Das sind die Testsieger

Stiftung Warentest: Balsamico-Essig im Test - Bio-Marke schlechter als Essig vom Discounter

Stiftung Warentest hat Balsamico-Essig geprüft. Im Test überraschen sowohl die Bio-Marken als auch der Essig vom Discounter. 

  • Stiftung Warentest hat 19 dunkle und 8 helle Balsamico auf ihre Qualität überprüft.
  • Im Fokus des Tests standen auch der Geschmack des Aceto Balsamico di Modena.
  • Das Ergebnis: Kein Essig ist "sehr gut", aber es gibt Hoffnung.

Berlin - Balsamico-Essig ist nicht länger nur in der italienischen Küche beliebt. Er passt ins Salatdressing, in Suppen, Eintöpfe aber auch zu Eis. Schon ein paar Tropfen des süß-säuerlichen Essigs können Gerichte verfeinern. Wenn der dunkle Essig denn schmeckt. Denn das ist nicht immer der Fall, wie eine Untersuchung von Stiftung Warentest herausfand.

Stiftung Warentest nimmt Balsamico-Essig unter die Lupe

Bereits 2011 hatte das Verbrauchermagazin Stiftung Warentest Balsamico-Essig untersucht, wie RUHR24.de* berichtet. Im Fokus stand damals wie heute der sogenannte Aceto Balsamico di Modena. Bei der Bezeichnung handelt es sich um eine geschützte Spezialität, die besagt, dass der Essig in der Region der Emilia Romagna rund um das Städtchen Modena im Norden von Italien hergestellt wird. Auch geschmacklich sowie in der Zusammensetzung muss das Original gewisse Bestimmungen erfüllen.

2011 sah es damit im Test düster aus. Stiftung Warentest, das auch Eiweißpulver unter die Lupe genommen hat, fand viele Fälschungen unter den untersuchten Produkten. Die Tester wollten nun wissen, ob sich daran was geändert hat. Sie prüften für die März-Ausgabe 19 dunkle „Aceto Balsamico di Modena“ und acht helle Balsamessige. Im Vordergrund stand die Qualität des Balsamico-Essigs und der Geschmack. 

Balsamico-Essig von Lidl, Edeka und dm im Test von Stiftung Warentest

Anders als die meisten Essige wird Balsamico nicht aus Wein vergoren, sondern besteht traditionell aus Traubenmost. Oftmals wird er aber mit Zusatzstoffen gestreckt. Die Tester wollten deshalb wissen, ob das auch bei dem Balsamico von Aldi Nord, Edeka, Hengstenberg, Lidl oder Mazzetti der Fall ist. Außerdem untersuchten sie vier Bio-Produkte von d m, Alnatura, Rapunzel und Campo Verde.

Der Preis der einzelnen Balsamico-Essige unterschied sich um das 60-Fache. So liegen der Essig von Cremonini Silver mit 52 Euro und Giuseppe Giusti mit 120 Euro pro Liter ganz oben in der Preisliste. Stiftung Warentest bewertete sie allerdings auch nur mit "gut". Das gleiche Urteil erhielt der Balsamico von Kaufland. Der kostet jedoch nur 1.98 Euro pro Liter. 

Stiftung Warentest: Tester kritisieren schlechten Geschmack bei Balsamico-Essig

Und nicht nur preislich liegen Welten zwischen den einzelnen Produkten, sondern laut Stiftung Warentest auch im Geschmack. Hier waren der dunkle Balsamico-Essig von Rapunzel und Alnatura die absoluten Spitzenreiter. Dennoch erhielt der Bio-Essig von Rapunzel nur "befriedigend". Das Bio nicht immer gut sein muss, zeigte auch die Untersuchung von Chips. Die Ergebnisse eines Tests zeigten: Gemüsechips in Bio-Qualität sind nicht gerade die besten.

Andere schnitten hingegen auch nicht besser, teilweise sogar noch schlechter ab. So bewertete Stiftung Warentest, das kürzlich erst 36 Sorten Honig einem Test unterzogen hatte, insgesamt elf Balsamicos mit "gut", darunter Produkte von Bertolli, Rewe und Lidl. 13  mit "befriedigend" und drei sogar nur mit "ausreichend". Darunter fielen unter anderem der "Gut & Günstig Condimento Bianco" von Edeka, der Acentino Condimento Bianco" von Lidl und "Condimento Italiano Bianco" von Penny. Bei allen dreien handelt es sich um hellen Balsamico-Essig. 

Balsamico-Essig im Test: Ergebnisse sind erschreckend

Die Tester bemängelten einen einseitigen sauren Geschmack und dass der Essig auffällig wenig Weinsäure, also wenig Traubenmost enthalte. Außerdem wurde der starke Essig-Geruch, der normalerweise beim Balsamico nicht auftreten sollte, kritisiert. Neun dunkle Aceto Balsamico di Modena fielen mit der Note "mangelhaft" komplett durch. Na dann guten Appetit. 

Kein Balsamico-Essig erhält die Note "sehr gut" von Stiftung Warentest

Wer nun genau hinschaut, wird feststellen: Kein Balsamico-Essig bekommt die Note "sehr gut". Was aber kritisierten die Tester von Stiftung Warentest? 

  • Bei sechs Produkten konnte Zuckerrübe, Mais oder Zuckerrohr nachgewiesen werden. Das hat laut Stiftung Warentest nichts in dem Essig verloren, denn der darf nur aus Trauben bestehen.
  • Viele der Balsamicos enthielten Zusatzstoffe wie Zuckerkulör zum Färben. Die Substanz begünstigt die dunkle Farbe.
  • Außerdem fanden die Tester Rückstände wie Eisen, Zink und Blei.
  • Im Balsamico-Essig in Bio-Qualität konnte außerdem Kupfer nachgewiesen werden, jedoch in einem solche geringen Maß, dass die Tester nicht von gesundheitsgefährdenden Folgen ausgehen. 
  • Der Geschmack der Essige lies zu wünschen übrig: Viele schmeckten "unsauber", "muffig", hatten kaum Aroma oder rochen nach Kleber wie zum Beispiel der Balsamico-Essig "Mondo Italiano" von Netto für 1.98 Euro.

Stiftung Warentest verzeichnet Qualitätsverbesserung bei Balsamico-Essig

Erfreut zeigen sich die Tester dagegen über die Qualitätsverbesserung im Vergleich zu dem Test im Jahr 2011. Damals stammte der Essig nicht immer aus Weinessig und Trauben - dafür gab es im aktuellen Test keine Hinweise mehr. 

Auch schmückte sich diesmal keiner zu Unrecht mit der geschützten geografischen Herkunftsangabe Aceto Balsamico di Modena. Alle von Stiftung Warentest, die erst kürzlich Kupferspiralen und Verhütungsringe mit erschreckenden Ergebnis überprüften,untersuchten Produkte erfüllten die erforderlichen Bedingungen. 

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Rubriklistenbild: © Harry Axalant / Pixabay, Collage: RUHR24

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