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Vitamin D trotz Verbot in Lebensmitteln – Verbraucherzentrale alarmiert

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Von: Karolin Stevelmans

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Kauft man im Supermarkt ein, achtet man nur selten auf bestimmte Zusatzstoffe. Doch die Verbraucherzentrale hat sich einige Lebensmittel näher angesehen.

Dortmund – Bestimmte Zusatzstoffe werden nicht nur von Verbrauchern ungern gesehen, sondern schlagen auch bei Verbraucherschützern Alarm. Denn einige Inhaltsstoffe sind sogar verboten. Wie ein Marktcheck der Verbraucherzentralen jedoch ergab, halten sich nicht alle Nahrungshersteller daran.

Verbraucherzentrale deckt auf: Vitamin D unerlaubt in Lebensmittel hinzugefügt

Der sogenannte Nutri-Score hilft Verbrauchern zu erkennen, welche Lebensmittel gesund oder ungesund sind. Allerdings kann die Lebensmittel-Ampel nicht angeben, ob die Produkte unerlaubte Zusatzstoffe enthalten. Bei einem Test der Verbraucherzentralen wurden 112 Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe überprüft.

Das Ergebnis fällt ernüchternd aus, wie RUHR24 berichtet. Denn 68 Produkte wiesen den Stoff Vitamin D auf, der ohne erforderliche Genehmigung beigefügt wurde. Sie dürften daher eigentlich gar nicht verkauft werden, so die Verbraucherschützer.

Unter den getesteten Produkten waren auch bekannte Marken wie Alpro, Amecke, Rama und Nestlé. Detaillierte Testergebnisse sind auf der Website der Verbraucherzentrale zu finden.

Wofür Vitamin D im Körper gut ist und wann ein Überschuss schädlich sein kann

Vitamin D ist ein zentrales Vitamin für den menschlichen Körper und fördert vor allem den Knochenerhalt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt an, dass der Mensch Vitamin D durch die Sonneneinstrahlung auf der Haut bildet. Wenn es in der Winterzeit wenig Sonnenlicht gibt, greift der Körper auf die Reserven zurück, die im Sommer aufgebaut wurden.

Reicht der Vitamin-D-Speicher nicht aus, kann ein Mangel die Folge sein. Dieser kann sich gesundheitsschädigend auf die Knochenstruktur auswirken und andere körperlichen Folgen nach sich ziehen. Zu Nahrungsergänzungsmitteln sollten Verbraucher allerdings auch nicht sofort greifen, denn auch ein Vitamin D-Überschuss kann sich schädlich auf die Gesundheit auswirken.

Verbraucherzentrale deckt auf: Vitamin D-Überschuss kann schwerwiegende Folgen haben

Genau darum ist das Ergebnis der Marktstichprobe so alarmierend. In Deutschland dürfen nur Produkte wie Margarine und Streichfett mit Vitamin D angereichert werden. Zudem besteht eine Sondergenehmigung bei Pilzen und Milch, bei denen künstliche UV-Strahlung für einen höheren Vitamin-D-Gehalt sorgt. Die restlichen Lebensmittel benötigen eine gesonderte Genehmigung.

Rund 61 Prozent der getesteten Produkte fielen allerdings durch, da die notwendige Erlaubnis nicht vorlag. Zehn Lebensmittel wiesen keine eindeutige Erlaubnis auf. Aber was kann ein Überschuss an Vitamin D im Körper verursachen?

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Lebensmittelhersteller benötigen eine Genehmigung für die Hinzugabe von Vitamin D. © Erwin Wodicka/Shotshop/Imago

Menschen können bei einer übermäßigen Aufnahme von Vitamin D eine regelrechte Vergiftung erleiden. Die Folgen können Schädigungen der Nieren oder Herzrhythmusstörungen sein (mehr zu Supermärkte und Discounter bei RUHR24).

Aus diesem Grund gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bereits Höchstmengen für den Vitamin-D-Gehalt in Lebensmitteln vor. Die Verbraucherzentrale fordert allerdings bessere Kontrollen für die Hersteller.

Verbraucherzentrale deckt unerlaubten Vitamin D-Gehalt auf – Tipps für Verbraucher

Neben fehlender Erlaubnis für die Vitamin D-Hinzugabe, stellten die Tester bei 13 Produkten eine Überschreitung der Höchstmenge fest. Zudem ergab der Marktcheck, dass einige Produkte alleine aufgrund des Produktkonzepts und Empfehlungen des BfR keine Zusatzstoffe enthalten dürfen. Die Verbraucherzentrale führt dafür Beispiele wie Milchersatzprodukte, Smoothies, Tees oder Süßigkeiten auf.

Verbraucher sollten also darauf achten, möglichst wenig Produkte zu kaufen, die mit Vitamin D angereichert sind. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft und Bewegung können den Vitamin-D-Haushalt auf natürliche Weise erhöhen.

Eine calciumreiche Ernährung mit Milchprodukten, Mineralwasser oder dunkelgrünes Gemüse kann einen Mangel ebenfalls verhindern. Auch fetthaltiger Fisch, Eier und Pilze werden empfohlen. Vor Kurzem konnte die Verbraucherzentrale auch eine Mogelpackung beim Discounter Lidl enthüllen.

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