Stiftung Warentest

Smarte Türschlösser: Nicht alle überzeugen im Test - Hacker können Schwachstellen ausnutzen

Eine Tür mit einem großen Schlüsselbund im Schloss, daneben eingefügt ein kleines Bild, auf dem eine Hand ein Smartphone hält.
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Ein großer Schlüsselbund ist mit einem smarten Türschloss Geschichte: Diese lassen sich bequem per Smartphone öffnen. Stiftung Warentest hat einige der smarten Türschlösser untersucht.

Haus- oder Wohnungstür lassen sich mittlerweile auch per App, Smartphone, Fingerabdruck oder Sprachassistent öffnen. Solche smarten Tütschlösser wurden jetzt von Stiftung Warentest untersucht.

  • Stiftung Warentest hat smarte Türschlösser untersucht.
  • Das günstigste Schloss hat im Test am besten abgeschnitten.
  • Zwei von sieben smarten Türschlössern haben Schwächen, die Hacker und Einbrecher ausnutzen könnten.

Kassel - Komfortabel und modern: Die Haus- oder Wohnungstür bequem per App, Smartphone, Fingerabdruck oder Sprachassistent öffnen. Aber wie gut funktioniert das System und wie sicher ist es? Stiftung Warentest hat jetzt einige der sogenannten smarten Türschlösser unter die Lupe genommen.

UnternehmenStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964
CEOHubertus Primus (seit 2012)
Mitarbeiterzahl362 (2019)

Smarte Türschlossen: So hat Stiftung Warentest getestet

Das Verbrauchermagazin Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test sieben smarte Türschlösser für Wohnungs- und Haustüren untersucht – zwei mit und fünf ohne integrierten Schließzylinder. Drei der sieben Geräte lassen sich mit und ohne Internet­zugang nutzen.

In einem Hacking-Check untersuchten die Experten der Stiftung Warentest außerdem, ob die smarten Türschlösser typischen Hackerangriffen standhalten. Die Modelle mit eigenem Schließzylinder versuchten die Tester außerdem auf herkömmlichem Weg zu knacken. Außerdem wurden folgende Aspekte im Test untersucht und wie folgt gewichtet:

  • Montage und Inbetrieb­nahme: 20 Prozent
  • Ver- und Entriegeln: 30 Prozent
  • Hand­habung: 40 Prozent
  • Sicherheit und Daten­schutz: 10 Prozent

Stiftung Warentest: So funktionieren die smarten Türschlösser

Ein klassisches Türschloss lässt sich mit wenigen Handgriffen in ein smartes Schloss umbauen: Dafür wird - meist wird an der Türinnenseite - ein Türschlossantrieb auf das bestehende Schloss montiert. Dabei steckt der Schlüssel dauerhaft im Schloss und wird vom Motor des Türschlossantriebs gedreht. Gesteuert wird das Schloss kabellos über Funk - etwa mit dem Handy per Bluetooth oder per Sprachregelung. Auch Schlösser mit Fingerabdruck-Sensor sind erhältlich.

Es gibt allerdings auch Einschränkungen für smarte Türschlösser. Verbraucher sollten laut Stiftung Warentest darauf achten, dass das Türschloss einen Profilzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion enthält, damit sich die Tür im Notfall auch von außen aufschließen lässt, wenn ein Schlüssel von innen steckt. Türschlösser mit Querriegel oder Stangenschlösser kann das smarte Türschloss nicht bedienen. Des Weiteren raten Anbieter smarter Türschlosser bei Brandschutz- und Fluchttüren vom Einbau ab.

Mieter können auch ohne Erlaubnis ein smartes Türschloss an der Wohnungstür anbringen. Beim Auszug muss jedoch das alte Schloss wieder montiert werden. Der Test von Stiftung Warentest zeigt außerdem: Die Montage ist über­wiegend unkompliziert, ein Fachmann muss dafür nicht ran.

Smarte Türschlösser im Test: Das sind die Ergebnisse der Stiftung Warentest

Die meisten smarten Schlösser schneiden im Test gut ab. Sie machen das Leben laut Experten leichter: „Kein lästiges Schlüssel­kramen mehr, einige Schlösser öffnen sogar von selbst, wenn sich Besitzer mit ihrem Smartphone nähern. Das Kind schließt per Finger­abdruck auf und kann den Schlüssel nicht verlieren. Zum Joggen kommt nur die Smartwatch mit, der Läufer öffnet die Tür später über die App des Schlossanbieters auf der Uhr“ heißt es im aktuellen Artikel in der Oktoberausgabe des Verbrauchermagazins der Stiftung Warentest.

Smarte Türschlösser: Vor- und Nachteile der Internetfunktion

Als praktisch wertet die Stiftung Warentest die Schlösser von Danalock, Hörmann und Nuki. Diese lassen sich über das Internet steuern. Allerdings stellt das Internet auch eine Schwachstelle dar: Die smarten Türschlösser von Danalock und Nuki akzeptieren für die Bedienung über das Internet Pass­wörter mit wenigen Zeichen. Das Bundes­amt für Sicherheit in der Informations­technik empfiehlt jedoch mindestens acht Zeichen für ein sicheres Passwort.

Hacker könnten diese Schwäche laut Experten der Stiftung Warentest nutzen und unter Umständen das Türschloss kontrollieren. Verbraucher können allerdings auch ganz auf den Fern­zugriff übers Internet verzichten und die Tür etwa via Handy und Bluetooth öffnen.

Stiftung Warentest: Das ist der Testsieger

Laut Untersuchungen der Stiftung Warentest ist das beste smarte Türschloss auch das güns­tigste: „eQ-3 Eqiva“ für 78 Euro lässt sich per App bedienen oder mit dem Finger­abdruck­sensor „Ekey Uno“ kombinieren (im Set für 375 Euro). Vielseitiger sind laut Experten die smarten Türschlösser „Yale Entr“ für 310 Euro und „Nuki Smartlock 2.0“ ab 229 Euro. (Von Helena Gries)

Video: So schützen Sie sich vor Einbrechern

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