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Jahresendspurt: Jetzt noch Geld sparen - Steuern, Resturlaub, Weihnachtsgeld

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Von: Stella Henrich

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Anspruch auf Weihnachtsgeld? Bonus für Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse? Kfz-Versicherung?Tilgungen bei der Bank? Verbraucher haben bis Ende des Jahres noch einiges tun.

München ‒ Der Christbaum steht, an den Zweigen hängen bereits Kugeln und buntes Lametta. Die Geschenke für die Liebsten sind auch schon verpackt, die Einladungen fürs Fest versendet. Sie haben an alles für ein feierliches Weihnachten mit der Familie gedacht. Doch es gibt noch ein paar mehr Termine, die Sie als Verbraucher vor Ende des Jahres nicht verpassen sollten, damit das Jahr 2022 perfekt zu Ende geht, berichtet merkur.de. Verpassen Sie jetzt also keine Frist!

Diese Termine sollten Verbrauche jetzt prüfen:

Urlaubsanspruch checkenJetzt oder spätestens bis 31. März 2023 nehmen
Anspruch auf ZahnersatzbonusIst Ihr Bonusheft für 2022 lückenlos ausgefüllt?
Kfz-VersicherungKilometerstand checken und zu viel bezahltes Geld erstatten lassen
Schulden bei der Bank jetzt zurückzahlenZinsen sparen, wenn Sie eine Sondertilgung vereinbart haben
Steuern in 2022 noch sparenWerbungskostenpauschale knacken
Verjährungsfrist von Schulden nicht verpassenAnsprüche aus 2019 laufen aus
Arzt- und Apothekenquittungen überprüfenAntrag auf Befreiung von Zuzahlung stellen
Aktive Verträge wechselnKündigungsfristen von Versicherungen, Sportstudios, Energieversorgern checken
Anspruch Weihnachtsgeld überprüfenSonderzahlung, aber: Bonus zum Jahresende gibt es trotzdem

Jahresendspurt für Verbraucher: Resturlaub jetzt auf Folgejahr übertragen und Bonusheft checken

Vielleicht haben noch nicht alle Arbeitnehmer ihren Jahresurlaub genommen. Damit die restlichen Tage nicht verfallen, sollten Verbraucher diese jetzt ins neue Jahr übertragen. Sie verfallen erst mit der Frist 31. März 2023. Prinzipiell ist eine Urlaubsübertragung ins Folgejahr allerdings nur möglich, wenn dringende persönliche oder dringende betriebliche Gründe dies rechtfertigen. Diese können beispielsweise die eigene Arbeitsunfähigkeit oder die Erkrankung eines Angehörigen sein.

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Wer sein Bonusheft pflegt, ist beim Zahnersatz im Vorteil. (Symbolbild) © IMAGO

Wer sein Bonusheft lückenlos führt, ist im Vorteil. Diesen Versicherten stehen Zuschüsse bei Brücken, Kronen oder Prothesen der gesetzlichen Krankenversicherung zu. Es kann sich für Verbraucher also durchaus lohnen, jetzt noch rasch einen Termin bei Zahnarzt zu vereinbaren - sofern der Eintrag im Heft für das Jahr 2022 fehlt.

Jahresendspurt für Verbraucher: Kfz-Versicherung und Sondertilgungen prüfen

Wer weniger Auto in 2022 gefahren ist, als er seiner Versicherung angegeben hat, sollte den Tachostand noch vor Ende des Jahres seiner Versicherung mitteilen. Erfahrungsgemäß passen viele Versicherer die tatsächlich gefahrenen Kilometer rückwirkend an die Beiträge an und erstatten dem Kunden das zu viel gezahlte Geld. Als erhebliche Veränderung wird üblicherweise eine Abweichung von mehr als 1.000 Kilometern und mehr als 10 Prozent der vereinbarten Laufzeit angesehen. Bei einer Unterschreitung liegt es folglich im Interesse des Versicherten, da er so Beiträge sparen kann.

