Schädliche Lebensmittel

Giftig bis lebensgefährlich! Vorsicht bei diesen Lebensmitteln

In so manchem Gewürz, Gemüse oder Pilz stecken Stoffe, die für den Menschen gefährlich werden können. Zum Beispiel, wenn sie falsch zubereitet werden.

Kassel - Richtig zubereitet sind die meisten Lebensmittel, die in der Natur vorkommen, vitaminreich, lecker und bekömmlich - doch manche von ihnen können für den Menschen auch unangenehm sein. Dann nämlich, wenn bestimmte Inhaltsstoffe bei rohem Verzehr oder in großen Mengen unverträglich sind.

Bekanntestes Beispiel: die Muskatnuss. Das Gewürz, das hierzulande in keiner Küche fehlen darf, wird aus dem Samen der Frucht am Muskatnussbaum gewonnen, der vor allem in Indonesien, Guatemala und Indien kultiviert wird. Weil Muskatnuss desinfizierend wirkt, wird das Gewürz in vielen Küchen auch zur Haltbarmachung eingesetzt.

Manche Lebensmittel wie Mandeln, Bohnen, Gewürze aber auch Kartoffeln können gefährlich werden. Vor allem in großen Mengen.

Häufig wird aber auch gewarnt: Zu viel Muskatnuss und das Gericht kann schnell ungenießbar werden und noch dazu Bewusstseinsstörungen oder gar -verlust auslösen. Das liegt am Inhaltsstoff Myristicin, das im menschlichen Körper in Amphetamin umgewandelt wird. Manche Studien sagen, dass schon ab 4 Gramm Muskatnuss eine drogenähnliche Wirkung eintritt, die auch Übelkeit erzeugt. Tödlich wirkt das Gewürz erst ab dem Verzehr mehrerer ganzer Samen.

Vor allem eine Sorte Zimt wird bei regelmäßigem Verzehr gefährlich

Noch ein Gewürz, das vorsichtig dosiert werden sollte, ist Zimt. Hier heißt der gefährliche Inhaltsstoff Cumarin. Während er in kleinen Mengen nur für das typisch zimtige Aroma sorgt, kann er bei übermäßigem Genuss, vor allem regelmäßig über einen langen Zeitraum, zu Kreislaufproblemen und Erbrechen sowie in seltenen Fällen zu Lebererkrankungen führen.

Tipp von Ernährungsexperten: Wer den teureren Ceylon-Zimt mit deutlich niedrigerem Cumarin-Gehalt kauft, muss weniger streng auf Menge und Regelmäßigkeit achten als beim handelsüblichen Cassia-Zimt. Bei Kindern sollte man generell darauf achten, dass sie nicht zu viel Zimt konsumieren. Neben Zimt kommt Cumarin auch in anderen Lebensmitteln wie Waldmeister oder Tonkabohnen vor.

Bohnen und Mandeln: Bei diesen Hülsenfrüchten ist der rohe Verzehr nicht ratsam

Auch bei Bohnen, die als Gemüsebeilage verzehrt werden, ist in einigen Fällen Vorsicht geboten. Hier geht es vor allem um die Zubereitung. Das für Menschen giftige Lektin Phaseolin macht etwa grüne Bohnen im rohen Zustand regelrecht ungenießbar und kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Einfache Lösung: Das Lektin wird beim Kochen zersetzt, sodass zubereitete Gartenbohnen völlig unbedenklich sind.

Etwas schwieriger wird es bei der Zubereitung roher Kidney-Bohnen: Auch hier zersetzt sich zwar der giftige Wirkstoff Phytohämagglutinin beim Kochen, muss aber auch entsprechend auf Temperatur gebracht werden. Wer die weitaus giftigeren Bohnen nur erhitzt, vermehrt den Giftstoff damit sogar noch.

Auch von Mandeln und Maniok gehen Gefahren aus. Bittermandeln etwa enthalten im rohen Zustand eine ausreichende Dosis des Stoffes Amygdalin, der nach dem Verzehr im Körper zu Blausäure wird, nur fünf bis zehn Bittermandeln sind eine tödliche Dosis für ein Kind. Erwachsene müssen über 50 Stück essen, um sich in Lebensgefahr zu begeben. Allerdings werden Bittermandeln in Supermärkten generell nicht verkauft und sind durch ihren bitteren Geschmack auch leicht von den unbedenklichen Artgenossen zu unterscheiden. Amygdalin kommt auch in Maniok und Aprikosenkernen vor.

In hoher Dosis giftig: Kartoffeln und Tomaten enthalten Solanin

Weitaus weniger gefährlich, aber auch unangenehm kann es werden, wenn man übermäßig nicht völlständig reife Tomaten, Kartoffelschale oder keimende Kartoffeln zu sich nimmt. Hierin ist häufig eine große Menge des bitter schmeckenden Stoffs Solanin enthalten, der zu Bauchschmerzen und Übelkeit führen kann. (ska)

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Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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