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Strom- und Gaspreise steigen rasant: Verbraucher können Zahlung verweigern

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Von: Kilian Bäuml

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Die Preise für Gas und Strom steigen seit Monaten. Viele Bürger befürchten hohe Kosten im Winter. Was Verbraucher jetzt wissen müssen im Überblick.

Kassel – Die Preise für Strom und Gas sind so hoch wie noch nie – und steigen immer weiter. „Die Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel fallen teils drastisch aus“, sagt Energieexperte Udo Sieverding der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Auf viele Bürgerinnen und Bürger kommt eine deutlich höhere Rechnung zu als in den vergangenen Jahren. Manche machen sogar Notfallpläne für den Fall eines Blackouts. Für Verbraucher ist es deshalb wichtig zu wissen, was sie im Fall einer Preiserhöhung machen können.

Hande an Heizung
Viele Bürger möchten weniger Heizen. (Symbolbild) © Maria Diachenko/Imago

Steigende Strom- und Gaspreise: Wenn der Anbieter die Preise erhöht

Im Falle einer angekündigten Preiserhöhung können Verbraucher eine Begründung des Anbieters verlangen. Kommt der Versorger dem nicht nach oder verwendet eine nicht nachvollziehbare Begründung, kann eine höhere Zahlung verweigert werden, sagt Aribert Peters, Vorstand des Bundes für Energieverbraucher, gegenüber der Bild. Er empfiehlt, den Anbieter nicht leichtfertig zu wechseln. Auch als Kunde sind Fristen einzuhalten, deshalb sollte man sich erst um einen neuen Anbieter kümmern, bevor man den alten kündigt.

Durchschnittlicher Strompreis33,50 ct/kWh
Steigerung im ersten Halbjahr 20221,9 Prozent
Durchschnittlicher Gaspreis08,04 ct/kWh
Steigerung im ersten Halbjahr 202217,7 Prozent
(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Einen Wechsel zu prüfen, kann sich jedoch lohnen. Der Grundversorgungstarif galt früher als eher teurer Tarif. Mancherorts liegt er jedoch schon jetzt unterhalb von Sondertarifen anderer Anbieter. Bei Neukundentarifen sieht das anders aus. „Leider sind die Neukundentarife über die Vermittlungsportale noch höher, so dass ein Anbieterwechsel in den meisten Tarifgebieten keine Ersparnis bringt“, sagt Energieexperte Udo Sieverding der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das könne sich jedoch im Laufe der nächsten Monate ändern.

Strom- und Gaspreise steigen: Darf der Anbieter einfach Preise erhöhen?

Eine Entlastung angesichts der steigenden Preise, soll die beschlossene Strom- und Gaspreisbremse, die zum März eingeführt wird, bringen. Diese soll rückwirkend bereits ab Januar gelten. Zukünftig soll für 80 Prozent des Gasverbrauches ein Brutto-Preis von zwölf Cent gelten, berichtet die Bundesregierung auf ihrer Webseite. Für die übrigen 20 Prozent soll der Vertragspreis gelten. Bei der Strompreisbremse gilt das gleiche Prinzip – 80 Prozent des Stromverbrauches sollen auf 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden.

Einige Anbieter planen jetzt ihre Preise zu erhöhen – so verdienen sie bis zur Strom- und Gaspreisbremse das meiste Geld. Aber nicht jeder Anbieter darf einfach die Kosten erhöhen. Man unterscheidet zwischen zwei Vertragsarten, je nach Vertrag dürfen die Preise in unterschiedlichen Fällen erhöht werden, berichtet die Verbraucherzentrale:

  1. Der Grundversorger beliefert den Großteil des Netzgebietes der Umgebung. Die Preiserhöhung wird öffentlich bekanntgegeben. Außerdem darf der Versorger die Preise nicht erhöhen, außer er kann nachweisen, dass höhere Einkaufspreise dafür verantwortlich sind.
  2. Bei einem Sondervertrag darf der Anbieter die Preise in der Regel erhöhen ohne es öffentlich bekannt zugeben. Er muss dem Verbraucher allerdings die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung einräumen.

Strom- und Gaspreise steigen: Darf der Anbieter einfach Preise erhöhen?

Wer vertraglich Laufzeit und Preis vereinbart hat, muss keine plötzlich steigenden Kosten befürchten, berichtet die Verbraucherzentrale. Die Versorger sind auch in der Krise verpflichtet, getroffene Vereinbarungen einzuhalten. Sollte der Anbieter trotzdem Preiserhöhungen ankündigen, können Sie Widerspruch einlegen. Erhöhungen müssen außerdem frühzeitig und verständlich angekündigt werden.

Um generell zu sparen wird Verbrauchern empfohlen, sich einen Überblick verschaffen, wie viel Strom verbraucht wird. Im besten Fall kann damit der ein oder andere Stromfresser im Haushalt gefunden und der Stromverbrauch damit minimiert werden. (kiba/dpa)

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