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Röntgenbild deckt Lidl-Schummel auf – Discounter muss nach Klage reagieren

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Eine Frau mit Rollator trägt einen Mund-Nasen-Schutz und passiert ein Einkaufsladen.
Lidl-Schummel mit Röntgenbild aufgedeckt (Symbolfoto). © Lorenzo Carnero/ZUMA Wire/dpa

Bei Lidl soll eine Müsli-Packung nicht hinreichend gefüllt gewesen sein. Nach einem Vergleich muss der Discounter nun reagieren.

Hamburg - Nicht immer halten Produkte bei Rewe, Edeka, Aldi und Co., was sie versprechen: Sogenannte Mogelpackungen erwecken den Eindruck, dass sich mehr Inhalt in Packungen verbirgt, als tatsächlich enthalten ist. Immer wieder decken Verbraucherschützer freche Mogelpackungen auf. Zuletzt wurde auch Aldi eine Mogelpackung unterstellt. Konkurrent Lidl muss jetzt sogar ein Produkt anpassen.

Denn: Bei Lidl soll eine Müsli-Packung nicht hinreichend gefüllt gewesen sein. „400 Gramm Müsli verteilen sich bei diesem Produkt auf etwas mehr als die Hälfte der Dose. Der Rest der Packung bleibt leer“, teilt die Verbraucherzentrale in Hamburg mit. Die Verbraucherschützer sehen darin eine eindeutige Täuschung der Kundinnen und Kunden.

Zudem sei diese Mogelpackung eine unnötige Belastung für die Umwelt, da sie wertvolle Ressourcen verschwende. Darum klagte die Verbraucherzentrale Hamburg nach einer erfolglosen Abmahnung gegen das fragwürdige Vorkommen, berichtet lebensmittelzeitung.de.

Lidl und Verbraucherzentrale einigen sich auf Vergleich

Beide Parteien haben sich auf einen Vergleich geeinigt. Lidl darf das Müsli nicht mehr mit viel weniger Inhalt verkaufen. Bedeutet: Die überdimensionierten Packungen beim Discounter-Müsli sind bald Geschichte. Lidl hat in dem Fall eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterschrieben. Sollte der Discounter das Müsli erneut mit zu wenig Inhalt verkaufen, droht eine Strafe. Die Klage hat die Verbraucherzentrale nach dem Vergleich zurückgezogen.

Nach Beschwerden von Kunden hatte die Verbraucherzentrale Hamburg Röntgenaufnahmen der Müsli-Packung in Auftrag gegeben. Dabei wurde unter anderem klar: Die geringe und falsch angegebene Füllmenge konnte nicht durch Fehler in der Produktion entstanden sein. Die Verpackungen seien nicht einmal zu 60 Prozent gefüllt gewesen – das sei auch besonders wenig, wenn man ein „Zusammenrütteln“ des Inhalts während der Produktion berücksichtigten würde. Bis Ende November hat Lidl nun eine sogenannte Aufbrauchfrist, um die bemängelten Verpackungen noch weiter zu verkaufen. (Jan Wendt)

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