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Bahlsen-Erbin zieht sich aus Familienunternehmen zurück

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Von: Kilian Bäuml

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Mit markigen Sprüchen wie „Ich bin Kapitalistin“ machte sie in der Vergangenheit Schlagzeilen. Nun zieht sich Verena Bahlsen aus dem Tagesgeschäft des Keksherstellers zurück.

Hannover - Nach eigenen Angaben hat Bahlsen rund 2600 Mitarbeitende in über 80 Ländern. Seit 1889 ist Hannover der Hauptstandort des Keksherstellers. Nun verlässt Erbin Verena Bahlsen das traditionsreiche Familienunternehmen aus Niedersachsen.

Sie zieht sich nach nicht einmal einem Jahr wieder aus der Geschäftsführung zurück. Aufmerksamkeit erregte die Unternehmenserbin in der Vergangenheit vor allem mit fragwürdigen Aussagen, für die sie deutliche Kritik erntete.

Verena Bahlsen zieht sich aus Geschäftsführung des Keksherstellers zurück

In einer Mitteilung wurde bekannt gegeben, dass Bahlsen „ihre aktive Rolle als Chief Mission Officer“ zum Ende des Jahres beenden wird, um sich neuen Projekten außerhalb des Familienunternehmens zu widmen. Das vierköpfige Management-Team, welches das Unternehmen leitet, und dem Bahlsen nun nur noch bis Ende des Jahres angehören wird, war erst im Januar 2022 gegründet worden.

Ab Januar 2023 soll Alexander Kühnen neuer Geschäftsführer von Bahlsen werden. Dieser war bisher Geschäftsführer der Carl Kühne KG in Hamburg.

Rückzug von Verena Bahlsen: „Ich bin Kapitalistin“

Um sich zu modernisieren und mehr auf Themen wie Nachhaltigkeit zu fokussieren, gab es in der Führungsriege des Familienunternehmens in den vergangenen Jahren mehrfach personelle Veränderungen. 2018 zog sich Werner M. Bahlsen nach über 30 Jahren als Vorstandschef zurück. Im selben Jahr trat seine Tochter, Verena Bahlsen, als aktive Gesellschafterin in Erscheinung. Nur ein Jahr später machte sie mit fragwürdigen Aussagen auf sich aufmerksam.

Verena Bahlsen
Verena Bahlsen zieht sich aus der Geschäftsführung zurück. © Monika Skolimowska/dpa

„Ich bin Kapitalistin. Mir gehört ein Viertel von Bahlsen und da freue ich mich auch drüber. Es soll mir auch weiterhin gehören. Ich will Geld verdienen und mir Segelyachten kaufen von meiner Dividende und so was“, sagte sie beispielsweise der Süddeutschen Zeitung.

Für deutlich mehr Kritik sorgte eine Aussage von Bahlsen auf einer Marketingkonferenz über die Vergangenheit des Unternehmens während der NS-Zeit: „Das war vor meiner Zeit und wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt, wie die Deutschen und sie gut behandelt.“ Eine Aussage, für die sie sich später öffentlich entschuldigte.

Verena Bahlsen: Eine kurze Karriere beim Kekshersteller

„Wir als Familie und der Verwaltungsrat danken Verena, dass sie mit ihrem tiefen Verständnis für die Veränderungen der globalen Märkte und ihrem Einfühlungsvermögen für die Marken geholfen hat, unsere Key Assets zu neuem Glanz zu verhelfen“, sagt ihr Vater Werner M. Bahlsen über ihren Entschluss, die Geschäftsführung des Familienunternehmens zu verlassen. (Kilian Bäuml/dpa)

Keksliebhaber kommen in Kassel ab sofort auf ihre Kosten: In der Nordstadt hat ein neues Bahlsen-Outlet eröffnet. Dort gibt’s auch Süßes und Salziges.

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