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Dürre treibt Preise für Olivenöl in die Höhe – Supermarkt-Kunden droht böses Erwachen an der Kasse

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Olivenöl wird wegen Ernteausfällen immer teurer. Auch für die aktuelle Saison rechnet die Branche mit geringerem Ertrag – und viel höheren Preisen.

Kassel – Die Preise für Olivenöl steigen derzeit so steil an wie bei kaum einem anderen Lebensmittel. Im September kostete das Öl laut Statistischem Bundesamt fast 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Und überstieg damit die durchschnittliche, inflationsbedingte Teuerungsrate von Nahrungsmitteln in Höhe von 7,5 Prozent bei Weitem. Und es sieht so aus, als ob es noch weiter nach oben ginge.

Schuld daran ist vor allem die Erderwärmung. Der diesjährige Sommer war stark von Hitze und Trockenheit geprägt. Besonders die Mittelmeerländer, in denen Olivenöl produziert wird, hat die extreme Dürre hart getroffen. In zwei wichtigen Produktionsländern, Spanien und Italien, wurde das Wasser so knapp, dass Trinkwasser rationiert werden musste. In Griechenland sah es ähnlich aus. Zudem wüteten dort aufgrund der Hitze zahlreiche Brände.

Hohe Preissteigerungen wegen Dürre: Verbraucher müssen für Olivenöl deutlich tiefer in die Tasche greifen

In Spanien werden nur etwa ein Viertel der Olivenhaine bewässert. Der Rest ist auf Regen angewiesen, wie der Spanische Olivenöl-Verband im Gespräch mit tagesschau.de erklärte. Wenn der Regen ausbleibt, haben die Bäume ein Problem. Und das hat Auswirkungen auf die Olivenernte.

Olivenbäume sind eigentlich sehr genügsam. Doch bei Wassermangel passen sie sich an und produzieren weniger Früchte. Aber nicht nur die Menge der Früchte sinkt. Sie werden außerdem kleiner und enthalten weniger bis gar keinen Saft, wie Olivenbauer focus online zufolge beklagen.

Wegen hitzebedingter Ernteausfälle sinkt das Angebot an Olivenöl – und die Preise steigen

In der zurückliegenden Saison von Herbst 2022 bis Früh­jahr 2023 ernteten die EU-Land­wirte laut Stiftung Warentest nur 1,4 Millionen Tonnen Oliven. In der Saison davor waren es mit 2,3 Millionen noch deutlich mehr. Der Preis für eine 1-Liter-Flasche Olivenöl lag laut der Nachrichtenagentur afp in Spanien bereits im September bei etwa zehn Euro. In Italien kostete sie noch mehr: 15 Euro. Und es wird erwartet, dass die 20-Euro-Marke noch bis Jahresende geknackt wird, schreibt focus online.

Frau kocht mit Olivenöl
Kochen mit Olivenöl kann bald teuer werden. Der Grund sind hitzebedingte Ernteausfälle. (Symbolbild) © Mint Images/IMAGO

Spanische Verbraucher reduzieren daher ihren Verbrauch oder weichen auf andere Speiseöle wie Sonnenblumenöl aus. Das wird langfristig auch die Preise für andere Ölsorten in die Höhe treiben, berichtet tagesschau.de. Nicht nur in den Mittelmeerländern, auch bei uns ist das aus den kleinen grünen Früchten gewonnene Speiseöl inzwischen zum Grundnahrungsmittel geworden. Vielen Verbrauchern in Deutschland dürften die Preissteigerungen daher bitter schmecken.

10 Euro pro Flasche und mehr: Preise für Olivenöl in Deutschland bald so hoch wie in Spanien und Italien?

Droht das Öl schon bald zum Luxusgut zu werden? In dem im spanischen 2500-Seelen-Dörfchen Carcabuey rief das flüssige Gut sogar Diebe auf den Plan. Sie raubten mehr als 50.000 Liter des teuren „extra virgin“ Olivenöls aus dem Lager einer Ölmühle. Die spanische Tageszeitung El Mundo hatte über den ungewöhnlichen Kriminalfall berichtet.

Auch für die aktuelle Ernte 2023/2024 sind die Aussichten laut Stiftung Warentest eher mäßig. Eine Hitzewelle in Spanien schädigte im Frühjahr die Olivenblüten und die Bäume in Griechenland wurden durch Hitze, Überschwemmungen und Brände geschwächt. Zudem begünstigen hohe Temperaturen die Ausbreitung von Schädlingen und Baumkrankheiten, wie der Olivenbauernverband in Nordgriechenland gegenüber focus.de erklärte.

Hamstern sollte man aber trotzdem nicht. Denn wenn das hochwertige Speiseöl nicht sachgemäß gelagert wird, verliert es schnell an Aroma und Geschmack. In der herkömmlichen Flasche ist Olivenöl etwa ein Jahr haltbar. Besser sei die Aufbewahrung in speziellen Kanistern. Doch auch dann spielen Temperatur und richtige Lagerung eine entscheidende Rolle.

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