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Vodafone schaltet auf Sparflamme: Was das für Kunden bedeutet

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Von: Nadja Austel

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Düsseldorf 22.06.2022 Vodafone Mobilfunk Shop Düsseldorf Nordrhein-Westfalen Deutschland *** Dusseldorf 22 06 2022 Voda
Vodafone schaltet auf Energie-Sparflamme: Was das für Kunden bedeutet. (Symbolbild) © IMAGO/Michael Gstettenbauer

Vodafone kündigt an, Energie durch dynamische Funkzellen sparen zu wollen. Diese sollen ihre Leistung automatisch drosseln, wenn sie nicht gebraucht werden.

Düsseldorf – Die Energie-Krise hat auch die Wirtschaft im Griff: Vodafone will nun ebenfalls Sparmaßnahmen einführen, um den Energie-Verbrauch im deutschen Mobilfunknetz zu verringern. Dabei soll eine intelligente Netzsteuerung zum Einsatz kommen, die automatisch die Leistung drosseln kann.

Die Chefin des Vodafone-Netzes, Tanja Richter, kündigte am Sonntag (16. Oktober) an: Nach dem erfolgreichen Test in rund 100 Funkzellen soll nun der Energie-Verbrauch der deutschen Funkstationen am Nutzungsverhalten und somit am tatsächlichen Energie-Bedarf ausgerichtet werden.

Vodafone: Energie sparen – Was heißt das für die Kunden?

Insgesamt betreibt Vodafone in Deutschland rund 25.000 Mobilfunkstationen. Ein dynamischer Energie-Sparmodus kam bislang nur im Nachtbetrieb zum Einsatz. Die meisten der Funkstationen sollen zukünftig die Sendeleistung auch in Echtzeit herunterfahren, wenn nur wenige Menschen aktiv das Netz nutzen. 

Dabei soll eine Mindestbandbreite von 100 Megabit pro Sekunde nicht unterschritten werden. „Sobald der Bedarf wieder steigt, stellt das Netz automatisch auf volle Kraft mit noch höheren Bandbreiten um“, sagte Richter. Eine höhere Bandbreite wird immer dann benötigt, wenn mehrere Nutzer und Nutzerinnen gleichzeitig eine Funkzelle in Anspruch nehmen. Bleibt die insgesamt verfügbare Bandbreite gleich hoch, wird sie aufgeteilt. Die Surf-Geschwindigkeit beim Einzelnen wird dadurch jedoch langsamer.

Vodafone: Energie-Sparmodus soll nur bis 100 Megabit pro Sekunde drosseln

Laut den Hochrechnungen zum Energie-Verbrauch von Vodafone könnten sich durch die dynamische Anpassung bis zu 30.000 Kilowattstunden am Tag einsparen lassen. Das entspräche einer Energie-Versorgung von etwa 3000 Haushalten. Vodafone-Netz-Chefin Richter betonte, dass das Surfen für den Einzelnen durch den „dynamischen Standby“ nicht beeinträchtigt werde.

Verbraucher und Verbraucherinnen beim Anbieter Vodafone sollten jedoch auch beachten, dass der Netzausbau nicht in jedem Ort gleich weit vorangeschritten ist. Die Funkmasten sind die technische Grundlage für eine gute Netzabdeckung. Gebiete, in denen sich der Ausbau der Funkstationen für die Netzbetreiber wirtschaftlich nicht lohnt, sind auf Ausbau-Initiativen der Länder angewiesen.

Vodafone: Spart Energie und Ausbau-Kosten?

Vom Energie-Sparer Vodafone wird daher zwar mit bis zu 500 Megabit pro Sekunde (Downloadgeschwindigkeit) in über 60 deutschen Städten geworben. Und während das Angebot in den Städten sich verbessert, sieht es außerhalb noch immer anders aus: Durch per App mögliche Speed-Tests wird vielerorts nicht einmal die 100-Megabit-Schwelle erreicht, die von Richter als Mindestmaß des Standby-Betriebs genannt wurde.

Ort der MessungDown­load-Geschwindigkeit (in MBit/s)Upload-Geschwindigkeit (in MBit/s)
Hanau76,7 bis 90,88,04 bis 29,9
Frank­furt am Main-Ginn­heim 1)90,5 bis 10534,5 bis 41,1
Rasthof Göttingen25,4 bis 43,57,97 bis 9,15\t
Ingel­heim 1)214 bis 23055,4 bis 58,3\t
Lübeck-Trave­münde6,20 bis 8,550,57 bis 0,81

Quelle: Teltarif, Mess­wert-Zeit­punkt: Mai bis August 2022 (je nach Standort), 1) im LTE-Netz.

Vodafone: Geschwindigkeit schon vor Energie-Sparmodus unter Mindestgrenze?

Die Testergebnisse für Vodafone von Mai bis August 2022 des Online-Magazins Teltarif belaufen sich für den Standort Hanau beispielsweise auf 76,7 bis 90,8 Megabit pro Sekunde – für Frankfurt im Stadtteil Ginnheim auf immerhin 90,5 bis 105 Megabit pro Sekunde. Allerdings wurden auch Werte im einstelligen Bereich gemessen, etwa in Lübeck-Travemünde, wo lediglich 6,2 bis 8,5 Megabit pro Sekunde im Download zur Verfügung standen. Ein Rasthof in Göttingen schnitt mit 25,4 bis 43,5 Megabit pro Sekunde ebenfalls sehr niedrig ab.

Für Kundinnen und Kunden von Vodafone gilt also: Die Energie-Sparmaßnahme des Anbieters hat laut Angaben des Konzerns keine Auswirkungen auf die Surf-Geschwindigkeit. Jedoch ist es sinnvoll, Telekommunikationsanbieter auf die tatsächlich vor Ort verfügbare Leistung hin zu überprüfen. Kürzlich wurden vermehrt Störungen bei Vodafone gemeldet – diese betreffen das Festnetz sowie das Internet über Kabel und DSL. (na/dpa)

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