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Brisante Erdogan-Wahl: Ist der Türkei-Urlaub 2023 überhaupt sicher?

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Von: Anika Zuschke

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Die Stadt Istanbul und Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei.
Im Sommer 2023 werden in der Türkei ein neues Parlament und der Präsident gewählt – kann man trotzdem noch sicher Urlaub dort machen? © Christoph Soeder/dpa/imago/Montage

Die Türkei gilt als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Doch kann man dort 2023 mit Blick auf die Präsidentschaftswahl sicher Urlaub machen?

Ankara – Nach zwei anstrengenden Corona-Jahren und dem vom Ukraine-Krieg und der Inflation geplagten Jahr 2022 stehen die Sterne für Reiseliebhaber 2023 endlich wieder etwas besser. Als eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen gilt dabei seit Jahren schon die Türkei – denn das Land hat neben historischen Bauwerken und leckerem Essen auch wunderschöne Sandstrände und vergleichsweise günstige Pauschalreisen zu bieten.

Doch ist es in der Türkei insbesondere seit 2015 immer wieder zu terroristischen Anschlägen gekommen. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im Sommer dieses Jahres drängt sich deswegen die Frage auf: Ist es sicher, 2023 in der Türkei Urlaub zu machen?

Türkei Wahlen 2023: Sorgt Erdoğan für Unruhen im Land – und wie wirkt sich das auf den Tourismus aus?

Spätestens im Sommer 2023 wird in der Türkei ein neues Parlament und der Präsident gewählt. Eigentlich sollen die Wahlen Mitte Juni dieses Jahres abgehalten werden, doch brachte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nun vermehrt den 14. Mai als früheren Präsidentschaftswahltermin ins Spiel, wie auch kreiszeitung.de berichtet. Grund dafür ist laut dem Türkei-Experten Udo Steinbach: „Je später die Wahl stattfindet, umso größer das Risiko für Erdoğan“, so der Islamwissenschaftler und ehemalige Leiter des Deutschen Orient-Instituts im Gespräch mit dem Focus.

Denn für den türkischen Präsidenten steht mit der Wahl 2023 einiges auf dem Spiel. Er möchte zum dritten Mal als Kandidat für das Präsidentenamt antreten, obwohl ein türkischer Staatspräsident laut der Verfassung nur zweimal in Folge gewählt werden kann. Schon aus dem Grund wird eine Wiederwahl für Erdoğan eine Herausforderung – darüber hinaus befindet sich die Türkei in einer tiefen Wirtschaftskrise, 2022 lag die Inflationsrate immer wieder deutlich über 80 Prozent.

Den Wahlen wird in der Türkei demnach mit Anspannung entgegengeblickt – doch wirkt sich das auch auf touristische Besuche aus?

Türkei Urlaub 2023 buchen oder besser nicht: Kann man zurzeit in der Türkei Urlaub machen?

Mit diesem Thema hat sich der Reisefrühwarn- und Informationsspezialist A3M auseinandergesetzt, der alle Länder der Welt nach ihrem Reiserisiko bewertet. In die Einschätzung fließen unter anderem die Faktoren der Ein- und Ausreise, der Infrastruktur, das Infektionsrisiko, Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte in dem entsprechenden Land mit ein. Die Türkei schneidet dabei eher mittelmäßig ab: Laut A3M herrscht in dem Land im Mittleren Osten nämlich ein erhöhtes Sicherheitsrisiko.

Das lässt sich demnach auf eine hohe Kriminalität sowie gewaltsame Proteste und Umweltkatastrophen pinnen, die in der Türkei für eine angespannte Sicherheitslage sorgen würden. Reisende sollten sich A3M zufolge deswegen vorab beim Auswärtigen Amt (AA) über die aktuelle Lage informieren und bei einer etwaigen Reise vor Ort vorsichtig sein.

Türkei News: Reisefrühwarnspezialist gibt mit Blick auf die Wahl 2023 Entwarnung für Urlaub

Auf die Präsidentschaftswahl 2023 bezogen, gibt der Reisefrühwarnspezialist aber Entwarnung. Denn für Touristen, Geschäftsreisende, Veranstalter und Unternehmen wird das Wahlergebnis demnach „unter Umständen keine großen Auswirkungen haben“, heißt es auf der Website von A3M. Politisch gesehen gelte „die Türkei als ein sicheres Reiseland“.

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Tatsächlich gab der Kultur- und Tourismusminister der Türkei, Mehmet Nuri Ersoy, erst vor Kurzem bekannt, dass der Tourismus im Jahr 2023 mit finanziellen Mitteln und zahlreichen Projekten in der Türkei sogar gefördert werden soll. Das gelte auch für den Wintertourismus in Skigebieten wie Kars oder Ardahan im Osten des Landes, der mit Blick auf den Schneemangel in Europa deutlich ausgeweitet werden soll.

Urlaub in der Türkei 2023 – auch vom Auswärtigen Amt keine Reisewarnung

Vom Auswärtigen Amt liegt ebenfalls keine aktuelle Reisewarnung vor – im Gegensatz zu den Behauptungen von A3M zeichne sich die Türkei demnach sogar als „ein Land mit vergleichsweise gering ausgeprägter Gewaltkriminalität aus“. Lediglich vor Taschendieben in Istanbul und anderen Großstädten müsse man sich in Acht nehmen. Opfer von Kleinkriminalität würden demzufolge häufig von bettelnden Kindern abgelenkt.

Doch weist das Auswärtige Amt auch auf die terroristischen Anschläge hin, unter denen die Türkei insbesondere seit Mitte 2015 wiederholt gelitten hat. Erst am 13. November 2022 wurde auf der Istanbuler Einkaufsstraße Istikla erneut ein Sprengstoffanschlag verübt, bei dem Todesopfer zu beklagen waren. Neben dem internationalen Flughafen Istanbul Atatürk waren in der Vergangenheit wiederholt die Innenstädte von Istanbul und Ankara Ziele von Anschlägen mit hohen Opferzahlen.

Was muss man beachten, wenn man 2023 in die Türkei in den Urlaub fliegt?

Die Sicherheitsvorkehrungen befänden sich landesweit aber auf einem hohen Niveau, insbesondere in großen Städten sei eine erhöhte Präsenz von Polizei und Sicherheitsbehörden sichtbar. Trotzdem rät das Auswärtige Amt zu folgenden Vorgehensweisen bei einem Urlaub in der Türkei:

Der Grund für die Vorsicht: In allen Teilen der Türkei müsse angesichts von Anschlägen terroristischer Gruppierungen grundsätzlich von einer terroristischen Gefährdung ausgegangen werden. Es könne nämlich auch weiterhin zu Protesten und Demonstrationen kommen, bei denen vereinzelte gewaltsame Auseinandersetzungen und Verkehrsbehinderungen nicht ausgeschlossen werden können. Wenn Ihnen das zu riskant ist, gibt es auch abgesehen von der Türkei viele tolle Reiseziele im Jahr 2023.

Übrigens: In Bezug auf Corona bestehen derzeit ebenfalls keine Einreisebeschränkungen in die Türkei. Das Tragen einer Maske ist nur noch in Gesundheitseinrichtungen verpflichtend, weitere Beschränkungen bestehen nicht. Die Einreise ist also ohne Impfnachweis oder Corona-Test möglich.

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