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Wäsche lieber nicht mit dem Kurzwaschprogramm waschen – Experten geben Tipps

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Ein Mann legt Kleidung in eine Waschmaschine.
Auch die Waschmaschine kann zum Stromfresser werden. (Symbolfoto) © Cézaro De Luca/dpa

Kurzwaschprogramme von Waschmaschinen sind eine tolle Sache. Doch Verbraucher sollten darauf verzichten, da sie gravierende Nachteile mit sich bringen.

Berlin – Zwar sind Kurzwaschprogramme von Waschmaschinen, aber auch Spülmaschinen, verführerisch – wieso sollte man drei Stunden auf saubere Wäsche oder Geschirr warten, wenn es auch anders geht? Die kurze Dauer weckt zudem den Anschein, besonders umweltfreundlich und günstig im Verbrauch zu sein. Vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise erscheint das praktisch. Doch der Schein trügt. Tatsächlich bringen Kurzwaschprogramme zwei gravierende Nachteile mit sich.

Wie das Umweltbundesamt erklärt, verbraucht eine Waschmaschine den Großteil des Stroms, während sie das Wasser aufheizt. „Niedrige Waschtemperaturen benötigen daher wesentlich weniger Strom“, informiert das Umweltbundesamt. Ob die Waschmaschine anschließend für 30 oder für 90 Minuten läuft, spielt dann keine große Rolle. Vielmehr steigt der Verbrauch sogar, da Kurzwaschprogramme oft höhere Temperaturen benötigen oder mehr Umdrehungen, um die Wäsche halbwegs sauber zu bekommen.

Waschmaschine: Warum dauern Öko-Programme so lang?

Dies ist auch der Grund, warum Eco-Programme bei Waschmaschinen so lange dauern. Je länger die Wäsche oder auch das Geschirr in der Spülmaschine einweicht, desto weniger Reibung ist nötig, um den Schmutz zu entfernen und desto kälter kann das Wasser sein.

Deshalb, so bestätigt auch die Verbraucherzentrale, sollte man das Eco-Programm der Geräte nutzen und niedrige Temperaturen zwischen 45 und 55 Grad bei der Spülmaschine sowie 30 bis 40 Grad bei der Waschmaschine wählen. Wichtig ist jedoch, auf der Verpackung des genutzten Waschmittels zu prüfen, für welche Temperaturen es geeignet ist – einige Produkte wirken aufgrund bestimmter Enzyme erst ab höheren Temperaturen. Zusätzlich lässt sich der Verbrauch senken, wenn nur volle Maschinen gestartet werden.

Neues Energielabel: Wird es die Akzeptanz für längere Waschprogramme erhöhen?

Wie der Bayerische Rundfunk erklärt, dürfen die Eco-Programme nach den Vorgaben zum neuen Energielabel nicht mehr beliebig lange dauern. Seit März 2021 liegt die Höchstdauer des Programms „Eco 40-60“ für eine 8-Kilogramm-Waschmaschine bei 3 Stunden und 39 Minuten.

Das könnte dafür sorgen, dass der Öko-Waschgang häufiger genutzt wird. Einer Studie der Universität Bonn zufolge ist dies nur bei jedem 6. Waschgang der Fall. Dabei lohnt sich die Geduld – nicht nur finanziell, sondern auch für besser gereinigte Wäsche. (tk)

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