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Gefahr beim Bärlauch-Sammeln: Worauf Sie achten sollten

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Von: Fee Halberstadt

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Beim Verwenden von Bärlauch besteht die Gefahr, sich einen Fuchsbandwurm einzufangen. Deshalb sollten Sammler vorsichtig sein. (Symbolbild)
Beim Verwenden von Bärlauch besteht die Gefahr, sich einen Fuchsbandwurm einzufangen. Deshalb sollten Sammler vorsichtig sein. (Symbolbild) © Achim Sass/Imago

Im Wald riecht es nach Knoblauch, denn Bärlauch wächst wieder. Doch das Wildkraut kann den Fuchsbandwurm übertragen, weshalb Sammler einiges beachten sollten.

Kassel – Dass der Frühling begonnen hat, lässt sich unter anderem am Blühen und Wachsen bestimmter Pflanzen und Blumen feststellen. Dazu gehört ebenfalls der Bärlauch. Das sonnige und warme Wetter im März 2022 hat das Wildkraut bereits aus dem Boden hinaus und Sammlerinnen und Sammler in den Wald hinein getrieben. Doch auch, wenn Bärlauch in vielen Gerichten ausgezeichnet schmeckt, verbirgt die Pflanze mehr als eine Gefahr.

Der sogenannte Fuchsbandwurm ist ein Parasit, dessen Hauptwirt der Fuchs ist. Füchse leben in Deutschland in der freien Natur. Ist ein Fuchs von einem Bandwurm befallen, ist das für das Tier erstmal nicht weiter schlimm, da Parasiten ihren Wirt in der Regel nicht töten. Allerdings scheidet der Fuchs die Eier des Bandwurms aus, wodurch der Parasit in andere Lebewesen gelangt. Und genau hier birgt sich die Gefahr für Sammelnde von Bärlauch.

Bärlauch als Übertragungsquelle des Fuchsbandwurms: Warum ist das für Sammler eine Gefahr?

Hinterlässt der Fuchs nämlich seinen Kot im Wald, beispielsweise auf Bärlauch, können sich die Eier des Parasiten an der Pflanze anheften. Die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist gering, wie Klaus Brehm, Professor für Mikrobiologie sagt. Er erforscht den Fuchsbandwurm an der Universität Würzburg, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt. Doch trotzdem lässt sich die Gefahr für alveoläre Echinokokkose, so heißt die Krankheit, ganz einfach minimieren.

Vom Sammeln von Bärlauch geht eine Gefahr aus, da der Fuchsbandwurm dabei übertragen werden kann
Der Fuchsbandwurm kann auf Bärlauch übertragen werden. Sammler sollten vorsichtig sein. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Das Problem an dem Parasiten ist, dass der Mensch nur ein Zwischenwirt für ihn ist. Somit lagern sich die Eier des Bandwurms zwar in der Leber ab, jedoch schlüpfen die Larven nicht. Das hat zur Folge, dass Betroffene den Bandwurm nicht weiter übertragen. Auf Scans sieht das zuerst aus wie ein Tumor. Wird der Parasit rechtzeitig entdeckt, können die Eier operativ entfernt werden. Falls nicht, heißt das lebenslange Chemotherapie und Medikament für den Patienten, wie die FAZ schreibt. Wird der Bandwurm nicht behandelt, endet das meist tödlich.

Sammler aufgepasst: Gefahr für Fuchsbandwurm durch Bärlauch ist gering

Allerdings gibt es Entwarnung von Experten. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) wurden 2018 lediglich 49 Fälle gemeldet. Eventuell gab es zehn oder zwanzig Patienten mehr, doch diese Fälle sind nicht eindeutig klassifiziert worden. Wird das auf die deutsche Bevölkerung hochgerechnet, ist die Wahrscheinlichkeit einer Fuchsbandwurmerkrankung insgesamt also nicht sonderlich hoch. Grundsätzlich besteht die Gefahr bei allen Pflanzen, Früchten und Beeren, die bis auf Kniehöhe wachsen, wie Focus Online schreibt. Es gibt allerdings einen einfachen Tipp, um sich zu schützen.

Allen Bärlauch-Liebhaberinnen und -Liebhabern wird geraten, den Bärlauch gründlich zu waschen. Am besten nimmt man jedes Blatt einzeln in die Hand und reibt es unter heißem Wasser ab, erklärt das Magazin Gartenjournal. Dadurch lassen sich mögliche Eier des Fuchsbandwurms entfernen. Das gilt nicht nur für selbst gepflückten Bärlauch. Auch solcher, der im Supermarkt bei Aldi, Lidl, Edeka und Co, gekauft wird, sollte gründlich gewaschen werden. Beim Kochen oder Braten von Bärlauch werden ebenfalls mögliche Eier abgetötet.

Bärlauch birgt eine weitere Gefahr: Worauf Sammler außerdem achten sollten

Für alle Sammlerinnen und Sammler birgt Bärlauch noch eine zweite Gefahr. Denn es hat zwei Doppelgänger, die im Gegensatz zu Bärlauch, giftig sind. Es handelt sich hierbei um Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Die Blätter dieser drei Pflanzen sehen sich sehr ähnlich. Allerdings gibt es verschiedene Tricks, wie sich Bärlauch von seinen giftigen Doppelgängern unterscheiden lässt. Da es jährlich zu mehreren Verwechslungen mit tödlichen Folgen kommt, sollten Sie auf den Geruch, das Aussehen und den Fundort der Pflanze genau achten. (fh)

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