Öko-Test untersucht Babygläschen

Test von Babybrei: Vorsicht – Experten finden Schwermetall in einem Gläschen

Ein Baby wird mit Brei gefüttert.
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Die Testergebnisse von Öko-Test für Gemüsebreie dürften Eltern wohl kaum richtig zufriedenstellen. (Symbolbild)

Die Experten von Öko-Test haben Baby-Nahrung unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Nur zwei Produkte wurden als „gut“ bewertet.

  • Die Experten von Öko-Test* haben Babybrei genauer untersucht.
  • Im Test befanden sich 20 Gemüsebrei-Produkte von bekannten Herstellern.
  • Die Ergebnisse dürften vor allem Eltern verunsichern.

Kassel - Für das Baby soll es nur das Beste sein. Deswegen schauen Eltern gerade beim Babybrei oft ganz genau hin. Die erste Beikost ist ohnehin eine anstrengende Zeit. Denn oft will das Kind nicht so, wie Mama oder Papa es gerne hätten. Dann landet der Brei schon einmal auf dem Boden oder der Kleidung der Eltern statt im Magen des kleinen Kindes.

Gemüsebrei ist für viele der erste Schritt bei der Beikost. Mit ihm soll der Säugling daran gewöhnt werden, statt Muttermilch bald feste Nahrung zu sich zu nehmen. Und viel kann man bei der Auswahl des Babybreis mit Gemüse ja auch nicht falsch machen, er enthält ja schließlich „nur“ Gemüse, oder? Dass dem nicht so ist, zeigen die Experten von Öko-Test. Sie untersuchten in ihrem Test 20 Gemüsebrei-Produkte für Babys, die Ergebnisse sind alles andere als beruhigend.

Test von Babybrei mit Gemüse: Öko-Test hat Schadstoffbelastung im Visier

Für ihren Test untersuchten die Experten 18 verschiedene Gemüsebreie für Babys ab dem fünften Monat und zwei Breie ab dem sechsten Lebensmonat. Die Mitarbeiter von Öko-Test kauften die Gläschen zwischen Oktober und November 2020. Im Labor wurde vor allem die Belastung möglicher Schadstoffe näher untersucht. Wie Öko-Test unterstreicht, kann sich beispielsweise aus dem naturgemäß im Gemüse enthaltenen Nitrat der Stoff Nitrit bilden. Dieser könne unter anderem die Sauerstoffbindung im Blut beeinträchtigen. Darüber hinaus wurde in allen Gläschen der Stoff Furan gefunden.

Das im Test gefundene Furan bildet sich, wenn Lebensmittel in geschlossenen Behältern erhitzt werden. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ergaben Studien, dass hohe Dosen Furan bei Mäusen und Ratten zu Krebs* führten. Außerdem schadete es bei langfristiger Einnahme die Leber der Tiere. Das Institut unterstreicht: „Für bestimmte Verbrauchergruppen, die aufgrund ihrer Ernährungsweise regelmäßig hohe Mengen Furan aufnehmen, könnte deshalb ein gesundheitliches Risiko bestehen. Dies gilt insbesondere für Säuglinge, die aufgrund eines regelmäßigen Verzehrs von Säuglingsnahrung als Fertignahrungsmittel eine vergleichsweise hohe Aufnahme von Furan erreichen können.“

Babybrei im Test: Problematisches Furan in allen Produkten nachgewiesen

So bedenklich Furan als Inhaltsstoff auch klingt, derzeit lasse es sich bei der Produktion noch nicht vermeiden, erklären die Experten von Öko-Test. Die Mengen von Furan in den getesteten Gemüsebreien für Babys* seien gering. Darüber hinaus enthalten auch Fleischbreie den Stoff, allerdings in niedrigerer Menge. Doch die Experten schließen mit der Forderung: „Die Industrie sollte sich bemühen, den Stoff in den Gläschen weiter zu minimieren.“ Denn die Grenzwerte für sichere und tolerierbare Aufnahmemengen seien bisher noch nicht festgelegt worden.

Die Produkte im TestAnbieter
Alete Buntes ButtergemüseAlete
Alnatura Brokkoli mit Kartoffeln, DemeterAlnatura
Alnatura Gemüse mit Süßkartoffeln, DemeterAlnatura
Alnatura Pastinaken mit Zucchini und Blumenkohl, DemeterAlnatura
Bebivita Feines Gemüse-AllerleiBebivita
Babydream GemüseAllerleiRossmann
Babydream Kürbis mit KartoffelnRossmann
Babydream Rahm-Spinat in KartoffelgemüseRossmann
Babylove Frühkarotten mit KartoffelnDm
Beauty Baby Feines ButtergemüseMüller Drogeriemarkt
Dm Bio Karotte-Fenchel mit Kartoffeln, DemeterDm
Dm Bio Gemüse mit Süßkartoffeln, DemeterDm
Edeka Bio Gemüse mit Süßkartoffeln, DemeterEdeka
Edeka Bio Karotten mit Kartoffeln, DemeterEdeka
Hipp Gemüse-RisottoHipp
Hipp Kürbis mit KartoffelnHipp
Hipp Pastinaken mit KartoffelnHipp
Holle Kartoffeln, Kürbis & Zucchini, DemeterHolle
Holle Kürbis mit Reis, DemeterHolle
Lebenswert Bio Brokkoli mit KartoffelnHolle
Quelle: Öko-Test

Test von Babybrei mit Gemüse: Giftiges Schwermetall gefunden

Auch einen erhöhten Nitratgehalt machten die Experten im Test aus. Dieses Nitrat könne sich in Nitrit umwandeln, woraus im Körper die krebserregende Nitrosamine gebildet werden können. Zwar seien die Gehalte noch unterhalb des gesetzlichen Höchstgehalts, dennoch fordern die Tester stärkere Kontrollen seitens der Hersteller. Denn: Das Nitrat landet über das Gemüse im Babybrei. Punktabzug gaben die Tester, bei einem „Nitratgehalt von mehr als 100 mg/kg. Dies entspricht mehr als 50 Prozent des gesetzlichen Höchstwertes in Beikost für Säuglinge und Kleinkinder laut Kontaminantenverordnung“, stellt Öko-Test klar.

In einem Gläschen wurde im Test außerdem das giftige Schwermetall Cadmium gefunden worden. Wenn ein acht Kilogramm schweres Baby den Brei täglich essen, das die als tolerierbar eingestufte regelmäßige Aufnahmemenge überschreiten, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegt wurde. Der Brei „Babydream Rahm-Spinat in Kartoffelgemüse“ fiel unter anderem wegen des Nitrat-Gehalts und dem gefundenen Cadmium durch.

Auch der Brei „Holle Kartoffeln, Kürbis & Zucchini, Demeter“, erhielt lediglich die Note „ungenügend“. Die einzigen zwei Produkte, die im Test mit „gut“ abschnitten, sind der Babybrei „Alnatura Gemüse mit Süßkartoffeln, Demeter“ und „Alnatura Pastinaken mit Zucchini und Blumenkohl, Demeter“. Neun Gemüsebrei-Produkte wurden mit der Note „befriedigend“ versehen, sieben erhielten lediglich die Bewertung „ausreichend“. Genauso wie die von Öko-Test vergebenen Noten dürfte das Ergebnis auch für Eltern vor allem eines sein: besorgniserregend. Denn nur zwei Breie gelten laut den Experten als „empfehlenswert“. (Sophia Lother)*hna.de und 24vita.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Anfang des Jahres sorgte ein Rückruf von Babybrei bei Edeka für Aufsehen. Es bestand akute Verletzungsgefahr für Babys und Kleinkinder.

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