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Traditionsunternehmen nach über 130 Jahren insolvent: Getränke-Hersteller vor dem Aus

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Von: Robin Dittrich

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Das nächste Getränke-Unternehmen muss Insolvenz anmelden. Nach über 130 Jahren droht das Aus. Schuld sollen die Corona-Pandemie und ihre Folgen sein.

Kassel – Die Corona-Pandemie brachte viele Verbraucher, Restaurants und Unternehmen an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Jetzt musste der nächste Getränke-Hersteller Insolvenz anmelden. Nach über 130 Jahren droht dem Mineralwasser-Konzern Teusser Mineralbrunnen das Aus.

Mineralwasser-Konzern Teusser ist insolvent – jetzt droht das Aus

Die Corona-Pandemie brachte viele Konzerne in Deutschland an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Durch Lockdowns, Arbeitslosigkeit und die dadurch fehlenden Umsätze wurden die Türen von vielen Restaurants, Geschäften und Unternehmen geschlossen. Dazu zählte unter anderem die Memminger Brauerei, die nach knapp 120 Jahren Insolvenz anmelden musste– ob sich das Unternehmen noch retten kann, ist bisher offen. Nur wenige Tage später meldete ein weiteres Traditionsunternehmen Insolvenz an.

Einem Mineralwasser-Konzern droht das Aus – nach über 130 Jahren musste Insolvenz angemeldet werden.
Einem Mineralwasser-Konzern droht das Aus – nach über 130 Jahren musste Insolvenz angemeldet werden. © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa (Symbolbild)

Die Teusser Mineralbrunnen Karl Rössle GmbH & Co. KG stellte einen Antrag auf Insolvenz. Das Abfüllen von Mineralwasser startete dort schon in den 1890er Jahren. Nach eigenen Angaben werden jährlich rund 100 Millionen Flaschen an Getränken abgefüllt. Besonders beliebt ist das Mineralwasser, das unter anderem bei Rewe und Edeka verkauft wurde. Teusser Mineralbrunnen füllt jedoch auch Limonaden sowie Erfrischungs- und Fruchtsaftgetränke ab. Der Ausgang des Insolvenzverfahrens ist noch offen.

Mineralwasser-Unternehmen schon seit 2020 mit Schwierigkeiten

Teusser Mineralbrunnen soll schon seit dem Jahr 2020 Verluste einfahren, also seit dem Start der Corona-Pandemie – das berichtete der vorläufige Insolvenzverwalter Marcus Egner dem SWR. Im Jahr 2023 mussten dann auch die Mitarbeiter unter der wirtschaftlichen Schieflage leiden: Wie Egner angibt, sind die Löhne der 34 Beschäftigten seit Februar im Rückstand. Das Aus des Mineralwasser-Konzerns ist keineswegs beschlossene Sache: Es soll bereits Gespräche mit Investoren geben.

Als Hauptgrund für die Insolvenz sieht Marcus Egner die Corona-Pandemie. Dadurch sanken die Verkaufszahlen, wichtige Einnahmen aus Veranstaltungen brachen weg. Zudem erhöhten sich die Energiepreise im letzten Jahr derartig, dass nur noch mit Verlusten produziert werden konnte. Die Energiepreisbremsen sollen Verbraucher sowie Unternehmen entlasten. Bis Mai 2023 soll bei Teusser Mineralbrunnen eine Lösung gefunden werden. Bis dahin wird das Insolvenzgeld vorfinanziert.

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