden darf, berichtet Der Spiegel. Die Regierung der südostasiatischen Republik habe dem Nachrichtenmagazin zufolge ein Interesse daran, dass die Technologien für die Lebensmittel der Zukunft im eigenen Land erfunden würden.

Denn Singapur sei abhängig von Lebensmittelimporten: 90 Prozent kämen aus dem Ausland, eigene landwirtschaftliche Flächen gebe es kaum. Bis 2030 wolle die Regierung das ändern. Sie fördere deshalb beispielsweise Start-ups, die an Rezepturen für Eier ohne Ei forschen sowie an der Stammzellen-Technologie.

Künstliches Fleisch aus dem Labor: In Singapur ist das Laborfleisch auf dem Markt.
Künstliches Fleisch aus dem Labor: In Singapur ist das Laborfleisch auf dem Markt. © David Parry/Pa Wire Handout

Stammzellenfleisch aus Singapur: Zellen in einem Bioreaktor vermehren

Das amerikanische Silicon-Valley-Start-up Eat Just sei inzwischen mit einem Labor nach Singapur umgezogen. Es arbeite an Hähnchenfleisch aus dem Labor – wolle es in den nächsten Jahren in den Handel bringen.

Bei der Stammzellen-Technologie würden dem Spiegel zufolge Tieren zuerst per Biopsie Stammzellen entnommen, die dann in flüssigem Stickstoff gefroren und so mehrere Jahre haltbar gemacht würden. Um Fleisch zu produzieren, würden danach diese Zellen in einem Bioreaktor vermehrt. Die Technologie sei zwar noch nicht massentauglich, aber zumindest theoretisch könne man aus einer einzigen Entnahme von Zellen Hunderte Tonnen Fleisch produzieren.

Fleisch aus dem Labor, statt aus dem Stall: Forschende arbeiten an künstlichem Fleisch aus der Petrischale. Ist es schon bald im Supermarkt erhältlich?

Fleisch aus dem Labor: Start-ups forschen an Stammzellen-Technologie

Die Kritik daran sei jedoch groß. Dabei gehe es zum einen um die Produktionsbedingungen: Laborfleisch herzustellen sei energieaufwendig, sobald davon große Mengen produziert würden. Und zum anderen gebe es wenige zuverlässige Untersuchungen, was die gesundheitlichen Risiken von Fleisch aus dem Labor angehe. Denn Laborfleisch würde bisher weltweit kaum verzehrt.

Investoren weltweit setzten unterdessen auf die neuen Lebensmittel-Sparte Milliarden US-Dollar. Alternative Proteine, einschließlich im Labor gezüchteten Fleisches, machten heute bereits zwei Prozent des weltweiten Fleischmarkts aus. Bis 2035 könne sich ihr Anteil verfünffachen. (cas)

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