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Tigermücke vermehrt sich jetzt sogar im Winter

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Von: Kilian Bäuml

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Die Tickermücke kommt ursprünglich aus Asien, mittlerweile breitet sie sich auch in Europa aus und ist potenzieller Überträger von exotischen Viren.

Kassel – Ihren Namen hat sie für die Streifen erhalten, die schnell auf ihre exotische Herkunft schließen lassen: die Tigermücke. Ursprünglich kommt sie aus Südostasien, doch als blinder Passagier hat sie auf Handels- und Reiseverkehrsrouten inzwischen ihren Weg nach Europa gefunden. Bereits seit einigen Jahren breitet sich die Tigermücke in den südeuropäischen Ländern aus, inzwischen gibt es sie auch in Deutschland. In Hessen wurden Tigermücken beispielsweise seit Jahren vermehrt nachgewiesen, schreibt das Hessisches Ministerium für Soziales und Integration.

Die milden Winter der letzten Jahre und der Klimawandel begünstigen ihre Ausbreitung. Inzwischen wurde beobachtet, dass sie selbst im Winter noch ihre Eier ablegen, berichtet die Pharmazeutische Zeitung – auch in einigen Gebieten Deutschlands könnte das bald der Fall sein.

TigermückeGemeine Stechmücke
schwarz mit weißen Streifeneinfarbig
aggressiv und stechfreudigstechfreudig
tagaktiveher nachtaktiv

Tigermücke vermehrt sich im Winter: Ihre Eier vertragen Trockenheit und Kälte

In den letzten Jahren habe die Population von gefährlichen Mückenarten in vielen Gebieten Deutschlands stark zugenommen. Das liegt unter anderem daran, dass ihr selbst kleinere Wasserreservoirs, wie die Untersetzer von Blumentöpfen, zum Brüten ausreichen. Des Weiteren ist die Tigermücke sehr resistent. Selbst Trockenphasen überstehen ihre Eier, die Larven entwickeln sich in diesem Fall bei ihrem nächsten Kontakt mit Wasser. Die Eier vertragen auch Kälte, erst bei deutlichen Minusgraden über mindestens 12 Stunden sterben die Eier ab, teilt das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg mit.

Weiter berichtet die Pharmazeutische Zeitung, dass in Italien bereits beobachtet wurde, dass Tigermücken auch im Winter noch Eier legen und sich vermehren. Auch einige Gebiete in Süddeutschland bieten ähnliche Bedingungen. Es liegt deshalb nahe, dass sie sich in Zukunft auch in Deutschland ganzjährig vermehrt.

Asiatische Tigermuecke
Tigermücken sind sehr aggressiv. (Symbolbild) © imago

Tigermücke vermehrt sich im Winter: kein Grund zur Beunruhigung

„Die Tigermücke ist einfach ein potenter Krankheitsüberträger für bestimmte, vor allem virale Erkrankungen. Dazu zählen Chikungunyafieber, Denguefieber, West-Nil-Fieber, und es gibt Hinweise, dass auch das Zika-Virus durch diese Mücke übertragen werden kann.“ sagt Infektionsschutzexpertin Isolde Piechotowski gegenüber dem Deutschlandfunk. Der Klimawandel sorge dafür, dass sich die Lebensbedingungen für Tigermücken an immer mehr Orten passe.

Trotzdem bestehe kein Grund zur Beunruhigung, denn die exotischen Krankheiten, die von der Tigermücke übertragen werden können, sind in Deutschland nicht weit verbreitet, schreibt das Hessisches Ministerium für Soziales und Integration. Zum Arzt gehen sollte man jedoch, wenn man Tage nach deinem Mückenstich unter Krankheitssymptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen leidet. Wer die Mücken erfolgreich vertreiben und sich vor ihnen schützen möchte, sollte ihr möglichst keine Möglichkeiten zum Brüten geben. Damit sie sich gar nicht erst ansiedeln. (kiba)

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