Abstimmung

So dreist tricksen Hersteller: Mogelpackung des Jahres steht fest

Mit der Verpackung die Kunden abzocken: Die Verbraucherzentrale hat jetzt die „Mogelpackung des Jahres 2021“ bekanntgeben.

Update vom Dienstag, 25.01.2022, 13.00 Uhr: Bei der Wahl zur „Mogelpackung des Jahres 2021“ hat die Verbraucherzentrale Hamburg eine Siegerin gefunden. Zur Auswahl standen fünf Produkte, die im vergangenen Jahr besonders negativ mit versteckten Preiserhöhungen aufgefallen sind. Nun haben Konsumenten in einer Online-Abstimmung entschieden.

Demnach stimmten die meisten Teilnehmenden für die „Paprika Sauce“ von Homann. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass Kunden mit einem kleineren Glas mit weniger Inhalt zum gleichen oder sogar sehr viel höheren Preis vom Hersteller getäuscht werden. In diesem Fall waren nach einer Design- und Namensänderung in einem Glas nur noch 400 statt 500 Milliliter. Der Handel habe darüber hinaus teilweise den Preis erhöht. Das berichtet Spiegel-Online.

Mogelpackung des Jahres: Kitkat auf dem zweiten Platz

Ein Sammelpack von Kitkat landete auf dem zweiten Platz. Hier wurde die Anzahl der Riegel von fünf auf vier reduziert. Auf Rang drei bis fünf folgen ein Waffelgebäck von Bahlsen, eine Soße von Knorr und Waffelblättchen der Marke Wurzener. Insgesamt haben die Verbraucherschützer die fünf Produkte aus insgesamt 2000 Beschwerden ausgewählt, die sie im Jahr 2021 erreicht haben.

Mogelpackung des Jahres: Auch 2021 fielen wieder viele Lebensmittel mit geänderten Füllmengen zulasten der Verbraucher auf.

Mogelpackung des Jahres: Verbraucherzentrale wählt verschiedene Produkte aus

Erstmeldung vom Montag, 10.01.2022, 11.05 Uhr: Hamburg – Ein bekanntes Schokogebäck ändert den Namen – und fürs gleiche Geld gibt‘s auf einmal weniger Inhalt. Eine Soßen-Packung enthielt vorher drei statt zwei Beutel, doch der Hersteller verlangt den gleichen Preis. Das sind nur zwei der Tricks, mit der die Lebensmittelindustrie die Verbraucher an der Nase herumführt.

Die Verbraucherzentrale sucht daher wieder die „Mogelpackung des Jahres“ für Produkte, die im vergangenen Jahr besonders negativ mit versteckten Preiserhöhungen aufgefallen sind. Dabei setzten die Hersteller laut Verbraucherzentrale auf „besonders raffinierte Füllmengenänderungen“.

Mogelpackung des Jahres: Verbraucherzentrale lässt abstimmen

Fünf Kandidaten stehen bei der „Mogelpackung des Jahres“ zur Auswahl. Darunter drei Süßwaren und zwei Soßenprodukte:

  • Kandidat 1 – „Perpetum“ von Bahlsen: Neuer Name, neue Verpackung, aber weniger Inhalt: 97 statt 130 Gramm bei fast gleichem Preis – das Schokogebäck wurde so bis zu 34 Prozent teurer.
  • Kandidat 2 – „Paprika Sauce“ von Homann: Statt 500 Milliliter sind nur noch 400 Milliliter im Glas. Gleichzeitig ist der Pries im Handel sogar gestiegen: Unterm Strich wurde die Würzsoße um 88 Prozent teurer.
  • Kandidat 3 – „KitKat“ von Nestlé: Da der Sammelpack nicht mehr aus fünf, sondern nur noch aus vier Packungen besteht, bedeutet das eine Verteuerung des Schokoriegels um 25 Prozent.
  • Kandidat 4 – „Rahm Soße“ von Knorr: Seit 2021 bietet Unilever die Fertigsoße nur noch als Zweier-Pack und nicht mehr als Dreier-Pack an. Der Gesamtpreis bleibt gleich – sprich eine Preiserhöhung um 50 Prozent.
  • Kandidat 5 – „Wurzener Waffelblättchen“ von Griesson – de Beukelaer: Neben der Verpackungsgröße steigt auch der Preis um überproportionale 27 Prozent, denn es sind nur drei Gramm mehr Inhalt drin. Das Produkt ist damit nicht nur eine Mogelpackung, sondern auch eine echte Umweltsünde.

Verbraucherzentrale kritisiert Handel und Politik wegen Mogelpackungen

Die Verbraucherzentrale moniert, dass der Handel bei den Mogelpackungen mitspiele und die Politik die Unternehmen gewähren lasse. Eigentlich lege allein der Handel die Verkaufspreise fest und müsste sich nicht nach den Vorstellungen der Hersteller richten.

Viele Verbraucher bemerkten die Tricksereien oft gar nicht und zahlten so deutlich mehr für bestimmte Produkte, die sie schon in der Vergangenheit in den Einkaufswagen gelegt haben, so die Verbraucherschützer.

Bei der Verbraucherzentrale wundert man sich indes nicht, dass jedes Jahres sehr viele Beschwerden zu Mogelpackungen mit weniger Inhalt und Luftpackungen eingehen. Im Jahr 2021 seien es rund 2000 gewesen. Denn mehr noch als die vermeintliche Preisstabilität ärgere die Menschen der zusätzlich produzierte Verpackungsmüll und die damit einhergehende Verschwendung von Ressourcen. 

Mogelpackungen: Verbraucherzentrale richtet Schmähpreis schon zum achten Mal aus

Die Abstimmung zur Mogelpackung des Jahres findet bereits zum achten Mal statt. Die Abstimmung auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg läuft noch bis Montag, 24. Januar, 16 Uhr.

Die Verbraucherzentrale warnte bereits im November vor abermaligen Mogelpackungen* in deutschen Supermärkten. Unter anderem sei die Tüte der „Manner Snack Minis“ bis zum Rand mit viel Luft aufgepumpt gewesen. (Paul Bröker) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Verbraucherzentrale Hamburg

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