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Tornado: Wie der Wirbelsturm entsteht und wo er auftritt

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Von: Romina Kunze

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Sie sind die Launen der Lüfte: Tornados. So beeindruckend die Wirbelstürme auch aussehen, so gefährlich können sie sein; nicht nur in den USA.

Kassel – Die meisten Menschen in Deutschland denken bei dem Begriff „Tornado“ vermutlich schnell an die USA. Dort treten die Wetter-Phänomene nicht nur besonders häufig, sondern oftmals auch besonders verheerend auf. Doch auch in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern können die heftigen Wirbelstürme entstehen, wenn auch weitaus seltener.

BegriffTornado, Twister, Großtrombe
Art des UnwettersWirbelsturm
SpitzengeschwindigkeitBis zu 500 km/h
Größe des SturmsBis zu 1 Km
Optische MerkmaleEin rotierender vertikaler Luftwirbel
Geografische MerkmaleKann über Land und Wasser auftreten

Tornados zählen zu den Naturgewalten und entstehen bei extremem Wetter. Der Begriff Tornado leitet sich aus dem Spanischen ab („tonar“) und bedeutet „sich drehen“. Ähnlich selbsterklärend ist die Bezeichnung aus dem englischsprachigen Raum für das Wetter-Phänomen. So nennt man die extremen Wirbelstürme, die sich wie ein Turm von der Unterkante der Wolkendecke bis zum Boden erstrecken, in den USA umgangssprachlich auch „Twister“ („twist“, Verb für „drehen“).

Tornado: Das Gewitter, das zum Wirbelsturm mutiert

Ein Tornado als extreme Form von Unwetter entsteht aus einem Gewitter heraus. Starke Temperaturgegensätze treffen aufeinander, warme aufsteigende Luftströmung kollidiert mit trockener Kaltluft und werden von heftigen Seitenwinden zur Rotation gebracht. Ein Wirbel entsteht, der unterschiedlich breit und intensiv sein kann.

So entsteht ein Tornado.
Wie entsteht ein Tornado? Eine Erklärung in vier Schritten (Info-Grafik). © dpa

Der Durchmesser der Luftsäule kann bis zu einem Kilometer betragen und der Sturm mit über 500 Kilometer pro Stunde über Land und Wasser hinwegfegen. Auch die Dauer variiert: So können Tornados binnen weniger Sekunden wieder vorbei sein, in seltenen Fällen aber auch bis zu einer Stunde dauern. In der Regel halten die heftigen Stürme etwa eine halbe Stunde an.

Böen bis zu 500 Kilometer pro Stunde: Der bislang schnellste Tornado fegte über die USA

Gemessen werden Tornados anhand der 13-stufigen Fujita-Skala (F-Scale). Der bislang schnellste an Land verzeichnete Tornado lag bei knapp 500 Kilometer pro Stunde und wurde 1999 im Bundesstaat Oklahoma in den USA gemessen. Dort wütete 2013 auch der bis dato größte Tornado: 4,2 Kilometer Durchmesser und einer Windgeschwindigkeit von 475 Stundenkilometer hatte der „El Reno Tornado“ damals. Auf der F-Scale rankte der Sturm auf der F5-Stufe.

Auf die große Hitze in Bayern folgt der Unwetterknall: Ungemütlich wird es am Donnerstag (Symbolbild).
Wie eine Säule erstreckt sich der Tornado von den Wolken bis zur Erde. So imposant die Wirbelstürme auch aussehen, so gefährlich und zerstörerisch können sie auch sein. (Symbolbild) © Panthermedia / IMAGO

Tornados von diesem Ausmaß sind allerdings eher selten. In nur etwa 1 Prozent aller Fälle erreichen die Stürme die Tornadoklasse F5, die Stufen F6 bis F12 sind nur theoretische Werte und wurden bisher noch nicht beobachtet. Die Klasse F0 wurde nachträglich eingeführt; sie klassifiziert vergleichsweise schwache Tornados, die unter 117 Stundenkilometer bleiben.

Von der amerikanischen „Tornado-Gasse“ bis zum deutschen Unwetter-Risiko

Aufgrund der klimatischen Bedingungen wüten Tornados besonders oft im mittleren Westen der USA. Aus den rund 100.000 schweren Gewittern formieren sich jährlich etwa 1200 zu der stürmischen Naturgewalt. Hochsaison ist hier im Frühling, von März bis Mai treten die meisten Wirbelstürme auf. Als besonders gefährdet für die extremen Wetterlagen gilt laut planet-wissen.de der Landstreifen um die Bundesstaaten Texas, Oklahoma, Kansas und Nebraska und wird daher als auch Tornado-Gasse („Tornado-Alley“) bezeichnet.

