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Finger weg von Teelichtern: Warum Sie die kleinen Kerzen besser nicht kaufen sollten

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Von: Lena Zschirpe

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Wenn es draußen kälter wird, sorgen Teelichter für eine gemütliche Atmosphäre. Die kleinen Kerzen sind günstig – allerdings auf Kosten der Umwelt. Das sind die Alternativen.

Deutschland – Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit bringen Kerzen Wärme und Gemütlichkeit ins Zuhause. Teelichter sind besonders praktisch und gelten durch ihre Alu-Verpackung als sicher. Allerdings sind sie umweltschädlich, wie RUHR24 berichtet.

Durchschnittlich lässt jeder Deutsche im Jahr 2,4 Kilogramm Kerzen abbrennen. Die meisten davon sind aus Paraffin und Stearin. Beide Materialien sind ohnehin schon schlecht für die Umwelt: Paraffin ist ein Nebenprodukt aus der Erdölgewinnung, Stearin wird häufig aus Palmöl hergestellt. Für die Gewinnung wird der Regenwald im großen Stil gerodet.

ProduktTeelicht
MaterialienParaffin / Stearin / Aluminium
Problemumweltschädlich

Teelichter: So umweltschädlich sind sie zur Weihnachtszeit

Teelichter haben ein noch größeres Umweltproblem, als den Inhaltsstoff der Kerzen. Sie stecken in einer Hülle aus Aluminium. Diese landet nach dem Abbrennen meist im Müll.

Umweltschädliche Teelichter: Für sie wird der Regenwald gerodet

Das Problem bei Aluminium: Die Herstellung führt zu einer großen Umweltbelastung. Das Ausgangsmaterial Bauxit ist ein Erz, welches in Ländern wie Brasilien, Australien, Indien oder Jamaika im Tagebau gefördert wird. Für den Abbau wird ebenfalls der Regenwald gerodet, wie Öko-Test berichtet.

Eine Natronlauge trennt die Aluanteile aus dem Bauxit. Der sogenannte Rotschlamm, der daraus entsteht, steht auf giftigen Chemikalien, die die Umwelt zerstören. Die Herstellung von Aluminium, und damit auch von Teelichtern, ist zudem sehr energieintensiv.

Beim Kauf von Teelichtern sollte man hierauf achten, sonst sind die Teelichter umweltschädlich

Allerdings werden auch immer häufiger Teelichter ohne Aluminiumhülle angeboten. Ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Ersatz für den Alu-Mantel sind Hüllen aus Glas, Edelstahl oder kompostierbaren Materialien.

Der BUND empfiehlt, beim Kerzenkauf auf das RAL-Gütezeichen zu achten. RAL-Kerzen sind ruß- und raucharm sowie aus gütegesicherten Rohstoffen hergestellt. Außerdem sind die frei von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Schwermetallen und Schwefel. Im Siegel-Dschungel sollte man aber auch aufpassen: Gerade bei Naturkosmetik sind Siegel oft irreführend.

Vier Teelichter in Gläsern
Teelichter sind umweltschädlich. (Symbolbild) © Andreas Berheide/Imago

Eine weitere gute Alternative sind Kerzen aus Bio-Bienenwachs. Diese gibt es beispielsweise auch bei Imkern aus der Region. Inzwischen gibt es auch Öko-Teelichter die aus Biomasse hergestellt werden. Hierzu werden Abfallfette aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet. So kommen keine fossilen Materialien zum Einsatz.

Alte Teelichter aufbrauchen und richtig recyceln, der Umwelt zuliebe

Wer noch Teelichter mit klassischer Aluhülle zu Hause hat, sollte diese aber nicht einfach wegwerfen. Auch das wäre nicht gerade nachhaltig. Allerdings sollte man sie nach dem Abbrechen richtig entsorgen – und zwar im Gelben Sack. So kann das Material wieder in den Recycling-Kreislauf gelangen.

Übrigens: Teelichter aus LED sind keine nachhaltige Alternative. In den Batterien und Knopfzellen stecken wertvolle Rohstoffe. Somit sind sie kein umweltfreundlicher Ersatz.

Kerzenreste sollte man nicht wegwerfen. Diese lassen sich ganz einfach recyclen.
Kerzenreste sollte man nicht wegwerfen. Diese lassen sich ganz einfach recyclen. © Lena Zschirpe/RUHR24

Teelichter ganz einfach selber machen: So geht‘s

Wer mag, kann die Aluformen aber auch benutzen, um neue Teelichter herzustellen. Dazu braucht man noch alte Kerzenreste und eine Dochtschnur. Natürlich eignen sich auch andere Gefäße wie alte Marmeladengläser oder auch Joghurtbecher. Wer Reste von Bio-Bienenwachs hat, kann daraus sogar Wachstücher herstellen.

So einfach geht der Lifehack: Die Kerzenreste sollten im Wasserband schmelzen. Das flüssige Wachs wird dann durch ein Sieb in die Aluform gegossen. Dann wird die Dochtschnur eingetaucht. Jetzt müssen die selbstgemachten Kerzen nur noch einige Stunden trocknen.

Der Docht sollte dazu allerdings mit einer Wäscheklammer so fixiert werden, dass er nicht in das Wachs gleitet. Dazu kann man die Klammer am besten längs auf das jeweilige Gefäß legen und den Docht umklammern. Für selbstgemachte Duftkerzen kann man außerdem einige Tropfen ätherisches Öl in den noch flüssigen Wachs tropfen.

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