30 Prozent leiden an Mangel

Vitamin-D-Mangel: Bei diesen Symptomen sollten Sie reagieren

Ein Mangel an Vitamin D kann für die Gesundheit ernste Konsequenzen haben. So können Sie die Anzeichen erkennen und rechtzeitig aktiv werden.

Kassel – Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen können Anzeichen für einen Vitamin-D-Mangel sein. Mehr als 30 Prozent der Deutschen leiden darunter – dabei kann ein Mangel nicht nur drastische Konsequenzen haben, sondern ist auch leicht zu vermeiden. Eine Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) legt nahe, dass nur 38,4 Prozent der Menschen in Deutschland ausreichend mit dem wichtigen Vitamin versorgt sind.

Vitamin D spielt eine Schlüsselrolle bei Knochenstoffwechsel und anderen Stoffwechselprozessen. Innerhalb der Vitamine hat es eine Sonderrolle, da es nicht nur durch die Ernährung zugeführt wird, wie beispielsweise Vitamin C. Ein Mangel kann ernsthafte Konsequenzen haben. Wie Sie einen Vitamin-D-Mangel erkennen und beheben können im Überblick.

Vitamin D ist äußerst wichtig für den Körper. (Symbolbild)

Vitamin-D-Mangel: Welche Symptome können auftreten?

Ein Vitamin-D-Mangel hat laut der Patienteninformationsseite des medizinischen Lehrbuchs MSD Manual zur Folge, dass der Körper weniger Kalzium und Phosphat aufnehmen kann – mit verheerenden Folgen für Knochen und Muskeln. Unabhängig vom Alter zeigt sich der Mangel durch Schwäche oder durch Muskel- sowie Knochenschmerzen. Weitere Symptome sind je nach Alter sehr unterschiedlich.

AlterAnzeichen eines Vitamin-D-Mangels
SäuglingeRachitis, Verzögerung beim Sitzen und Krabbeln
Kinder zwischen einem und vier JahrenKnochen verwachsen, Verkrümmung der Wirbelsäule, X- oder O-Beine
Ältere Kinder und JugendlicheSchmerzen beim Gehen, X- oder O-Beine, abgeflachte Beckenknochen
ErwachseneSchwäche der Knochen, Berührungsempfindlichkeit, Brüche
ÄltereKnochenbrüche bei leichten Erschütterungen oder Stürzen
Quelle: MSD Manual

Bei Säuglingen kann es zu einer Rachitis, also einer Knochenerkrankung, kommen. Anzeichen dafür ist unter anderem ein weicher Kopf. Außerdem wachsen die Knochen nicht normal. Meist beginnen diese Babys nur verzögert damit, sich aufzusetzen oder zu krabbeln und leiden unter Muskelkrämpfen. Kinder zwischen einem und vier Jahren können laut dem Manual unter einer Verwachsung der Knochen leiden. X- oder O-Beine können Symptome für einen Vitamin-D-Mangel sein. Zusätzlich lernen diese Kinder nur schwer das Gehen. Ein schwerer Mangel kann bei älteren Kindern und Jugendlichen dazu führen, dass ihnen das Gehen starke Schmerzen verursacht. Neben der veränderten Beinstellung, die auch bei Jüngeren auftritt, können sich auch die Beckenknochen abflachen.

Dagegen leiden Erwachsene überwiegend unter einer Schwäche der Wirbelsäule, der Beine oder des Beckens. Betroffene können unter Berührungsempfindlichkeit leiden. Auch Knochenbrüche können ein Anzeichen sein. Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr, sich bereits bei eigentlich unbedeutenden Stürzen Knochen zu brechen.

Vitamin-D-Mangel vorbeugen: Was Sie gegen einen Mangel tun können

Über die Ernährung kann nur ein geringer Anteil an Vitamin D aufgenommen werden. In der Regel bildet der Körper den wichtigen Stoff selbst. Über 80 Prozent des Bedarfs wird laut RKI mithilfe von Sonnenlicht im Körper hergestellt. Die aktuelle Empfehlung lautet: „Zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal pro Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne auszusetzen. Für eine ausreichende Vitamin-D-Synthese reicht hierbei bereits die Hälfte der Zeit, in der sonst ungeschützt ein Sonnenbrand entstehen würde“, so das RKI. Je nach Hauttyp ist die minimale Dauer für das Sonnenbaden jedoch unterschiedlich.

Lebensmittel decken nur zwischen zehn und zwanzig Prozent des Vitamin-D-Bedarfs. Dabei haben verschiedene Fischarten einen besonders hohen Anteil, aber auch Eier, spezielle Fleischsorten und Pilze. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat diese in einer Übersicht wie folgt zusammengefasst:

  • Hering (7,80 – 25,00 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm)
  • Lachs (16 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm)
  • Hühnereigelb (5,60 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm)
  • Makrele (4 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm)
  • Pfifferlinge (2,1 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm)
  • Champignons (1,9 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm)
  • Rinderleber (1,7 Mikrogramm Vitamin D pro 100 Gramm)

Vitamin-D-Mangel: Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel?

Um zu ermitteln, ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, sollte in jedem Fall ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Mithilfe von Bluttests können die Fachleute einen Mangel feststellen. Nur auf ärztliche Empfehlung hin sollte zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen werden. Denn: Auch eine Überversorgung mit Vitamin D kann der Gesundheit schaden.

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Eine Vergiftung mit dem Vitamin kann sich aber nicht nur durch Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch durch eine übermäßige Einnahme von Lebensmitteln, die mit Vitamin D angereichert wurden, entwickeln. Symptome einer Vitamin-D-Vergiftung können laut RKI Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfe und Erbrechen sein. Da der Kalziumspiegel stark erhöht wird, kann es in schweren Fällen auch zu Nierenschäden oder Herzrhythmusstörungen kommen. Das Institut warnt außerdem, dass eine sogenannte „schleichende Überdosierung“ möglich ist, denn das Vitamin wird im Körper gespeichert. (Sophia Lother)

Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

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