24 Haferflocken-Produkte wurden getestet

Haferflocken im Test: Erschreckendes Ergebnis - Gefährliche Schadstoffe gefunden

Die Experten von Öko-Test haben Haferflocken untersucht. Bei einigen Marken ist das Ergebnis erschreckend. Es wurden gefährliche Stoffe gefunden. 

  • Öko-Test hat einige Haferlocken im Test schlecht bewertet.
  • Es besteht Gesundheitsgefahr für Allergiker.
  • Schadstoffe wie Nickel und Schimmelpilzgifte können in Produkten enthalten sein.

Kassel - Wer den Tag mit einer gesunden Mahlzeit starten will, greift beim Frühstück gerne zu Haferflocken. Sie gelten als gesund und sind vielseitig. So kann man sich Porridge kochen, die Haferflocken für Pfannkuchen und Müsli verwenden, Obst für die täglichen Vitamine dazu essen oder sich schlicht für Haferflocken mit Milch entscheiden.

In den Supermarktregalen sind Haferflocken von zahlreichen Anbietern zu finden. Und nicht nur zwischen den Anbietern muss man sich unterscheiden, sondern auch auf die Art der Haferflocken kommt es an. Lieber Kernige oder zarte Haferflocken? Oder gleich Schmelzflocken? Scheinbar eine Frage des Geschmacks. Doch so einfach ist es leider nicht.

Öko-Test prüft Haferflocken: Mehrere Produkte bekommen ein eine miese Bewertung

Denn Öko-Test hat jetzt in einer aktuellen Untersuchung festgestellt, dass manche Produkte mit Nickel und sogar Schimmelpilzgiften belastet sind. 24 Produkte der Sorte „zart" wurden dabei untersucht. Dabei kommt Öko-Test zu folgendem Ergebnis:

  • Zehn Produkte werden mit "sehr gut" bewertet.
  • Vier Produkte mit "gut".
  • Drei der gesteteten Marken erhalten für ihre Haferflocken ein „ungenügend“.
  • Sechs der Produkte bekommen das Urteil „befriedigend“, ein weiteres "ausreichend".

Wie Nickel überhaupt in die Haferflocken kommt, beantwortet Öko-Test in seinem aktuellen Magazin. Demzufolge ist Nickel ein Metall, das im Boden und im Gestein zu finden ist - eine höhere Belastung des Bodens mit Nickel könne durch metallverarbeitende Industrien entstehen, heißt es bei Öko-Test weiter. Auch in der Nähe von Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen werde häufig eine erhöhte Belastung mit Nickel festgestellt.

Haferflocken bei Öko-Test: Nickel kann durch den Boden in das Getreide gelangen

Von dem Boden geht es in den Hafer über, denn laut Öko-Test nimmt die Pflanze Nickel besonders stark auf, das gilt auch für Mais, Kakao und Sojabohnen. Bei Studien konnte festgestellt werden, dass Nickel bei Tieren die Fortpflanzung stört und auch die Entwicklung der Nachkommen beeinträchtigen kann.

Haferflocken: Öko-Test entdeckt Schadstoffe - Diese Produkte erhalten schlechte Bewertungen (Symbolbild).

Das ist einer der Gründe, warum die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA Öko-Test zufolge eine Grenze festgelegt hat, innerhalb derer die Aufnahmemenge von Nickel pro Tag tolerierbar sei. Auf Grundlage dessen hat Öko-Test nach eigenen Angaben die Haferflocken bewertet.

