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Edeka im Preisstreit mit Herstellern: Chef findet deutliche Worte

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Von: Vivian Werg

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Edeka befindet sich erneut in einem Preisstreit mit mehreren Markenherstellern – der Edeka-Chef teilt aus. Leere Regale könnten die Folge sein.

Kassel – Schlechte Nachrichten für Edeka-Kundinnen und Kunden: Schon bald könnten sie vor leeren Regalen stehen. Die Supermarktkette befindet sich erneut im Preisstreit mit mehreren großen Herstellern. Diese wollen mehr Geld für die Auslieferung der Produkte erhalten, Supermärkte und Discounter stellen sich dagegen.

Schon im vergangenen Jahr kam es in Deutschland zu langanhaltenden Streits bezüglich der geforderten Preise. Diese führten zeitweise dazu, dass einige Produkte beim Händler nicht erhältlich waren. Seit Großkonzerne bis zu 30 Prozent höhere Preise für ihre Produkte verlangen, schiebt Edeka einigen den Riegel vor und lehnt gemeinsame Geschäfte immer häufiger ab.

Edeka
Hauptsitz:Hamburg
Umsatz:67,1 Milliarden USD (2019)
Gründung:1898
Märkte in Deutschland:ca. 11.100 (Stand: 2021)

Edeka im Preisstreit mit Händlern: „Dagegen wehren wir uns“

Bei Edeka wird es einfach nicht ruhig. Nachdem es letztes Jahr einen Lieferstopp von Coca-Cola gegeben hat, der im Dezember beendet worden ist, drohen jetzt weitere Produkte aus den Regalen zu verschwinden. Beispielsweise von Beiersdorf, wozu Kosmetikprodukte wie Nivea oder Labello gehören, oder SC Johnson, die Hygiene- und Reinigungsartikel der Marken Glade, Duck oder Autan vertreiben. Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, weigere sich Edeka, den Preisforderungen einiger Hersteller nachzukommen. Die geforderten Erhöhungen seien laut der Supermarktkette nicht zumutbar.

Edeka befindet sich erneut in einem Preisstreit mit mehreren Markenherstellern. Das Unternehmen will sich zusätzliche Erhöhungen nicht bieten lassen.
Edeka: Preisstreit eskaliert – bald könnten Kunden wieder vor leeren Regalen stehen © Michael Gstettenbauer/ Imago

Edeka-Vorstandsvorsitzender Markus Mosa wirft den großen Lebensmittel-Herstellern deutlich überhöhte Forderungen vor. „Für 2023 liegen uns wieder massive Preisforderungen der großen Markenkonzerne auf dem Tisch. Und das zusätzlich zu den Preiserhöhungen, die bereits im vergangenen Jahr in Deutschland durchgesetzt wurden. Dagegen wehren wir uns“, sagte Mosa der „Bild“-Zeitung am Samstag (14. Januar).

Jahr für Jahr verhandeln große Ketten wie Edeka, Rewe, Aldi und Lidl erbittert mit Lieferanten um Preise und Konditionen. Bei diesen Preisverhandlungen im deutschen Lebensmittelhandel wird regelmäßig mit harten Bandagen gekämpft.

Preisstreit bei Edeka: Verhandlungen eskalieren zwischen Industrie und Handel

Die zusätzlichen Preis-Forderungen von Lieferanten für 2023 belaufen sich laut Edeka bereits jetzt, im Januar, auf 1,2 Milliarden Euro. Das sei nur von der Hälfte der Markenhersteller, viele weitere Forderungen würden noch folgen. Bereits 2022 seien Preiserhöhungen von rund 1,5 Milliarden Euro angefallen. Die ursprünglichen Forderungen der Industrie seien mehr als doppelt so hoch gewesen.

„Die Verhandlungen zwischen Industrie und Handel eskalieren weiter“, berichtet die Lebensmittel Zeitung. Edeka-Konkurrent Rewe rechnet laut dem Fachblatt ebenfalls mit einer Eskalation. Eine Entspannung bei den laufenden Preis-Streitereien sei nicht in Sicht.

Sollte der Preisstreit zwischen Edeka und den anderen Herstellern nicht beigelegt werden, müssen Kundinnen und Kunden in Zukunft auf eine weitere Vielzahl von Produkten verzichten. (dpa/ Vivian Werg)

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