Bares Geld sparen Verbraucher ebenfalls jetzt noch, wenn sie einen Darlehensvertrag vorzeitig zurückzahlen oder zur zusätzlichen Tilgungsrate noch eine Sondertilgung mit ihrer Bank vereinbart haben. In manchen Verträgen können solche Sondertilgungen bis zu einer bestimmten Höhe und oft auch nur einmal im Jahr geleistet werden, erklärt Rechtsanwältin Nicole Mutschke bei Bild. Verbraucher sollten daher also genau in ihrem Vertrag nachlesen, ob eine solche Sondertilgung möglich ist. Denn dies spart am Ende Geld, das für hohe Zinsen anfallen würde.

Jahresendspurt für Verbraucher: Werbekostenpauschale jetzt noch voll nutzen und Verjährungsfrist von Schulden nicht verpassen

Seit diesem Jahr liegt die Werbungskostenpauschale bei 1200 Euro. Um in der Steuererklärung mehr aus seinen Werbungskosten herauszuholen, müssen Verbraucher diesen Betrag überschreiten. Wer also 2022 für jobbezogene Ausgaben – etwa Kosten für Bewerbungen, Arbeitsmaterialien, Fortbildungen, Arbeitskleidung und Arbeitszimmerausstattung – schon knapp an dieser Grenze liegt, sollte sich überlegen, ob notwendige Investitionen jetzt noch vorgezogen werden sollten. Wer die Anschaffung ins darauffolgende Jahr verschiebt, und dann unterhalb der Pauschale bleibt, verschenkt die Steuerersparnis. Wie Verbraucher bis zum Jahresende weitere Steuern sparen können, erfahren Sie hier bei uns: Unsere 10 Tipps.

Auch diese Frist sollten Verbraucher jetzt nicht verpassen: Die Verjährungsfrist des Jahres 2019. Ansprüche auf geschuldetes Geld enden mit dem 31. Dezember 2022. Eintreiben lässt sich das Geld laut Nicole Mutschke zum Beispiel mit der Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens.

Jahresendspurt für Verbraucher: Quittungen prüfen, Verträge jetzt wechseln und Weihnachtsgeld-Anspruch checken

Um unnötige Zuzahlungen für Arzneimittel zu vermeiden, sollte die Zuzahlungen im Blick behalten und die Quittungen aufbewahren. Die Zuzahlungsbefreiung gilt stets nur für ein Kalenderjahr und muss daher immer wieder neu beantragt werden. Wenn Verbraucher für Arzneimittel aber zuzahlen müssen, ist es ratsam, die Belege für das Jahr 2022 für Ihre Steuererklärung aufzuheben. Die Quittungen können Sie als außergewöhnliche Belastung bei der kommenden Steuererklärung absetzen.

Zuzahlung bei verschreibungspflichtigen Medikament oder Befreiung

Die Belastungsgrenze für Zuzahlungen liegt bei zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, d.h. wer darüber hinaus Geld für Zuzahlungen ausgeben muss, kann sich für den Rest des Jahres von den Zuzahlungen befreien lassen. Für chronisch Kranke liegt die Belastungsgrenze bei einem Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen. Die persönliche Belastungsgrenze wird laut Verbraucherschützern jedes Jahr neu ermittelt und muss bei der Krankenkasse beantragt werden. (Quelle. Bundesministerium für Gesundheit)

Grundsätzlich gilt auch, alle bestehenden Verträge vor Jahresende zu prüfen. Hin und wieder kann sich noch der Wechsel einer Versicherung oder des aktuellen Energieversorgers lohnen. Doch Vorsicht: Verbraucher sollten die Kündigungsfristen bestehender Verträge beachten, um aus einem Vertrag jetzt noch herauszukommen.

Auch ein Blick in den Arbeitsvertrag kann sich finanziell jetzt lohnen. Zwar hat nicht jeder Arbeitnehmer Anspruch auf die Sonderzahlung „Weihnachtsgeld“. Denn nur, wenn der Arbeitsvertrag dies vorsieht, fließt das Geld auf das Konto von Beschäftigten. Ein Anspruch kann aber aufgrund einer „betrieblichen Übung“ entstehen, wenn der Arbeitgeber einfach so Weihnachtsgeld zahlt, ohne dass dies vertraglich geregelt wurde. Laut Rechtsanwältin Mutschke gilt, „wenn der Arbeitgeber drei Jahre diesen Obolus hintereinander gezahlt hat. Dann kann der Arbeitnehmer einen Anspruch darauf haben.“

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