Stiftung Warentest

Zahnpasta bei im Test: Wie gefährlich sind Fluorid und Zink?

Stiftung Warentest hat Zahnpasta unter die Lupe genommen. Neben der Grundanforderung Kariesschutz haben die Verbraucherexperten auch die Wirkung von Fluorid und Zink in Zahnpasta untersucht.

  • Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test Zahnpasta untersucht.
  • Viele Produkte können im Test überzeugen, einige fallen wegen fehlendem Kariesschutz durch.
  • Bei Fluorid und Zink in Zahnpasta ist die Dosis entscheidend.

Kassel – Rund fünf Tuben Zahnpasta verbrauchen wir pro Jahr, doch welches Produkt ist eigentlich am besten für unsere Zähne geeignet? In einem aktuellen Test hat das Verbrauchermagazin Stiftung Warentest 21 Universalzahnpasten unter die Lupe genommen, darunter neben Neuheiten und Weißmacherzahnpasten auch Naturkosmetik. Das Ergebnis: Einige Produkte scheitern bereits an der Grundanforderung Kariesschutz.

VerbrauchermagazinStiftung Warentest
HauptsitzBerlin
Gründung1964
Mitarbeiterzahl359 (2018)

Test von Zahnpasta: Bei Fluorid ist die Dosis entscheidend

In der Zahnmedizin gilt Fluorid heutzutage als unver­zicht­bar. In ausreichender Menge in der Zahnpasta vorhanden soll es ­Karies vorbeugen und den Zahn­schmelz härten. Doch laut Experten von Stiftung Warentest wird teilweise kontrovers über den Wirk­stoff diskutiert.

Bei Fluorid ist laut Experten die Dosis entscheidend. Die Mengen, die wir beim Zähneputzen aufnehmen, gelten demnach als ungefährlich. „Fälsch­licher­weise werden die Begriffe Fluor und Fluorid oft synonym verwendet. Fluor ist ein giftiges Gas, Fluoride sind die Salze des Fluors. Sie kommen über­all in der Natur vor. Auch der menschliche Körper enthält Fluorid, vor allem in Knochen und Zähnen“, heißt es im aktuellen Artikel von Stiftung Warentest.

Zahnpasta im Test: Stiftung Warentest hat verschiedene Produkte für Zahngesundheit untersucht (Symbolfoto).

Zink in Zahnpasta: In handelsüblicher Menge nur für Erwachsene sinnvoll

Anders ist es mit dem Wirkstoff Zink: In Zahnpasten für Erwachsene hält die Stiftung Warentest Zink in handels­üblicher Konzentration für sinn­voll, da es gegen Bakterien wirkt und damit vor Plaque, Zahn­stein, Zahn­fleisch­entzündungen und Mund­geruch schützen soll. Ein Über­maß an Zink könne sich allerdings lang­fristig negativ auf den Körper auswirken: Es bestehe das Risiko eines geschwächten Immun­systems und nervenbe­dingter Bewegungs­störungen, auch Blut­armut sei nicht auszuschließen.

Bei Kindern und Jugend­lichen hingegen ist die Gefahr einer zu hohen Dosis an Zink größer. Ihr Tagesbedarf an diesem Spurenelement wird in der Regel bereits über die Nahrung gedeckt. Einen Hinweis auf zinkhaltigen Zahnpasten, dass Minderjäh­rige sie nicht verwenden sollten, wird daher von der Stiftung Warentest erwartet.

