Teures Produkt kann Silber ruinieren

Stiftung Warentest untersucht 13 Spülmittel: Teure Marke versagt komplett

Stiftung Warentest hat 13 Geschirrspülmittel unter die Lupe genommen. Die Noten reichen von „gut“ bis „mangelhaft“. Eine teure Marke versagt jedoch im Test.

  • Stiftung Warentest untersucht 13 Geschirrspülmittel.
  • Ein teures Markenprodukt fällt durch im Test.
  • Umweltfreundlichere Spülmittel sind pro Spülgang teurer.

Kassel – Geschirr hinein, Spülmittel dazu und kurze Zeit später ist alles sauber. Zumindest sollte es dank einer Spülmaschine so laufen, allerdings sind Teller und Besteck mit Speiseresten oder Flecken keine Seltenheit. Schuld daran sind häufig falsche Spülmaschinen-Tabs, die keine ausreichende Wirkung erzielen. Ein neuer Test von Stiftung Warentest soll nun zeigen, auf welche Spülmittel tatsächlich Verlass ist.

Stiftung Warentest: So lief der Test von Spülmittel

Für den Test beschmutzte die Stiftung Warentest das Geschirr, die Gläser sowie Edelstahlbleche mit verschiedenen Lebensmitteln wie etwa Tee, angetrockneter Milchhaut, Hackfleisch oder auch Eigelb. Selbst das französische Dessert Crème brûlée kam dabei zum Einsatz.

Das schmutzige Geschirr wurde daraufhin bei 45 Grad Celsius und einer Wasserhärte von 21 gespült. Anschließend überprüften zwei Fachleute die gespülten Teile um zu beurteilen, welches Spülmittel gute Arbeit geleistet hat.

Spülmittel im Test von dm, Lidl, Rewe und Aldi: Auch Umwelteigenschaften wurden untersucht

Insgesamt wurden von Stiftung Warentest 13 Spülmittel unter die Lupe genommen. Darunter Multi-Tabs von dm, Lidl, Rewe, Aldi und Fit sowie zwei Gel-Kissen von Finish und Somat. Im Test wurde besonders auf Reinigungsleistung und Klarspül- und Trocknungsfunktion geachtet. Auch die Umwelteigenschaften der Tabs wurden angeschaut.

Einen „echten Alleskönner“, wie es in Werbungen häufiger heißt, gab es bei dem Test jedoch nicht. Doch auch wenn kein Spülmaschinen-Tab mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet wurde, können sich immerhin gleich neun Hersteller über die Note „gut“ freuen.

Stiftung Warentest: Umweltfreundliche Spülmittel sind teurer – bestehen aber den Test

Die laut Stiftung Warentest besten Multitabs kosten 7 bis 8 Cent pro Spülgang. Möchte man besonders auf die Umwelt achtgeben, muss man allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen: etwa das Spülmittel von Claro, das umweltschonender wirken soll, ist mit 17 pro Cent Spülgang deutlich teurer als ein Großteil der Konkurrenz. Die Leistung ist aber nicht schlechter als die der günstigeren Varianten.

Zudem fällt im Test auf, dass die teureren Marken-Tabs bei Weitem nicht die gute Leistung der Eigenmarken vom Discounter oder aus der Drogerie hinbekommen. Diese hinterlassen nämlich teilweise Kalk- und Wasserflecken auf dem Geschirr. Ähnliche Probleme zeigten auch die Gel-Produkte von Finish und Somat auf, die beide nur mit „befriedigend“ abschnitten.

Spülmittel-Test: Das sind die Testsieger von Stiftung Warentest

Die Test-Ergebnisse sind eindeutig: Günstige Discounter-Spülmittel liegen klar vor den bekannten Marken. Teurer heißt also nicht immer besser. Folgende Produkte landeten bei Stiftung Warentest unter den ersten fünf:

Produkt (Händler)Note
W5 Geschirr-Reiniger-Tabs Multi-Power All in 1 (Lidl)2,1
Domol Geschirr-Reiniger Tabs Ultra Power All-in-one (Rossmann)2,1
Alio Geschirr-Reiniger-Tabs All-in-one (Aldi)2,2
Denkmit Geschirr-Reiniger Multi-Power Revolution (dm) 2,2
Ja! All in 1 Geschirr-Reiniger Tabs (Rewe)2,2

Stiftung Warentest: Teure Marken-Spülmittel fallen im Test durch

Die teuren Markenprodukte enttäuschten die Experten dagegen völlig. Die Multitabs „Powerball All in 1 0%“ von Finish, die 18 Cent pro Spülgang kosten, fielen mit „mangelhaft“ sogar ganz durch, da das Spülmittel gegen hartnäckige Speisereste auf Geschirr und Gläsern kaum ankam. Auf Edelstahlbesteck hinterließen die Tabs nach mehreren Spülgängen bunt-schillernde Beläge und ruinierten teures Silber.

Nach einem abschließenden Blick auf die Ergebnisse von Stiftung Warentest lässt sich sagen, dass bei so gut wie allen Multitabs aus dem Drogeriemarkt oder vom Discounter bedenkenlos zugegriffen werden kann. Diese schnitten im Test allesamt recht ähnlich ab. (Von Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Martin Gerten/dpa

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