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Vor Tankrabatt ab Mittwoch (1. Juni): Tankstellen heben Diesel- und Benzinpreise nochmal an

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Von: Nadja Austel

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Kurz vor Beginn des Tankrabatts werden die Benzinpreise nochmal angehoben. Trotz Steuerentlastung kann es zu höheren Preisen kommen als vor dem Ukraine-Krieg.

Kassel – Ab dem 1. Juni wird der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt greifen, der die Verbraucher entlasten soll. Dem Beschluss nach soll die Energiesteuer auf Benzin für drei Monate auf das europäische Mindestmaß gesenkt werden. In diesem Zuge wird ein enormer Ansturm auf die Tankstellen erwartet. Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen rät, wegen drohender Lieferengpässe „sollte niemand seinen Tank davor fast komplett leer fahren“. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Freier Tankstellen rechnet mit einem Ansturm von historischem Ausmaß.

Dass die Senkung für die Verbraucher sofort spürbar wird, ist allerdings noch nicht sicher. Das Finanzministerium wies darauf hin, dass die Steuerentlastung sich möglicherweise erst sukzessive in den Preisen niederschlagen wird. Laut Angaben von businessinsider.de liege dies unter anderem daran, dass auch die Tankstellen erst am Mittwoch, dem 1. Juni, das steuerlich vergünstigte Benzin einkaufen könnten. Wie genau sie die Preise gestalten, sei zudem Sache der Tankstellenbetreiber beziehungsweise Mineralölgesellschaften.

Der ADAC kündigte bereits an, die Preisentwicklung für die Kraftstoffe genau zu beobachten und fordert: „Wir erwarten, dass die Steuersenkung ab 1. Juni in vollem Umfang an die Verbraucher weitergegeben wird. Zudem besteht angesichts des überhöhten Niveaus reichlich Potenzial für Preissenkungen.“ Auch das Bundeskartellamt will die Entwicklung streng im Auge behalten.

Benzinpreise steigen vor Tankrabatt: Preise höher als vor Ukraine-Krieg

Des Weiteren sind die Benzinpreise kurz vor der geplanten Steuerentlastung nun noch einmal stark gestiegen. Sowohl Benzin als auch Diesel haben sich im Vergleich zur vergangenen Woche um mehrere Cent verteuert, wie der ADAC am Montag (30. Mai) mitteilte. So kostete Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags 2,129 Euro pro Liter. Das sind 3,9 Cent mehr als am Dienstag vergangener Woche (24. Mai). Diesel schlug mit 2,026 Euro zu Buche – ein Plus von 3,2 Cent pro Liter. Bei E10 setzt sich damit ein seit rund einem Monat anhaltender Aufwärtstrend fort: Ende April war der Kraftstoff noch mehr als 17 Cent billiger als derzeit. Bei Diesel bedeutet es dagegen eine Trendwende nach mehreren Wochen mit Abwärtstendenz. Der ADAC kritisiert beide Werte als zu hoch.

Angesichts der jüngsten Anstiege könnten die Spritpreise daher auch nach der Steuersenkung höher als vor Beginn des Ukraine-Konflikts sein. Am Tag vor dem russischen Angriff hatte E10 1,750 Euro pro Liter gekostet, Diesel 1,663 Euro. Die steuerliche Entlastung beträgt – inklusive Mehrwertsteuer – bei Benzin 35,2 Cent pro Liter, bei Diesel 16,7 Cent. Selbst wenn beides komplett weitergegeben werden sollte, bliebe bei E10 ein leichtes, bei Diesel ein deutliches Plus übrig.

KraftstoffPreis pro Liter vor Ukraine-KriegPreis pro Liter nach Abzug der Steuerentlastung
E101,750 Euro1,777 Euro
Diesel1,663 Euro1,859 Euro

Quelle: dpa

Steuer-Entlastung
Am Mittwoch sinkt die Steuer auf Sprit. Autofahrer, die eine sofortige Weitergabe der Entlastung erwarten, könnten enttäuscht werden. © Christin Klose/dpa-tmn

Tankstellen heben Preise um bis zu 20 Cent: Tankrabatt steht unter Beobachtung

Wie Focus Online berichtet, zeigt eine Auswertung zur Entwicklung der Benzinpreise an deutschen Tankstellen, dass allein am 28. Mai über 11.260 Tankstellen in Deutschland die Preise bei Super-Kraftstoff anhoben – um bis zu zehn Cent. Bei knapp 30 Betrieben sei der Preis sogar um bis zu 20 Cent in die Höhe geschnellt.

Während die Autofahrerinnen und Autofahrer auf die Entlastung warten, so die Schlussfolgerung, würden die Öl-Konzerne die Preise heimlich erhöhen. Der Tankrabatt fließe somit direkt in deren Taschen. Laut Angaben des Focus kostet der Tankrabatt rund drei Milliarden Euro.

Allerdings ist Deutschland mit dem Anstieg der Superbenzinpreise seit Ende April nicht alleine, wie Daten der EU-Kommission zeigen. Im Vergleich 25. April zum 23. Mai – aktuellere Zahlen liegen laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) noch nicht vor – ergibt sich für 14 europäische Länder ein stärkerer Preisanstieg für die Sorte E5 als hierzulande. Die Entwicklung soll dennoch genau beobachtet werden. Finanzminister Christian Lindner (FDP) schrieb am Montag auf Twitter: Dass der „Tankrabatt“ bei den Menschen ankomme, das sei nun „Aufgabe von Kartellamt und Co.“. (na/dpa)

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