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Morgens und abends Zähne putzen, das kennen wir alle. Doch welche Zahnpasta ist dafür die richtige? Die gute Nachricht vorweg: Von den aktuell getesteten 21 Universalzahnpasten und fünf Weißmacherzahnpasten erhalten 10 ein Sehr gut. Außerdem sind 10 weitere sehr gute Universalzahnpasten aus dem Vorjahrestest noch unverändert erhältlich. Die Auswahl ist also groß! Einer der Testsieger ist die Parodontax Complete Protection mit 6,60 Euro pro 100 Milliliter. Aber auch die günstigste Zahnpasta im Test von Aldi Nord – mit 34 Cent pro 100 Milliliter – schafft es unter die vordersten Plätze. Ebenso halten die fünf Weißmacherzahnpasten im Test, was sie versprechen: Drei von ihnen entfernen Verfärbungen hervorragend und bekommen ein Sehr gut. Eine Grundanforderung an Zahnpasta lautet: vor Karies schützen. Einen nachweislich karieshemmenden Effekt hat nur Fluorid, das belegen viele Studien. Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren. Und auch, wenn dieser Mythos weit verbreitet ist: Eine Überdosis an Fluorid ist durch Zahnpasten nicht zu befürchten – nicht mal dann, wenn man sie versehentlich verschluckt. Acht unserer Zahnpasten im aktuellen Test, darunter Orbimed Bio Zahncreme mit Vitamin B 12 oder Dr. Hauschka Minze, enthalten gar kein oder zu wenig Fluorid. Fast alle von ihnen tragen ein Naturkosmetiksiegel. Da sie keinen wirksamen Kariesschutz bieten, sagen wir: mangelhaft! Es gab aber auch zwei sehr gute Naturkosmetikpasten mit Fluorid: Alviana Bio-Pfefferminze und Logodent Rundumschutz. Ein zweites Kriterium für die Wahl der richtigen Zahnpasta ist ihr Abrieb. Wer freiliegende Zahnhälse oder schmerzempfindliche Zähne hat, sollte auf einen niedrigen Abrieb achten. Die meisten Anbieter weisen ihn aber nicht auf den Produkten aus. Für unseren Test haben wir den Abrieb ermittelt und die Zahnpasten nach diesem Kriterium eingeteilt. Alle Testergebnisse und ausführliche Antworten zu Fluorid, Zink & Co. gibt es für 1,50 Euro über den Link in der Bio. Alle im aktuellen Test geprüften Zahnpasten seht ihr im Video (swipe). #zahnpasta #zahncreme #zahnpastalächeln #zahnpastatest #putzenputzenputzen #test #wirtesten #stiftungwarentest

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Zahnpasta im Test: Naturkosmetik-Produkte fallen durch

Von den aktuell 21 getesteten Zahnpasten sind laut Stiftung Warentest acht Produkte durchgefallen, sie erhielten im Test nur die Note „mangelhaft“. Der Grund: Sie enthalten zu wenig oder kein Fluorid. Vor allem Naturkosmetik­hersteller verzichten laut Verbraucherexperten auf den Zusatz von Fluorid in Zahnpasta und setzen stattdessen auf pflanzliche Substanzen wie Kokosöl, Salbei oder grünen Tee. Allerdings ist die Schutzwirkung vor Karies bei diesen Inhaltsstoffen nicht ausreichend nachgewiesen.

Zahnpasta bei Stiftung Warentest: Testsieger ist Parodontax

Das sind die Testsieger im Überblick:

  • Parodontax Extra Frisch Complete Protection (6,60 Euro pro 100 Milliliter)
  • Signal White Now (2,65 Euro)
  • Aldi Süd Eurodont (0,35 Euro)
  • Alviana Bio-Pfefferminze (2,39 Euro)
  • Logodent Rundumschutz (3,25 Euro)

Stiftung Warentest gibt Tipps: So finden Verbraucher die richtige Zahnpasta

Beim Kauf der richtigen Zahnpasta sollten Verbraucher laut Stiftung Warentest einige Dinge beachten. Im Supermarktregal finden sich meist drei Typen Zahnpasta zur Auswahl: Universal-Zahnpasta, Sensitiv-Zahnpasta sowie Weiß­macher-Zahnpasta. Universal-Zahnpasten sind laut Stiftung Warentest für normale Zähne geeignet, sie bieten die Stan­dard­versorgung sowie vor allem Schutz vor Karies. 

Sensitiv-Zahnpasten richten sich speziell an Menschen mit empfindlichen Zähnen und freiliegende Zahnhälsen. Diese Zahnpasta soll besonders sanft sein und einen nied­rigen oder sehr nied­rigen Abrieb haben. Weiß­macher-Zahnpasten machen hingegen Hoffnung auf besonders weiße Zähne, da sie Verfärbungen entfernen sollen. Die Experten von Stiftung Warentest meinen jedoch: „Das schaffen manche Universalpasten in den Tests der Stiftung Warentest ebenfalls hervorragend – und sind teil­weise noch deutlich güns­tiger.“ (Von Helena Gries)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa / Arno Burgi

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