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Ukraine-Krieg: Hamstern im Supermarkt - Kaufverhalten ändert sich laut Experten

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Deutsche Kunden haben wegen des Ukraine-Kriegs vermehrt Lebensmittel gehamstert. Der Handelsverband Deutschland spricht nun von einem geänderten Kaufverhalten.

Kassel – Ausverkauf von Mehl, Sonnenblumenöl und anderen Nahrungsmitteln: Wegen des Ukraine-Kriegs kam es in deutschen Supermärkten in den vergangenen Wochen vermehrt zu Vorratskäufen. Diese Phase der sogenannten Hamsterkäufe sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) nun vorerst für beendet. „Das Kundenverhalten hat sich jetzt ein bisschen normalisiert“, sagte HDE-Geschäftsführer Stefan Genth gegenüber der Rheinischen Post. „Der Lebensmittelhandel läuft ordentlich. Die Leute verhalten sich offenbar besonnener als vor zwei oder drei Wochen“.

Der Experte nannte die Hamsterkäufe - die sich zuletzt auf scheinbar knappe Güter wegen des Ukraine-Konflikts bezogen - als „irrationale Verbraucherentscheidung, bei der das Bauchgefühl den Einkauf bestimmt“. Nötig seien diese Einkäufe: „Unsere Lebensmittelversorgung ist sehr sicher“. Auch in Kassel müssen sich Kunden keine Sorgen vor leeren Regalen machen.

Hamstern wegen Ukraine-Krieg: Experte sieht Lieferschwierigkeiten

Zuletzt hatten Vertreter aus der Politik und Wirtschaft an die Bevölkerung appelliert, auf umfangreiche Hamsterkäufe zu verzichten. Genth hält das Hamstern für ein „offensichtlich deutsches Phänomen“. Zum Beispiel: In Italien und Spanien seien die Einkaufsregale in Supermärkten voll.

Hamstern wegen Ukraine-Krieg: Experten sprechen von einer neuen Phase des Kaufverhaltens.
Hamstern wegen Ukraine-Krieg: Experten sprechen von einer neuen Phase des Kaufverhaltens. (Symbolfoto) © Sven Hoppe/dpa

Dennoch: Der Experte gestand ein, dass es weiterhin Lieferschwierigkeiten gebe. „88 Prozent der Unternehmen haben Probleme bei der Beschaffung von Waren“, sagte Genth. Betroffen seien mehrere Branchen: vor allem der Bau- und Heimwerkermarkt, die Möbelbranche und der Lebensmittelhandel.

Corona-Lockdown in China wirkt sich auf Europa aus

Ein Grund für die aktuelle Lage sei unter anderem der neue Corona-Lockdown in China und den damit verbundenen Schließungen von Häfen. Diese Entwicklung wirke sich verzögert auf Europa aus. Lieferzeiten könnten dann auch mal sechs bis acht Wochen länger sein. Das werde sich bis in den September hineinziehen, prognostizierte Genth. „Es ist also beispielsweise auch die Wintermode betroffen“.

Anlass zur Sorge sieht Genth aber nicht. „Wir beziehen ja nicht nur Ware aus China, sondern beispielsweise auch aus Bangladesch und Myanmar oder aus Afrika, wo Textilunternehmen mitunter auch eigene Werke haben.“ (jfw)

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