1. Startseite
  2. Verbraucher

Vegan-Klatsche: In England droht Knast, wenn Hunde kein Fleisch bekommen

Erstellt:

Von: Bjarne Kommnick

Kommentare

Auf vegane oder vegetarische Hunde-Ernährung stehen in England Bußgelder von bis zu 23.000 Euro. Doch auch in Deutschland kann das geahndet werden.

Berlin – Können Veganerinnen und Veganer damit leben, ihre Haustiere mit tierischen Produkten zu ernähren? Offenbar nicht. Denn aus diesem Zwiespalt heraus setzen immer mehr Tierhalterinnen und Tierhalter auf vegane oder vegetarisches Futter. Zwar gibt es eine Studie, die belegt, dass vegane Ernährung am gesündesten für Hunde ist. Dennoch birgt die tierische Futterumstellung ein großes Risiko: Wer seinen Hund „falsch“ ernährt, dem drohen nämlich hohe Strafen, berichtet auch kreiszeitung.de.

Land:Vereinigtes Königreich
Bevölkerung:67,22 Millionen
Hauptstadt:London
Premierminister:Boris Johnson

Veganes oder vegetarisches Futter für den Hund: 23.000 Euro Strafe oder Knast

In Großbritannien kennt das Gesetz kein Pardon. Dort sieht die rechtliche Lage vor, dass Hunde zu den sogenannten „Karnivoren“, also fleischfressenden Tieren, zählen. Deshalb besagt das britische Tierschutzgesetz „Animal Welface Act“ von 2006, dass eine vegane oder vegetarische Ernährung für Hunde nicht angemessen sei, da das Essen „alle Bedürfnisse eines Hundes decken müsse“. Gleiches gelte beispielsweise auch für Katzen. Selbst eine Veganer-Mutter musste klein beigeben, ein Gericht ordnete Fleisch für Kind an.

Vegane Ernährung für Tiere.
Wer seinen Hund vegan ernährt, dem drohen bei Verstößen hohe Strafen. © dpa/Bernd Settnik

Bis zu 23.000 Euro Strafe: Vegane Hundenahrung in England verboten

Wer gegen das Gesetz verstößt, muss im Vereinten Königreich mit einer Geldstrafe von bis zu 20.000 britischen Pfund (etwa 23.000 Euro) oder sogar einer Haftstrafe rechnen. Denn durch vegane Ernährung würden Mängel bei dem Hund entstehen, ungeachtet davon, wie sehr Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer darauf achten, dass alle wichtigen Nährstoffe vorhanden sind. Generell wollen immer mehr Menschen für Gesundheit, Klima und Tierwohl auf Fleisch verzichten.

Bei veganer Nahrung drohen harte Strafen: Darauf sollten Hundebesitzer achten

Doch auch in Deutschland drohen bei veganer Ernährung hohe Strafen. Zwar nimmt das deutsche Gesetz nicht direkt Bezug auf Futter ohne Tierprodukte, jedoch besagt das deutsche Tierschutzgesetz quasi das Gleiche. In Paragraph II heißt es: „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen“. Seit dem neuen Gassi-Gesetz 2022 müssen Hundehalter sogar auf die Uhr schauen – Bußgeld droht.

Vegane Hunde-Nahrung in Deutschland erlaubt – trotzdem drohen Strafen

Zudem müssten Hundehalterinnen und Hundehalter „über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen“. Sprich, wenn dem Tier durch die vegane Ernährung Mangelerscheinungen entstehen, drohen ähnliche Strafen wie in England. Jedoch ist eine vegane Ernährung anders als in Großbritannien nicht explizit verboten. Ein Gesetz für Hundebesitzer regelt jedoch, wie oft und wie laut Hunde bellen dürfen.

Peta wirbt für vegane Hunde-Nahrung: „Vorurteile und Falschinformationen“

Auch die Tierschutzorganisation Peta beschäftigt sich mit dem Dilemma von veganer Tiernahrung: „Immer mehr Menschen ernähren sich aus ethischen Gründen vegan und geraten dabei leicht in einen Gewissenskonflikt: Auf der einen Seite wissen sie, dass Fleisch, Fisch, Milch und Eier auf unsäglichem Tierleid beruhen, auf der anderen Seite ernähren sie ihre geliebten ‚Haustiere‘ trotzdem damit“.

Doch dafür gebe es laut Peta nicht einmal einen Anlass: „Obwohl etliche gesunde Tiere zeigen, dass sie mit einer ausgewogenen rein pflanzlichen Ernährung keine Nachteile erleiden, halten sich Vorurteile und Falschinformationen hartnäckig“. Demnach kann eine nährstoffreiche Nahrung „auch mit rein pflanzlichen Zutaten erfüllt werden“. (Bjarne Kommnick)

Auch interessant

Kommentare