NahrungsmittelGetreide: Haferflocken
HerstellungAus Saat-Hafer werden nicht-essbare Teile entfernt, dann folgt die Wärmebehandlung und bei Bedarf die maschinelle Zerkleinerung
InhaltsstoffeKohlenhydrate, Eiweiß, ungesättigte Fettsäure, lösliche Ballaststoffe, Glucanen, Vitamin B1, B6, Zink, Eisen, Calcium, Magnesium, Phosphor
Vorteilesenkt den Blutzucker- und Cholesterinspiegel, gut beim Abnehmen, gut für Darmbakterien, Energielieferant, Eiweißquelleenthalten Antioxidanzien,

Wer auf den Preis achtet, greift gerne mal zu den „Gut & Günstig Haferflocken Extra Zart“. Doch wie Öko-Test festgestellt hat, sind diese besonders stark mit Nickel belastet. Das gilt auch für das Produkt „Bio Zentrale Flocken Hafer Zart“. Schon bei einer Aufnahme von 50 Gramm der besagten Haferflocken-Produkte ist die tolerierbare tägliche Menge an Nickel überschritten. Gerechnet wurde mit einem Erwachsenen (60 Kilogramm Körpergewicht).

Nickel in Haferflocken: Allergiker können auf den Inhaltsstoff reagieren

Bei den Eigenmarken von Penny, Netto und Norma ist der Nickel-Wert geringer, aber nach Aussage von Öko-Test noch immer so hoch, dass mehr als die Hälfte der tolerierbaren täglichen Menge ausgeschöpft wird. Doch was ist eigentlich das Problem mit Nickel? Der Stoff ist laut Öko-Test einer der häufigsten Ursachen für eine Kontaktallergie. Das bedeutet, wer eine Nickelallergie hat, wie beispielsweise beim Tragen von Uhren, kann auch auf den Nickel in den Haferflocken reagieren - wenn auch selten.

In dem Produkt „Kornmühle Extra Zarte Haferflocken“, die bei dem Discounter Netto zu erhalten sind, stellte Öko-Test einen stark erhöhten Gehalt an Schimmelpilzgiften fest. Denn die tolerierbare tägliche Menge auf Grundlage der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA wird bereits bei dem Verzehr von 50 Gramm der Haferflocken überschritten. Diese Toxine können das Immunsystem schwächen.

Haferflocken bei Öko-Test: Schimmelpilzgifte enthalten - zumindest Spuren in allen Produkten

Darüber hinaus konnte Öko-Test in vier weiteren Produkten einen erhöhten Gehalt an Schimmelpilzgiften feststellen, der den Toleranzwert pro Tag zu mehr als der Hälfte ausschöpft, so Öko-Test. Bei allen anderen der 24 getesteten Haferflocken wurden zumindest Spuren des Giftes gefunden. Insgesamt wurden bei dem Test von Haferflocken bei Öko-Test folgende zehn Haferflocken mit der Bestbewertung „sehr gut" gelistet:

  • Alnatura Haferflocken extra zart, Bioland
  • Campo Verde Haferflocken Zartblatt, Demeter
  • Davert Kleinblatt Haferflocken, Bioland
  • Ener Bio Haferflocken Feinblatt
  • Reformhaus Haferflocken Zartblatt
  • Crownfield Haferflocken Zart
  • Globus Zarte Haferflocken
  • Tegut Vollkorn-Haferflocken, zart
  • Wurzener Haferflocken, zart

Auch Mineralöl konnte Öko-Test in sechs der getesteten Haferflocken-Produkte entdecken. Da sich dieses im menschlichen Körper festsetzt und deren Auswirkung noch unklar ist, sollte Mineralöl in Lebensmitteln so gut wie möglich vermieden werden, sagt Öko-Test. Mineralöl kann beispielsweise von Verpackungen und Transportkartons übertragen werden.

Doch es gibt auch eine Entwarnung, denn potenziell krebserregende Mineralölkohlenwasserstoffe konnten im Labor von Öko-Test nicht nachgewiesen werden - im Gegensatz zum Test von Haferflocken im Jahr 2013. In den Haferflocken „Ja! Zarte Haferflocken" wies Öko-Test eine kleine Menge von Glyphosat nach. Alle anderen der 24 geteteten Produkte waren frei davon. (Katharina Ahnefeld)

Menschen, die sich gesund ernähren wollen, greifen neben Haferflocken auch gerne zur Hafermilch. Stiftung Warentest hat veganen Milch-Ersatz unter die Lupe genommen. Auch Experten überrascht das Ergebnis zur Hafermilch.

Rubriklistenbild: © Arturs Budkevics/panthermedia.net

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