Fujita-SkalaGeschwindigkeit (Km/h)
F064 bis 116
F1117 bis 180
F2181 bis 253
F3254 bis 332
F4333 bis 418
F5419 bis 512
F6 bis F12Über 512

In Europa sind diese Temperaturunterschiede in der Luft deutlich geringer, weshalb es auch seltener zu Tornados kommt. Dennoch werden in Europa jährlich zwischen 300 und 500 Tornados aufgezeichnet, in Deutschland tritt das Wetter-Phänomen zwischen 20 und 60 Mal im Jahr auf, schreibt das Wissensmagazin Galileo. Dabei handelt es sich aber um äußerst kurzlebige und zumeist schwächere Formen. Starkregen und Hochwasser kommen hierzulande indes häufiger vor. Das höchste Tornado-Risiko liegt in Deutschland an den Küsten.

Unberechenbare Laune der Natur: Deshalb sind Tornados so gefährlich

Anders als etwa bei Hurrikans lassen sich Tornados nicht frühzeitig und verlässlich vorhersagen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) können Superzellen frühestens 18 Stunden vorher ausgemacht werden. Ob diese sich dann tatsächlich zu einem Tornado entwickeln und welche Richtung er einschlagen wird, kann nicht vorhergesehen werden. Besonders trügerisch an den starken Windtürmen ist, dass sie schlagartig die Richtung ändern können. Allerdings informiert der DWD über aktuelle Wetterlagen und gibt gegebenenfalls Unwetter-Warnungen für Teilregionen oder größere Gebiete raus.

Verhaltenstipps bei einem Tornado von US-amerikanischen Wetter-Experten (Severe Weather Safety Tips):

Das zerstörerische Potenzial eines Tornados lässt sich oftmals im Nachhinein in den Medien erkennen: Zerstörte Gebäude und verwüstete Ortschaften. Ganze Landstriche können mitgerissen werden, selbst Autobusse in die Höhe geschleudert werden. Die Wirkung am Boden entspricht bei außergewöhnlich heftigen Tornados der Druckwelle einer Atombombe. Dann werden Trümmerteile zu tödlichen Geschossen, selbst ein Strohhalm könnte laut Experten-Meinung von planet-wissen.de den Hals eines Menschen durchbohren.

Orkan, Tornado, Taifun: So unterscheiden sich die heftigen Stürme voneinander

Neben Tornados gibt es noch weitere Sturm-Phänomene. Ebenfalls aus den USA bekannt sind etwa Hurrikans. Dabei handelt es sich um tropische Wirbelstürme mit ähnlich großer Zerstörungskraft. Oft treten sie mit Starkregen auf. Je nach Region verwendet man für sie unterschiedliche Begriffe. Im asiatischen Raum bezeichnet man die Tropenstürme als Taifun, im Südpazifik und Indischen Ozean versteht man darunter Zyklon.

Wenn der Sturm das Unterbewusstsein angreift: Tornados in der Traumdeutung

Kündigt sich ein heftiges Unwetter an, ist Gefahr in Verzug – das gilt auch für die Traumwelt. Bei vielen Menschen schleicht sich nachts ein Tornado ins Unterbewusstsein, sie träumen von dem heftigen Wirbelsturm. Bedeuten kann das nach dem Verständnis der Oneirologie, der psychologischen Methode der Traumdeutung, verschiedene Dinge. Von der simplen Veränderung im Leben bis hin zum Chaos oder der Gefahr. Experten sehen darin auch ein Symbol für Kontrollverlust im Leben.

Auch die Farbe des Tornados ist für dessen Deutung von Bedeutung: Ist die Luftsäule weiß, fühlt sich der Träumende in seinen Wertvorstellungen angegriffen. Eine dunkle Färbung steht für emotionale Entgleisung und Wut. Ein roter Tornado symbolisiert eine toxische Beziehung im Leben des Traumenden.

Im Gegensatz zu den tropischen Wirbelstürmen sind Tornados deutlich kleiner. Alleine das Auge eines Tropensturms kann einen Durchmesser von bis zu 45 Kilometern betragen. Insgesamt kann er sich über 1600 Kilometer Fläche erstrecken. Tornados erreichen dafür höhere Spitzengeschwindigkeiten und gelten als schnellste Winde der Welt. Starker Wind geht bei einem Orkan auch, der sich allerdings über einen längeren Zeitraum erstreckt und vorwiegend in Nord- und Mitteleuropa auftritt. (Romina Kunze)

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