Mysteriöser Code auf Lebensmittelverpackung: Wichtige Informationen für Verbraucher
Auf der Rückseite von Lebensmittelverpackungen offenbart sich ein rätselhafter Code mit Zahlen und Buchstaben. Er verbirgt wertvolle Informationen.
Berlin – Wer mal etwas genauer bei Produkten wie Schmand oder Wurstaufschnitt hinschaut, wird auf der Verpackung einen mysteriösen Code in einem Oval finden. Meist ist das Oval weiß, die Schrift schwarz oder blau. Doch was hat es mit damit auf sich – und welche nützlichen Informationen verbergen sich dabei für Verbraucher?
Dreiteiliger Code in einem Oval: Nicht der einzige Geheimcode im Supermarkt
Neben Nährwerten und Zutaten finden sich auch andere spannende Details auf der Rückseite von Produkten. Diese sind allerdings auf den ersten Blick gar nicht so offensichtlich: so beispielsweise der dreiteilige Code in einem Oval.
Aber auch andere Geheimcodes lassen sich in Supermärkten finden. Beispielsweise verraten die Codes auf Preisschildern bestimmte Produktdetails – und zum Teil kann man damit auch richtig sparen. Auch gibt es geheime Durchsagen von den Mitarbeitern im Supermarkt, mit denen Angestellte untereinander kommunizieren.
Code für Betriebe, die mit tierischen Lebensmitteln umgehen
Bei dem Oval auf den Produkten handelt es sich offiziell um das „Identitäts- und Genusstauglichkeitskennzeichen“, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) schreibt. Betriebe, die mit tierischen Lebensmitteln umgehen und zulassungspflichtig sind, müssen dieses Kennzeichen auf den Verpackungen anbringen. Dazu gehören Fleisch und Fleischerzeugnisse, Milch und Milcherzeugnisse, Eier und Eiprodukte, Fischereiprodukte, Schnecken, Muscheln, Innereien, Tierfette, Gelatine und Kollagen.
Betriebe, die diese Kennzeichnung angeben müssen, sind zum Beispiel:
- Schlacht- und Zerlegebetriebe
- Fleischverarbeitungsbetriebe
- Milch- und Milcherzeugnisbetriebe
- Betriebe, die Sprossen erzeugen
Das Identitätskennzeichen erinnert ein wenig an ein Autokennzeichen. Es hilft dabei, zu ermitteln, wo ein Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde. Allerdings: Die ursprüngliche Herkunft lässt sich aus dem Kennzeichen nicht herauslesen.
Buchstaben und Zahlen geben Auskunft über den Ort, wo das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde
Der Code setzt sich aus drei Zeilen zusammen:
- Zwei Buchstaben: Sie stehen für die Abkürzung des Erzeugerlands, beispielsweise „DE“ für Deutschland.
- Zwei Buchstaben und eine Zahlenfolge: Das beschreibt die Zulassungsnummer des Betriebs. Sie besteht aus der Abkürzung des Bundeslandes, in dem sich der Betrieb befindet, und einer Zahlenfolge.
- Zwei Buchstaben: Die Abkürzung für die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft – bei deutschen Produkten ist das „EG“, da das Kennzeichen EU-weit einheitlich gestaltet und gültig ist. Je nach Herkunftsland werden auch andere Abkürzungen für die Europäische Union verwendet (beispielsweise „CE“ für Produkte aus Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Rumänien und „EC“ für England).
Eine Liste mit den Abkürzungen jedes Erzeugerlands und jedes Bundeslands finden Sie hier. Auch kann mithilfe einer Liste des BVL eine bestimmte Zulassungsnummer gesucht werden. Bei dem Beispielbild steckt der Betrieb frischli Milchwerke GmbH dahinter.

Dieses Kennzeichen auf bestimmten Lebensmittelverpackungen enthält also nützliche Informationen für den Verbraucher. Es sorgt vor allem für Rückverfolgbarkeit und ist in erster Linie für Überwachungsbehörden gedacht. Denn: Wenn ein Produkt so ein Zeichen auf der Verpackung hat, bedeutet es, dass der Betrieb, der das Produkt zuletzt behandelt oder verpackt hat, nach EU-weiten Hygienestandards arbeitet und entsprechend überwacht wird.
„Betriebe, die das Zeichen vergeben wollen, werden dafür erst zugelassen, wenn sie nachgewiesen haben, dass sie besondere Anforderungen an das Hygienerecht erfüllen. Dies dient dem Schutz der öffentlichen Gesundheit“, schreibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seiner Webseite.
Rückrufe in Supermärkten kommen häufig vor
Wer in verschiedenen Supermärkten einkauft, ist aber nicht nur diesem Kennzeichen auf den Verpackungen begegnet, sondern hat sicherlich auch schon den ein oder anderen Rückruf in den Medien gesehen. Dabei sind die Gründe für einen Rückruf sehr vielfältig. Derzeit gibt es in mehreren Supermärkten dringende Rückrufe, beispielsweise auf Kartoffeln von Edeka und Netto. (ful)