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Sonnenblumenöl statt Diesel tanken? Das müssen Autofahrer jetzt wissen

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Von: Helena Gries

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Die Folgen des Ukraine-Krieges spüren Verbraucher aktuell an Tankstellen. Doch ist Sonnenblumenöl eine Alternative für Diesel?

Kassel – Der Ukraine-Konflikt* und die damit einhergehenden Sanktionen treiben aktuell die Preise für Benzin und Diesel immer weiter in die Höhe. Derzeit ist Tanken so teuer wie nie, die Preise für Benzin und Diesel liegen auf einem Rekordniveau. Und bislang scheint keine Besserung in Sicht.

Manche Verbraucherinnen und Verbrauchen möchten beim Gedanken an einen vollen Tank gern zu preiswerten Alternativen greifen und kommen auf kreative Ideen. Wie wäre es beispielsweise mit Sonnenblumenöl oder einem anderen Pflanzenöl? Schließlich gibt es ja auch Bio-Diesel.

Hohe Spritpreise wegen Ukraine-Krieg: Fachleute raten von Sonnenblumenöl im Tank ab

Pflanzenöl ist im Gegensatz zu den aktuellen Dieselpreisen äußerst günstig. Im Schnitt kostet das Öl rund 1,50 Euro pro Liter. Die Preise für einen Liter Benzin an Tankstellen haben die 2-Euro-Marke hingegen schon längst überschritten. Fachleute raten jedoch strikt davon ab, das Fahrzeug mit Öl statt Diesel zu tanken.

Pflanzenöl statt Diesel? Wer angesichts der aktuellen Sprit-Preise auf die Idee kommt, den Tank seines Fahrzeugs mit Alternativen zu befüllen, muss vorsichtig sein. (Symbolbild)
Pflanzenöl statt Diesel? Wer angesichts der aktuellen Sprit-Preise auf die Idee kommt, den Tank seines Fahrzeugs mit Alternativen zu befüllen, muss vorsichtig sein. (Symbolbild) © imago

Der ADAC erklärt, warum Sonnenblumenöl im Tank tabu ist: „Das größte Problem ist der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Pflanzenöle führen zu Startschwierigkeiten und wirken sich negativ auf Leistung und Lebensdauer des Motors aus“, so die Fachleute.

Zudem seien Einspritzpumpe, Einspritzdüsen und weitere Komponenten moderner Dieselmotoren nicht dafür vorgesehen, mit zähflüssigem Öl zu fahren. Sie können durch das Sonnenblumenöl verstopfen. Dann droht Verbrauchenden ein Schaden an Motor und Kraftstoffsystem. Herstellende erteilen außerdem keine Freigabe für das Fahren mit Pflanzenöl. Bei Schäden am Fahrzeug gibt es demnach keine Gewährleistung.

Sonnenblumenöl als Alternativen für Diesel: Wer Pflanzenöl tankt, begeht Steuerhinterziehung

Pflanzenöl wird seit dem 1. Januar 2008 als Kraftstoff gemäß Energie StG besteuert. Bei der Verwendung von Sonnenblumenöl aus dem Supermarkt für den Tank des Fahrzeugs begehen Verbraucherinnen und Verbraucher grundsätzlich Steuerhinterziehung. Denn Diesel ist ein Kraftstoff und Speiseöl ein Lebensmittel und werden unterschiedlich besteuert. Öl ist daher für Verbrauchende keine Alternative für die aktuell hohen Spritpreise an Tankstellen in Deutschland.

Sonnenblumen- und Rapsöl sind außerdem in Folge des Ukraine-Konflikts in vielen Supermärkten bereits Mangelware. Der Bedarf an Sonnenblumenöl wird in Deutschland zu 94 Prozent über Importe gedeckt und die Ukraine ist für Sonnenblumenöl das größte Exportland der Welt.

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Um angesichts des Ukraine-Kriegs* den günstigsten Spritpreis zu erwischen, können Verbrauchende einige Tipps an der Tankstelle beachten. Unter anderem können Apps beim Preisvergleich helfen. (Helena Gries) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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